Nach Hamas-Anschlag: Israels Armee startet mehrtägige Anti-Terror-Operation in Hebron

Nach Hamas-Anschlag: Israels Armee startet mehrtägige Anti-Terror-Operation in Hebron


Israel setzt seine angekündigten Maßnahmen gegen terroristische Netzwerke um. Armee und Inlandsgeheimdienst Schin Bet durchsuchen das Gebiet um Hebron, während Sicherheitskräfte auch in Dschenin und Nablus gegen Terrorstrukturen vorgehen.

Nach Hamas-Anschlag: Israels Armee startet mehrtägige Anti-Terror-Operation in Hebron
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Nach dem tödlichen HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Anschlag vom Freitag hat IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen in der Nacht zum Samstag eine mehrtägige Anti-Terror-Operation im Raum Hebron begonnen. Die israelischen Streitkräfte, der Inlandsgeheimdienst Schin Bet und die Grenzpolizei suchen nach Waffen, TerrorzellenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und Infrastruktur, die für weitere Anschläge genutzt werden könnte.

Die Operation konzentriert sich nach einer gemeinsamen Mitteilung der Sicherheitsbehörden auf das Gebiet, aus dem die beiden Attentäter stammten. Dutzende Verdächtige werden überprüft und verhört. Bewohner können den Einsatzbereich über drei festgelegte Kontrollpunkte verlassen, müssen sich dort jedoch Sicherheitsüberprüfungen unterziehen.

Parallel laufen nach israelischen Medienberichten Einsätze in Dschenin und Nablus. Auch aus Kafr Aqab bei JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und Tammun in SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen werden Aktivitäten der Sicherheitskräfte gemeldet. Dabei geht es insbesondere um Waffenfunde und Festnahmen mutmaßlicher Terroristen.

Auslöser war der Anschlag vom 23. Oktober am Verkehrsknotenpunkt Judea Junction nahe Hebron. Zwei bewaffnete Terroristen eröffneten aus einem Fahrzeug das Feuer auf israelische Soldaten. Ron Yonatan Roytman (23) und Yuval Shai Svilem (20) wurden getötet, drei weitere Soldaten verletzt. Beide Angreifer kamen bei dem anschließenden Feuergefecht ums Leben.

Nach Einschätzung der israelischen Armee wollten die Terroristen ursprünglich über die Kreuzung hinausfahren und auf der stark befahrenen Straße 35 einen größeren Anschlag verüben. Die Konfrontation mit den Soldaten verhinderte demnach einen Angriff auf weitere Verkehrsteilnehmer.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ordnete anschließend die Abriegelung Hebrons an und ließ eine umfassendere Sperrung von Judäa und Samaria vorbereiten. Zudem kündigte er umfangreiche Festnahmen an.

Bereits am Freitag waren Sicherheitskräfte in Hebron und Halhul vorgerückt, hatten Straßensperren errichtet und Häuser der Attentäter sowie weiterer Verdächtiger durchsucht.

Die Armee meldete außerdem, bei Einsätzen in Judäa und Samaria innerhalb der vergangenen Woche mehr als 70 gesuchte Personen festgenommen zu haben. Darunter sollen sich Personen mit Verbindungen zur Hamas und zum Islamischen Dschihad befinden. Beschlagnahmt wurden nach Militärangaben unter anderem Schusswaffen und vier Sprengsätze.

Der inzwischen begonnene Einsatz in Hebron ist zunächst auf mehrere Tage angelegt. Er ist von der weitergehenden Großoperation zu unterscheiden, die Netanjahu nach dem Anschlag angekündigt hatte. Eine Umsetzung dieser umfassenderen Pläne in vollem Umfang ist bislang nicht bestätigt.

Mit den gezielten Durchsuchungen und Festnahmen will Israel verhindern, dass bestehende Terrornetzwerke weitere Anschläge gegen Soldaten und Zivilisten vorbereiten können. Die Maßnahmen treffen zugleich die Bewegungsfreiheit der Bewohner in den betroffenen Gebieten.

Die israelische Armeeführung bezeichnet die Einsätze als Teil einer fortgesetzten Strategie, terroristische Infrastruktur aufzuspüren und Anschläge möglichst schon während ihrer Vorbereitung zu verhindern.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 24. Oktober 2026

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