Cannes ehrt Barbra Streisand mit Ehren-Goldener Palme
Eine der bedeutendsten jüdischen Künstlerinnen der Gegenwart erhält eine der höchsten Auszeichnungen des internationalen Kinos. Das Filmfestival von Cannes würdigt damit ein Lebenswerk, das Hollywood, Musik und Filmgeschichte geprägt hat.

Barbra Streisand wird im Mai erstmals persönlich nach Cannes reisen. Die Ehrung ist mehr als ein Preis sie ist eine späte Anerkennung einer Karriere, die seit Jahrzehnten Maßstäbe setzt.
Die amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand wird beim diesjährigen Cannes Film Festival mit der Ehren-Goldenen Palme ausgezeichnet. Die Auszeichnung soll am 23. Mai während der Abschlusszeremonie des Festivals überreicht werden. Für Streisand ist es ein besonderer Moment, denn obwohl sie seit mehr als sechs Jahrzehnten zu den größten Namen der Unterhaltungsindustrie gehört, wird es ihr erster offizieller Auftritt beim Festival an der französischen Riviera sein.
Die Ehren-Goldene Palme gehört zu den prestigeträchtigsten Auszeichnungen im internationalen Kino. Sie wird nicht für einen einzelnen Film vergeben, sondern für ein Lebenswerk, das die Filmgeschichte nachhaltig geprägt hat. Frühere Preisträger waren Persönlichkeiten wie Meryl Streep, Robert De Niro oder Jodie Foster. Mit der Ehrung von Streisand würdigt Cannes eine Künstlerin, die weit über Hollywood hinaus kulturelle Wirkung entfaltet hat.
Barbra Streisand gehört zu den seltenen Künstlerinnen, deren Karriere mehrere Generationen umfasst. Als junge Sängerin aus Brooklyn eroberte sie zunächst Broadway und Musikbühnen, bevor sie auch im Film zu einer der prägendsten Figuren ihrer Zeit wurde. Ihr Durchbruch gelang mit dem Film Funny Girl, für den sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielt. Es folgten weitere Klassiker wie The Way We Were, die bis heute zu den bekanntesten Filmen der amerikanischen Filmgeschichte zählen.
Doch Streisands Einfluss reicht weit über ihre Schauspielrollen hinaus. Sie war eine der ersten Frauen in Hollywood, die sich gegen die Machtstrukturen der Filmindustrie durchsetzten und selbst Regie führten. Ihr Film Yentl gilt bis heute als Meilenstein, nicht nur künstlerisch, sondern auch kulturell. Der Film erzählt die Geschichte einer jüdischen Frau im osteuropäischen Schtetl, die sich als Mann verkleidet, um religiöse Bildung zu erhalten. Damit brachte Streisand ein zutiefst jüdisches Thema in das Zentrum der internationalen Filmkultur.
Diese Verbindung zur jüdischen Identität ist ein zentraler Bestandteil ihres Lebenswerks. Streisand hat nie versucht, ihre Herkunft zu verstecken oder anzupassen. Im Gegenteil: Sie machte jüdische Geschichte, jüdische Kultur und jüdische Perspektiven zu einem selbstverständlichen Teil ihrer Arbeit. In einer Branche, die lange von Anpassung geprägt war, war das eine ungewöhnliche und mutige Haltung.
Neben ihrer künstlerischen Karriere engagiert sich Streisand seit Jahrzehnten politisch und gesellschaftlich. Über ihre Stiftung unterstützt sie medizinische Forschung, Bildungsprogramme, Umweltprojekte und Initiativen für Gleichberechtigung. Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für Frauenrechte und medizinische Forschung zur Herzgesundheit von Frauen.
Dass Cannes diese Ehrung gerade jetzt vergibt, ist auch ein Zeichen dafür, wie sehr Streisands Einfluss über Generationen hinweg wirkt. Ihre Karriere umfasst Musik, Film, Regie, Produktion und gesellschaftliches Engagement. Nur wenige Künstler haben in so vielen Bereichen gleichzeitig Maßstäbe gesetzt.
Für das Festival selbst bedeutet die Ehrung ebenfalls ein starkes Signal. Cannes versteht sich seit jeher als Bühne für große Persönlichkeiten des internationalen Kinos. Mit Streisand ehrt das Festival eine Künstlerin, die nicht nur erfolgreich war, sondern auch die Rolle von Frauen im Film entscheidend verändert hat.
Barbra Streisand selbst reagierte mit sichtbarer Dankbarkeit auf die Nachricht. In einer Erklärung sagte sie, sie fühle sich geehrt, in die Reihe der bisherigen Preisträger aufgenommen zu werden. Filme könnten Menschen verbinden, erklärte sie, gerade in schwierigen Zeiten. Kino habe die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden und gemeinsame menschliche Erfahrungen sichtbar zu machen.
Wenn sie im Mai auf der Bühne von Cannes stehen wird, wird damit nicht nur eine einzelne Karriere gewürdigt. Es wird auch eine Epoche gefeiert eine Zeit, in der eine junge jüdische Sängerin aus Brooklyn zur globalen Kulturikone wurde.
Autor: Redaktion
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Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 12. März 2026