Israel warnt vor belgischen Universitäten, Chikli fordert jüdische Studenten zum Verlassen auf


Ein Ehrentitel für eine umstrittene UN-Funktionärin löst eine scharfe Reaktion aus Jerusalem aus. Die Entscheidung wird als Zeichen wachsender Akzeptanz von Antisemitismus in Europa gewertet.

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Israels Diaspora-Minister Amichai Chikli hat jüdische Studenten dazu aufgerufen, belgische Universitäten zu verlassen. Anlass ist die Verleihung eines Ehrendoktortitels an Francesca Albanese durch mehrere Hochschulen in Belgien.

Konkret richtet sich der Aufruf gegen die University of Antwerp, die Ghent University sowie die Vrije Universiteit Brussel.

Chikli erklärte: „Antisemitismus wird nicht nur in der belgischen akademischen Welt normalisiert, sondern aktiv gefördert.“ Vor diesem Hintergrund forderte er jüdische Studenten auf, diese Einrichtungen zu verlassen.

Das israelische Diaspora-Ministerium veröffentlichte kurz darauf ein ausführliches Papier, das sich mit dem Verhalten von Albanese befasst. Darin wird ihre Amtsführung als „grundlegend unvereinbar“ mit den Aufgaben einer UN-Sonderberichterstatterin beschrieben.

In dem Bericht werden mehrere Vorwürfe aufgeführt. Dazu gehören unter anderem die Verbreitung antisemitischer Rhetorik, die Relativierung von Gewalt sowie Verstöße gegen ethische Standards der Vereinten Nationen. Zudem wird kritisiert, dass politische Gewalt in ihren Äußerungen legitimiert oder verharmlost werde.

Auch auf internationaler Ebene steht Albanese zunehmend unter Druck. Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, haben sich bereits kritisch geäußert und einen Rücktritt gefordert. Albanese weist die Vorwürfe zurück und erklärt, ihre Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Israel hatte bereits zuvor formell Beschwerde eingelegt. In einem Schreiben an die zuständigen Gremien wurde ihr vorgeworfen, wiederholt gegen den Verhaltenskodex der Vereinten Nationen verstoßen zu haben. Solange sie im Amt bleibe, untergrabe sie die Glaubwürdigkeit der Organisation.

Der aktuelle Schritt geht jedoch deutlich weiter. Mit dem Aufruf an jüdische Studenten verbindet die israelische Regierung erstmals eine konkrete Handlungsempfehlung mit der Kritik an europäischen Institutionen.

Damit wird die Entscheidung belgischer Universitäten zu mehr als einer symbolischen Ehrung. Aus israelischer Sicht steht sie für eine Entwicklung, in der antisemitische Positionen nicht nur toleriert, sondern institutionell aufgewertet werden.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By ראובן קופיצינסקי , צלם 053514246 - ראובן קופיצינסקי , צלם 053514246, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=114035682

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 10. April 2026

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