Hamas-Verdacht auf Kreta: Griechenland nimmt mutmaßlichen Anschlagsplan gegen Israelis ins Visier
Ein Palästinenser aus Gaza wurde auf Kreta festgenommen. Ermittler prüfen Verbindungen zur Hamas, Kontakte zu Verdächtigen in Zypern und Hinweise auf mögliche Anschlagspläne gegen israelische Ziele.

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Griechische Sicherheitsbehörden haben auf Kreta einen 37 Jahre alten Palästinenser festgenommen, der im Verdacht steht, Verbindungen zur HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen zu haben und Anschläge gegen Ziele mit IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen-Bezug vorbereitet zu haben. Der Mann wurde am Samstag in Agios Nikolaos im Nordosten der Insel gefasst. Nach Angaben aus der Untersuchung stammt er aus GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, arbeitete legal als Saisonkraft in einem Hotel und lebte dort mit weiteren Beschäftigten.
Der Fall ist deshalb besonders ernst, weil die Ermittler offenbar mehrere Spuren zusammenführen: Der Verdächtige soll in seiner ersten Befragung eingeräumt haben, Mitglied der Hamas zu sein. Zudem soll er Kontakt zu Personen gehabt haben, die zuvor in Zypern im Zusammenhang mit mutmaßlichen Anschlagsplanungen gegen israelische Ziele festgenommen wurden. Ausgewertete Mobiltelefone und ein Laptop sollen diese Verbindungen nach Angaben der Behörden stützen.
Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Athen fanden die Ermittler präzise Waagen und einen Messbecher aus Glas, die kurz zuvor gekauft worden waren und noch in der Originalverpackung lagen. Der Verdächtige soll außerdem eingeräumt haben, über das Internet Materialien bestellt zu haben, die zur Herstellung von Sprengstoffen genutzt werden könnten. Zugleich habe er behauptet, noch keinen Sprengsatz gebaut zu haben.
Besonders brisant ist der Hinweis, dass der Mann nach Erkenntnissen der Ermittler in Malaysia im Bau von Sprengsätzen geschult worden sein soll. Sollte sich das bestätigen, wäre der Fall weit mehr als ein einzelner Verdacht gegen einen Saisonarbeiter. Dann stünde der Verdacht im Raum, dass ein mutmaßlich geschulter Hamas-Akteur sich in Griechenland aufhielt, Kontakte zu einem Netzwerk in Zypern hatte und möglicherweise kurz vor einer konkreten Operation stand.
Nach Angaben griechischer Stellen fielen dem Hotel während seiner Arbeit zunächst keine auffälligen Aktivitäten auf. Dennoch gehen die Behörden offenbar davon aus, dass eine Gefahr bestand, auch wenn der Verdächtige noch nicht in einer unmittelbaren Position zur Ausführung eines Anschlags gewesen sei. Geprüft wird, ob ein Angriff auf Kreta, in einem anderen Teil Griechenlands oder sogar in einem weiteren EU-Staat geplant war.
Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf griechische Medien, möglicherweise habe der Verdächtige einen Angriff auf ein israelisches Passagierschiff geplant, das am Dienstag Kreta anlaufen sollte. Andere Berichte deuten darauf hin, dass das Ziel nicht zwingend in Griechenland gelegen haben muss. Auch die Behörden in Zypern hatten erklärt, die dort festgenommenen Verdächtigen könnten Anschläge gegen israelische Interessen in Zypern und weiteren EU-Staaten geplant haben.
Für Israel und jüdische Gemeinden in Europa ist der Vorgang ein weiteres Warnsignal. Die Hamas ist nicht nur eine Terrororganisation in Gaza. Sie verfügt über Sympathisanten, Unterstützer, Kontaktwege und mögliche operative Strukturen weit über den Nahen Osten hinaus. Der 7. Oktober hat gezeigt, wozu diese Organisation fähig ist. Wenn nun in europäischen Tourismusregionen Ermittlungen wegen möglicher Anschlagspläne gegen Israelis laufen, betrifft das nicht nur Israel, sondern die innere Sicherheit Europas.
Gerade Griechenland und Zypern sind für Israelis wichtige Reiseziele. Kreuzfahrten, Ferieninseln, Hotels und Häfen sind offene Räume, in denen Sicherheit schwieriger zu gewährleisten ist als an militärischen oder diplomatischen Einrichtungen. Terror gegen Israelis im Ausland zielt deshalb immer doppelt: auf konkrete Opfer und auf das Gefühl, dass jüdisches und israelisches Leben nirgendwo sicher sein soll.
Noch gilt für den Verdächtigen die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen müssen klären, welche Materialien tatsächlich bestellt wurden, welche Kontakte bestanden, was in Malaysia geschah und ob es einen konkreten Anschlagsplan gab. Doch der Fall zeigt schon jetzt, wie ernst europäische Sicherheitsbehörden Hamas-Strukturen außerhalb des Gazastreifens nehmen müssen. Wer Terrororganisationen nur als regionale Akteure betrachtet, unterschätzt ihre Reichweite.
Für Europa stellt sich damit eine unangenehme Frage: Wie konsequent werden Netzwerke verfolgt, die unter dem Deckmantel von Aktivismus, Migration, Studentenmilieus, Hilfsstrukturen oder legaler Beschäftigung operative Ziele vorbereiten könnten? Die Antwort darf nicht erst nach einem Anschlag kommen. Griechenlands Festnahme auf Kreta zeigt, dass Wachsamkeit Leben retten kann.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 7. Juni 2026