Todesdrohungen gegen Star-Koch: Eyal Shani wird zum Ziel antisemitischer Hetze
Der israelische Spitzenkoch Eyal Shani erlebt, wie sich Hass auf Israel direkt in sein Leben frisst. Nach Angriffen auf seine Restaurants im Ausland erhält er Morddrohungen – ein Spiegelbild der neuen Realität für Juden weltweit.

Es sind keine Schlagzeilen über Politik oder Diplomatie, die das Schicksal des israelischen Starkochs Eyal Shani bestimmen. Es ist der Hass auf Israel, der längst über Grenzen schwappt und Menschen persönlich trifft, die mit Waffen oder Militär nichts zu tun haben. Shani, international bekannt durch seine avantgardistische Küche und als Juror der Fernsehsendung „MasterChef“, muss sich heute mit Morddrohungen auseinandersetzen – nur weil er Israeli ist.
Seine Restaurants, einst gefeierte Tempel der modernen Küche, sind zum Symbol geworden. Nicht für Genuss, sondern für politischen Hass. In Melbourne wurde seine Lokalität beschmiert und attackiert, begleitet von Rufen wie „Tod der IDF“. Was für die Täter ein politisches Signal sein soll, bedeutet für die Betroffenen nichts anderes als Angst und Gewalt. Shani schilderte im israelischen Fernsehen, dass ihn seitdem Drohnachrichten aus mehreren Ländern erreichen. Über anonyme Instagram-Konten wird er verhöhnt, als „Mörder“ bezeichnet, bedroht mit Worten wie: „Nachts streichelst du Tomaten, tagsüber tötest du Menschen in Gaza.“
Diese Worte zeigen nicht nur den Versuch, einen Künstler mundtot zu machen. Sie sind Ausdruck eines Judenhasses, der im Deckmantel von „Kritik an Israel“ daherkommt. Shani beschreibt das Gefühl wie einen wachsenden Schatten, der ihn umgibt. Und dennoch reagiert er nicht mit Rückzug, sondern mit Trotz. Gerade jetzt eröffnet er neue Lokale. „Es ist ein jüdischer Instinkt“, sagt er. „Je mehr man uns schlägt, desto mehr wachsen wir.“
Doch die Realität ist hart. Einst zählte es als Auszeichnung, in einer israelischen Küche essen zu dürfen. Heute gilt das in vielen westlichen Städten fast als Provokation. Shani erzählt, wie sich das Publikum in seinen Restaurants verändert hat. Wo früher internationale Gäste aus aller Welt kulinarische Neugier befriedigten, sitzen heute vor allem israelische Touristen und jüdische Gäste. „Die Einheimischen bleiben fern“, sagt er. „Zu den Feiertagen, wenn Juden reisen, sind die Säle leer.“ Was bleibt, ist das Gefühl der Isolation – und ein klarer Beweis dafür, wie Juden im Ausland durch das politische Klima in Geiselhaft genommen werden.
Shanis Worte gehen weiter. Er sieht Kriege als historische Prozesse, die oft zu Entwicklungen führen sollen. Doch er gesteht, dass der Preis heute zu hoch sei, dass selbst aus seiner Sicht die Dimensionen aus dem Ruder laufen. Der Starkoch spricht von einer Welt, in der Israelis zunehmend ausgegrenzt werden – und er selbst mitten in dieser Realität steht.
Die Bedrohungen lassen ihn nachts nicht los. Bilder von Angriffen, Videos aus Europa oder den USA erreichen ihn direkt, oft mitten im Schlaf. „Es fühlt sich an wie ein Pogrom“, sagt er. Dass ein Mann, der für sein Talent, Gemüse in Kunst zu verwandeln, weltweit gefeiert wird, heute antisemitischen Drohungen ausgeliefert ist, zeigt: Israelhass trifft nicht nur Soldaten, Politiker oder Unternehmer in Rüstungsfirmen. Er trifft die gesamte Gesellschaft.
Eyal Shani wehrt sich, wie er es am besten kann: mit Kochen, mit neuen Ideen, mit jüdischer Beharrlichkeit. Doch seine Geschichte ist ein Warnsignal. Sie erzählt davon, wie gefährlich das Klima für Juden in westlichen Gesellschaften geworden ist – und wie wenig es braucht, damit ein Restaurant zur Frontlinie wird.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 30. August 2025