„Eine Million Mal schlimmer als der Holocaust“: Diese Hetze läuft im offiziellen PA-Fernsehen

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„Eine Million Mal schlimmer als der Holocaust“: Diese Hetze läuft im offiziellen PA-Fernsehen


Ein ägyptischer Journalist wirft Israel vor, mit dem Holocaust zu „handeln“, und erklärt Gaza für eine Million Mal schlimmer. Das offizielle Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde gibt solchen Aussagen eine Bühne.

„Eine Million Mal schlimmer als der Holocaust“: Diese Hetze läuft im offiziellen PA-Fernsehen
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Man kann Israels Kriegführung kritisieren. Man kann über ziviles Leid in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen sprechen, über politische Verantwortung streiten und selbst schwerste Vorwürfe erheben.

Aber irgendwann verlässt eine Debatte den Boden jeder historischen Vernunft.

Im offiziellen Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde ist genau das geschehen.

In der Sendung From the Capitals – Cairo erklärte Khaled Amin, leitender Redakteur der ägyptischen staatlichen Zeitung Al-Gomhuria, IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen „handle bis heute mit dem HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen“. Anschließend behauptete er, die Zerstörung Gazas sei „eine Million Mal schlimmer als der Holocaust“.



Palestinian Media Watch dokumentierte den Ausschnitt aus der Sendung vom 4. August und veröffentlichte ihn am 19. August.

Schon die Größenordnung dieser Behauptung zeigt, dass es hier nicht um einen ernsthaften historischen Vergleich geht. Sechs Millionen Juden wurden von Nazi-Deutschland und seinen Helfern systematisch verfolgt, deportiert und ermordet. Daraus eine beliebig steigerbare Vergleichsgröße für einen gegenwärtigen Krieg zu machen, bedeutet nicht Aufklärung, sondern Verzerrung.

Noch bemerkenswerter wird Amins Auftritt durch den Satz, der unmittelbar danach folgt.

Während er Israel vorwirft, den Holocaust politisch zu „verwerten“, beklagt er, die palästinensische Seite habe es bislang nicht geschafft, die Zerstörung Gazas ausreichend „effektiv“ für ihre Interessen bei den Vereinten Nationen und in der internationalen Öffentlichkeit einzusetzen.

Genau darin liegt der groteske Widerspruch.

Israel soll angeblich die Erinnerung an die Ermordung von sechs Millionen Juden politisch ausschlachten. Gleichzeitig fordert Amin praktisch eine wirkungsvollere politische Nutzung der Bilder aus Gaza.

Das ist keine Nebensächlichkeit. Es zeigt, worum es bei dieser Argumentation geht: Geschichte wird nicht eingeordnet, sondern als Waffe benutzt.

Besonders problematisch ist dabei der Vorwurf, Israel „handle“ mit dem Holocaust. Dahinter steckt eine bekannte antisemitische Erzählung: Juden oder der jüdische Staat würden die Erinnerung an die Shoah bewusst einsetzen, um daraus politische Vorteile, Schutz oder moralische Sonderrechte zu gewinnen.

Die International Holocaust Remembrance Alliance zählt solche Vorstellungen ausdrücklich zu den Formen der Holocaust-Verzerrung. Dazu gehört auch, die Shoah für gegenwärtige politische Auseinandersetzungen zu instrumentalisieren oder sie durch maßlose Vergleiche ihrer historischen Bedeutung zu berauben.

Entscheidend ist allerdings auch, sauber zu benennen, wer gesprochen hat.

Khaled Amin ist kein Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde. Er ist ein ägyptischer Journalist. Die Aussage stammt von ihm.

Aber ausgestrahlt wurde sie vom offiziellen Fernsehen der PA.

Und genau deshalb kann sich der Sender nicht einfach hinter der Tatsache verstecken, dass ein Gast gesprochen hat. Wer einem solchen Vergleich Raum gibt, ohne ihn einzuordnen oder zu widersprechen, trägt dazu bei, dass Holocaust-Verzerrung als legitimer Bestandteil politischer Debatte erscheint.

Das ist umso bemerkenswerter, weil der Sender selbst journalistische Standards wie Glaubwürdigkeit und den Verzicht auf Hasspropaganda für sich beansprucht.

Mit einer Aussage, Gaza sei „eine Million Mal schlimmer als der Holocaust“, hat das wenig zu tun.

Man muss das Leid palästinensischer Zivilisten nicht kleinreden, um diesen Satz zurückzuweisen. Beides hat miteinander nichts zu tun.

Wer Gaza beschreiben will, soll über Gaza sprechen.

Wer Israel kritisieren will, soll Israel kritisieren.

Aber die Shoah ist keine rhetorische Maßeinheit, die man je nach politischem Bedarf millionenfach überbieten kann.

Und sie ist auch kein Beweis für die angebliche Verschlagenheit eines jüdischen Staates, der seine ermordeten Menschen „vermarktet“.

Genau diese Grenze wurde im offiziellen PA-Fernsehen überschritten.

Nicht irgendwo in einer anonymen Kommentarspalte.

Im staatlich getragenen palästinensischen Fernsehen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 20. August 2026

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