Islamistische Influencerin macht CSD-Anschlag zum „Inside Job“ und bringt Israel ins Spiel
Hanna Hansen wird vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz als prägende Akteurin der islamistischen und extremistisch-salafistischen Szene geführt. Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD verbreitet sie unbelegte Erzählungen über eine Inszenierung und lenkt den Verdacht auf Israel.

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Während Berlin um die Opfer des Anschlags auf den Christopher Street Day trauert, verbreitet Hanna Hansen eine andere Geschichte. Nach einem Bericht der WELT behauptet die salafistische Influencerin in mehreren Beiträgen, die Tat könne ein inszenierter „Inside Job“ gewesen sein. Angebliches Ziel sei es, vor Wahlen die Stimmung gegen Muslime zu verschärfen. Belege nannte sie nicht.
In einem weiteren Beitrag suggerierte Hansen nach Darstellung der WELT sogar eine israelische Steuerung des Anschlags. Damit wird der Verdacht von einem mutmaßlichen Islamisten auf den jüdischen Staat verschoben, obwohl dafür keinerlei belastbare Hinweise bekannt sind.
Hanna Hansen wird offiziell der islamistischen Szene zugerechnet
Bei Hansen handelt es sich nicht lediglich um eine religiöse Influencerin mit besonders konservativen Ansichten. Der Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen bezeichnet sie als die reichweitenstärkste salafistische Influencerin Deutschlands. Sie habe sich innerhalb kurzer Zeit in die islamistische Szene integriert und dort eine herausgehobene Funktion eingenommen.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung nennt Hansen ausdrücklich eine „extremistisch-salafistische Influencerin“. Sie gelte weiterhin als prägende Figur der extremistisch-salafistischen Szene und wirke nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern bundesweit. Bereits zuvor beschrieb der Verfassungsschutz sie als bedeutende Aktivistin der islamistischen Szene, die ihre Reichweite nutze, um eine islamistische Weltanschauung zu verbreiten und für salafistische Veranstaltungen zu werben.
Auch inhaltlich fällt die Einordnung eindeutig aus. Der Verfassungsschutz dokumentiert bei Hansen Äußerungen, die auf ein extremistisches Religionsverständnis schließen ließen. Sie greife klassische islamistische Narrative auf, wende sich gegen den Säkularismus und stelle eine politische Ordnung nach religiösen Richtlinien als überlegen dar.
Sie als islamistische oder extremistisch-salafistische Influencerin zu bezeichnen, ist deshalb keine freie journalistische Zuschreibung. Es entspricht der veröffentlichten Bewertung der zuständigen Sicherheitsbehörden.
Religiöse Verurteilung queeren Lebens
Nach dem CSD-Anschlag verwies Hansen zunächst auf die koranische Erzählung von Lut. Diese wird in salafistischen und anderen streng islamistischen Auslegungen zur Verurteilung homosexueller Beziehungen herangezogen.
Hansen bezeichnete die Geschichte laut WELT als weiterhin gültige Mahnung zur Umkehr. Danach stellte sie den Anschlag selbst infrage, setzte den Begriff „Terroranschlag“ in Anführungszeichen und brachte einen angeblichen „Inside Job“ ins Spiel.
Die Abfolge ist bezeichnend: Zunächst wird queeres Leben religiös verurteilt. Sobald ein mutmaßlicher Islamist eine queere Veranstaltung angreift, wird der islamistische Hintergrund angezweifelt und eine Verschwörung politischer Gegner oder Israels behauptet.
Das ist keine ernsthafte Kritik an Ermittlungen. Hansen nennt keine Gegenbeweise, keine Zeugen und keine nachvollziehbare alternative Tatversion. Sie verbreitet Verdächtigungen.
Die bekannten Tatsachen sprechen gegen ihre Erzählung
Bei dem Anschlag wurde eine Frau getötet. Die Zahl der Verletzten stieg nach Angaben des Berliner Senats auf 31. Im Tatfahrzeug fanden die Ermittler DNA-Spuren des Tatverdächtigen Abdul B. Außerdem befanden sich sein Mobiltelefon und weitere Spuren in dem Fahrzeug. Die Bundesanwaltschaft geht laut rbb davon aus, dass er den Transporter gefahren hat.
Auf dem Mobiltelefon wurde ein am Tattag aufgenommenes Video gefunden, in dem eine mutmaßlich mit dem Tatverdächtigen identische Person dem Islamischen Staat die Treue schwört. Das Video ist ein gewichtiger Beleg für einen islamistischen Hintergrund. Ein ausdrückliches Bekenntnis zur konkreten Tat muss davon juristisch getrennt betrachtet werden.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner spricht öffentlich von einem islamistischen Anschlag. Zwei Cousins des Tatverdächtigen waren nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden Mitglieder des IS. Diese Feststellungen ersetzen nicht die noch laufenden Ermittlungen, sie stehen Hansens „Inside-Job“-Erzählung aber deutlich entgegen.
Hansen setzt diesen Tatsachen lediglich Vermutungen entgegen.
Israel als Schuldiger ohne jeden Beleg
Besonders schwer wiegt die von der WELT dokumentierte Andeutung, IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen könne den Anschlag gesteuert haben. Für eine israelische Beteiligung gibt es nach dem öffentlich bekannten Ermittlungsstand keinen Beleg.
Die Behauptung folgt einem bekannten verschwörungsideologischen Muster: Eine Gewalttat mit islamistischem Hintergrund wird nicht der Ideologie des mutmaßlichen Täters zugerechnet. Stattdessen soll eine verborgene Macht das Geschehen inszeniert haben. Wird dabei Israel als geheimer Drahtzieher genannt, erhält die Erzählung zusätzlich eine antisemitische Stoßrichtung.
Dadurch werden die Rollen umgekehrt. Der islamistische Hintergrund wird relativiert, Israel wird ohne Beweise beschuldigt und die eigene Szene erscheint als Opfer einer angeblich gesteuerten Kampagne.
Keine Entlastung durch Verschwörungserzählungen
Die klare Benennung des Islamismus ist kein Pauschalverdacht gegen Muslime. Die überwältigende Mehrheit der Muslime ist weder für den IS noch für salafistische HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen verantwortlich.
Ebenso falsch wäre es aber, aus Angst vor einer solchen Pauschalisierung den ideologischen Hintergrund des Anschlags zu verschweigen. Islamismus ist eine politische extremistische Ideologie. Er richtet sich gegen die freiheitliche Gesellschaft, gegen Juden, gegen queere Menschen, gegen Andersgläubige und auch gegen Muslime, die sich seinen Regeln nicht unterwerfen.
Hanna Hansen wird von den Sicherheitsbehörden dieser Szene zugerechnet. Wenn sie nach einem tödlichen Angriff auf eine queere Veranstaltung unbelegte Behauptungen über einen „Inside Job“ verbreitet und Israel ins Spiel bringt, ist das keine neutrale Analyse.
Es ist der Versuch, den Verdacht von der islamistischen Ideologie wegzulenken.
Eine Frau ist tot, 31 Menschen wurden verletzt. Die Ermittler haben DNA-Spuren, das Mobiltelefon des Tatverdächtigen und ein Video mit einem Treueschwur auf den IS.
Dem stehen keine Beweise für eine Inszenierung gegenüber. Nur Hansens Behauptungen.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 29. Juli 2026