IDF umzingelt Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil und beginnt Angriff
Kämpfe im Südlibanon erreichen eine neue Phase. Während israelische Truppen vorrücken, laufen parallel Gespräche in Washington mit ungewissem Ausgang.

Die Israel Defense Forces haben nach eigenen Angaben die vollständige Einkesselung der libanesischen Stadt Bint Dschbeil abgeschlossen und den Angriff auf die als Hochburg der Hisbollah geltende Stadt begonnen. Die Operation markiert eine weitere Verschärfung der Kämpfe an der Nordgrenze Israels.
An dem Einsatz sind Einheiten der Fallschirmjäger, der Kommandoverbände sowie der Givati-Brigade beteiligt. Sie operieren unter dem Kommando der 98. Division und haben in den vergangenen Tagen gezielt Geländegewinne erzielt, um die Stadt vollständig zu isolieren.
Rund 100 Terroristen getötet
Nach militärischen Angaben wurden bislang etwa 100 Hisbollah-Kämpfer durch Gefechte auf kurze Distanz und durch Luftangriffe getötet. Zu Beginn der Operation ging die Armee davon aus, dass sich rund 150 Terroristen im Gebiet aufhielten.
Aktuell wird geschätzt, dass sich weniger als 50 Kämpfer noch in der Stadt befinden.
Parallel dazu wurden Dutzende militärische Infrastrukturen zerstört und Hunderte Waffen sichergestellt. Die Kämpfe dauern an und könnten sich über mehrere Tage hinziehen, da sich die Truppen durch dicht bebaute Stadtgebiete bewegen.
Kampf im urbanen Raum
Die Operation erfolgt mit massiver Luftunterstützung durch Kampfflugzeuge und Drohnen. Ziel ist es, die verbliebenen Strukturen der Hisbollah systematisch zu zerschlagen.
Nach Angaben der Armee hat die Hisbollah ihre Taktik angepasst. Waffen und Raketenwerfer werden gezielt in Wohnhäusern und Kellern versteckt. Kleine Kampfgruppen greifen israelische Einheiten an und ziehen sich anschließend schnell wieder in Gebäude zurück.
Diese Vorgehensweise erschwert die Operation erheblich und erhöht das Risiko für Zivilisten.
Nutzung ziviler Einrichtungen
Besonders brisant ist ein Vorfall in einem staatlichen Krankenhaus der Stadt. Laut israelischen Angaben operierten Hisbollah-Kämpfer aus dem Gebäude heraus, beobachteten Truppenbewegungen und eröffneten von dort das Feuer.
Die beteiligten Kämpfer wurden demnach innerhalb kurzer Zeit ausgeschaltet. In weiteren gezielten Angriffen im Umfeld des Krankenhauses sollen etwa 20 zusätzliche Terroristen getötet worden sein.
Bei anschließenden Durchsuchungen fanden israelische Soldaten Waffenlager auf dem Gelände. Die Armee wirft der Hisbollah vor, zivile Einrichtungen systematisch für militärische Zwecke zu missbrauchen und damit gegen internationales Recht zu verstoßen.
Fünf Divisionen im Einsatz
Die Operation wird vom Nordkommando geführt und ist Teil eines umfassenderen Vorgehens im Südlibanon. Insgesamt sind derzeit fünf Divisionen im Einsatz, darunter die 91., 36., 162., 146. und 98. Division.
Der Schwerpunkt liegt auf Gebieten südlich des Litani-Flusses, wo die Hisbollah ihre militärische Infrastruktur konzentriert hat.
Für Israel ist die Nordfront aktuell der zentrale militärische Schwerpunkt.
Parallel laufende Diplomatie
Während die Kämpfe andauern, werden auf politischer Ebene Gespräche vorbereitet. Vertreter aus Israel, Libanon und den Vereinigte Staaten wollen in Washington zusammentreffen.
Diese Gespräche könnten entscheidend dafür sein, wie es militärisch weitergeht. Sie stehen jedoch unter dem Eindruck der aktuellen Gefechte und der militärischen Realität vor Ort.
Eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld
Die Operation in Bint Dschbeil zeigt deutlich, wie Israel versucht, die unmittelbare Bedrohung durch die Hisbollah zu beseitigen. Die Einkesselung der Stadt und der anschließende Angriff sind Teil einer Strategie, die auf vollständige Kontrolle und Zerschlagung feindlicher Strukturen abzielt.
Gleichzeitig bleibt die Lage dynamisch. Der Ausgang der Kämpfe und der politischen Gespräche wird bestimmen, ob sich die Situation stabilisiert oder weiter zuspitzt.
Fest steht: Die Auseinandersetzung im Südlibanon ist noch lange nicht beendet.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF
Artikel veröffentlicht am: Montag, 13. April 2026