Candace Owens verbreitet neue Verschwörungstheorien über Israel und provoziert Empörung in den USA


Mitten im militärischen Konflikt um den Iran verbreitet die amerikanische Kommentatorin Candace Owens schwere Anschuldigungen gegen Israel. Ihre Aussagen greifen bekannte antisemitische Narrative auf und sorgen auch im konservativen Lager der USA für wachsende Kritik.

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Die amerikanische politische Kommentatorin Candace Owens steht erneut im Zentrum einer heftigen Kontroverse. In mehreren Beiträgen auf der Plattform X verbreitete sie in den vergangenen Stunden Verschwörungstheorien über Israel und stellte die Behauptung auf, der jüdische Staat orchestriere weltweit sogenannte „False Flag“-Operationen.

Die Aussagen fielen ausgerechnet in einer Phase hoher internationaler Spannungen. Israel und die Vereinigten Staaten führen derzeit militärische Operationen gegen iranische militärische Infrastruktur durch. Während diese Auseinandersetzung weltweit politische Debatten auslöst, griff Owens eine alte Verschwörungserzählung auf, die seit Jahrzehnten im antisemitischen Milieu verbreitet wird.

Der Begriff „False Flag“ bezeichnet ursprünglich eine Täuschung im militärischen Kontext. Historisch stammt der Ausdruck aus der Seefahrt. Kriegsschiffe hissten manchmal die Flagge eines anderen Landes, um ihre Identität zu verschleiern. In moderner politischer Sprache wird der Begriff häufig verwendet, um zu behaupten, ein Staat habe einen Angriff selbst inszeniert, um anschließend einen Gegner beschuldigen zu können.

Genau diese Logik verwendete Owens in ihren Beiträgen. Sie deutete an, Israel manipuliere internationale Ereignisse, um Kriege auszulösen oder politische Vorteile zu gewinnen. Dabei vermied sie häufig direkte Formulierungen über Juden und nutzte stattdessen Andeutungen, die in verschwörungsideologischen Kreisen seit Jahren verbreitet sind.

Solche Narrative folgen einem bekannten Muster. Israel wird als unsichtbarer Drahtzieher dargestellt, der Konflikte erschafft, Regierungen beeinflusst und andere Staaten manipuliert. Historiker und Experten für Antisemitismus weisen seit langem darauf hin, dass diese Erzählungen direkt an jahrhundertealte antisemitische Vorstellungen anschließen. Schon im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts wurden Juden häufig als angebliche geheime Macht hinter politischen Krisen dargestellt.

Besonders umstritten war Owens’ Bezug auf die sogenannte Lavon-Affäre. Diese historische Episode aus dem Jahr 1954 war eine verdeckte israelische Operation in Ägypten, die später öffentlich bekannt wurde und innerhalb Israels selbst eine schwere politische Krise auslöste.

Im Rahmen der damaligen Operation wurden kleine Brandanschläge auf Einrichtungen mit westlichem Bezug geplant, um politische Spannungen in Ägypten zu verstärken. Die Aktion scheiterte jedoch frühzeitig. Mehrere Beteiligte wurden verhaftet und der Vorfall führte zu einem innenpolitischen Skandal in Israel, der schließlich den Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Pinchas Lavon auslöste.

Verschwörungstheoretiker nutzen diese Episode bis heute als vermeintlichen Beweis dafür, dass Israel regelmäßig weltweit Anschläge inszeniere. Historiker weisen jedoch darauf hin, dass diese Interpretation eine massive Verzerrung darstellt. Eine einzelne historische Geheimdienstoperation wird dabei zu einer universellen Erklärung für globale Ereignisse umgedeutet.

Neben diesen Anschuldigungen griff Owens auch konservative Organisationen in den Vereinigten Staaten an. In ihren Beiträgen kritisierte sie die Organisation Turning Point USA und behauptete, diese sei von proisraelischen Kräften beeinflusst worden. Gleichzeitig machte sie sich über den hebräischen Gruß „Shabbat Shalom“ lustig, der traditionell am jüdischen Sabbat verwendet wird.

Auch frühere Aussagen Owens sorgen immer wieder für Kritik. In der Vergangenheit verbreitete sie mehrfach Narrative rund um die sogenannte Chasaren Theorie. Diese Behauptung besagt, dass viele heutige Juden angeblich keine historischen Nachfahren des antiken jüdischen Volkes seien, sondern von einem mittelalterlichen Turkvolk abstammen würden.

Historiker betrachten diese Theorie als wissenschaftlich widerlegt. Sie wird dennoch häufig von extremistischen Gruppen genutzt, um jüdische Identität grundsätzlich infrage zu stellen. Ziel dieser Argumentation ist es häufig, die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Israel zu delegitimieren und die Existenz eines jüdischen Staates als illegitim darzustellen.

Jüdische Organisationen und Antisemitismusforscher sehen deshalb in solchen Aussagen mehr als nur eine politische Provokation. Verschwörungstheorien über angebliche jüdische Machtstrukturen haben in der Vergangenheit immer wieder zu gesellschaftlicher Ausgrenzung, Gewalt und Hass geführt.

Thematische Einordnung


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America - Kimberley Strassel & Candance Owens, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66836278

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 4. März 2026

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