81 Prozent der Israelis unterstützen Angriffe auf Iran
Eine neue Umfrage zeigt eine außergewöhnlich breite Unterstützung für die Militärschläge gegen den Iran. Die Mehrheit der Bevölkerung steht hinter der Operation und viele erwarten eine deutliche Schwächung des iranischen Regimes.

Die israelische Bevölkerung steht mit bemerkenswerter Geschlossenheit hinter den aktuellen Militärschlägen gegen den Iran. Laut einer aktuellen Umfrage des Institute for National Security Studies unterstützen 81 Prozent der Israelis die Operation Roaring Lion, mit der Israel gemeinsam mit den Vereinigten Staaten iranische militärische Infrastruktur angreift.
Die Zahlen zeigen eine ungewöhnlich klare politische Stimmung im Land. Zwei Tage nach Beginn der Operation befürwortet eine große Mehrheit der Bevölkerung die militärischen Maßnahmen. Besonders deutlich wird dies bei der Frage nach den langfristigen Zielen der Kampagne. 63 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Operation fortzuführen, bis das iranische Regime fällt.
Für Israel ist diese breite Unterstützung politisch von enormer Bedeutung. Militärische Operationen gegen ein Land wie den Iran sind komplex, riskant und können sich über längere Zeiträume erstrecken. Ohne eine stabile Zustimmung der Bevölkerung wäre eine solche Strategie kaum durchzuhalten.
Die Umfrage wurde Anfang März unter mehr als 950 Menschen durchgeführt. Dabei nahmen sowohl hebräischsprachige als auch arabischsprachige Bürger Israels teil. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen politischen Lagern, aber selbst unter Wählern der Opposition bleibt die Unterstützung für den Einsatz hoch.
Unter Anhängern der Regierungskoalition liegt die Zustimmung bei nahezu geschlossenen 96 Prozent. Doch auch unter Oppositionswählern unterstützen immer noch 77 Prozent die Operation. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Bedrohung durch das iranische Raketenprogramm in Israel über parteipolitische Grenzen hinweg als ernstes Sicherheitsproblem wahrgenommen wird.
Ein großer Teil der Bevölkerung versteht nach eigenen Angaben auch das Ziel der militärischen Kampagne. 77 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten ein klares Bild davon, was die Operation erreichen soll. Dabei geht es in erster Linie um die Zerstörung iranischer Raketenkapazitäten und die Schwächung militärischer Strukturen, die Israel bedrohen.
Einige Israelis gehen sogar davon aus, dass die militärischen Angriffe zu einem politischen Umbruch im Iran führen könnten. Rund 22 Prozent der Befragten halten es für möglich, dass das iranische Regime durch den militärischen Druck zusammenbricht. Die Mehrheit bleibt in dieser Frage jedoch vorsichtiger und sieht die Operation eher als Mittel, um die militärischen Fähigkeiten Teherans zu begrenzen.
Auch beim iranischen Atomprogramm erwarten viele Israelis konkrete Auswirkungen. 63 Prozent gehen davon aus, dass die Angriffe das Nuklearprogramm des Iran erheblich beschädigen werden. Innerhalb dieser Gruppe glauben 46 Prozent, dass dies in großem Umfang geschieht, während 17 Prozent sogar davon ausgehen, dass das Programm vollständig zerstört werden könnte.
Die Erwartungen unterscheiden sich erneut stark nach politischer Zugehörigkeit. Unter Wählern der Regierungsparteien glauben 84 Prozent, dass das Atomprogramm massiv beschädigt wird. Unter Anhängern der Opposition teilen 48 Prozent diese Einschätzung.
Nur etwa ein Viertel der Befragten glaubt, dass die Angriffe das iranische Atomprogramm nur gering oder gar nicht beeinträchtigen werden.
Auch über die mögliche Dauer der militärischen Operation gibt es relativ klare Erwartungen. 82 Prozent der Israelis rechnen damit, dass die Kampagne höchstens einen Monat dauern wird. Innerhalb dieser Gruppe erwarten 17 Prozent sogar ein sehr kurzes Zeitfenster von nur wenigen Tagen.
Die Umfrage zeigt jedoch auch die Belastung, unter der die israelische Gesellschaft während des Konflikts steht. Zwar hat sich die allgemeine Einschätzung der nationalen Sicherheitslage leicht verbessert. 38 Prozent der Befragten bewerten Israels Sicherheitslage derzeit als gut oder sehr gut. In der Woche zuvor lag dieser Wert noch bei 30 Prozent.
Gleichzeitig hat sich das persönliche Sicherheitsgefühl vieler Menschen verschlechtert. Der Anteil der Israelis, die sich sehr sicher fühlen, sank von 30 auf 26 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil derjenigen, die ein niedriges Sicherheitsgefühl angeben, von 24 auf 32 Prozent.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges. 57 Prozent der Befragten befürchten eine weitere militärische Eskalation in der Region. Dennoch liegt dieser Wert deutlich unter den 70 Prozent, die zu Beginn der großen militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und Iran im Juni 2025 gemessen wurden.
Trotz der angespannten Lage zeigt die Umfrage auch eine hohe Zuversicht in die Widerstandsfähigkeit der israelischen Gesellschaft. 62 Prozent glauben, dass die Bevölkerung des Landes mindestens einen Monat lang unter Kriegsbedingungen durchhalten kann.
Besonders deutlich zeigt sich diese Anpassung bei den Abläufen im Alltag. 91 Prozent der Befragten gaben an, dass die Anweisungen des Heimatschutzkommandos während Raketenalarmen klar und verständlich seien. Zu Beginn der Operation lag dieser Wert noch deutlich niedriger.
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass Israel sich in einer Phase befindet, in der Sicherheitsfragen erneut das politische Denken dominieren. Die breite Unterstützung für militärische Maßnahmen gegen den Iran spiegelt eine tief verankerte Wahrnehmung wider: Viele Israelis sehen in den iranischen Raketenprogrammen und militärischen Strukturen eine existenzielle Bedrohung für ihr Land.
Autor: David Goldberg
Bild Quelle: By מקף־עברי - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=185205308
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 4. März 2026