Terrorist rammt Einsatzfahrzeug auf Highway 443: IDF-Soldat schwer verletzt
Ein Terrorist ist am Maccabim-Kontrollpunkt auf Highway 443 in ein israelisches Einsatzfahrzeug gerast. Ein IDF-Soldat wurde schwer verletzt und nach Jerusalem gebracht. Soldaten erschossen den Angreifer noch am Tatort.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Ein IDF-Soldat ist am Mittwochnachmittag bei einem Rammanschlag auf Highway 443 schwer verletzt worden. Der Terrorist griff am Maccabim-Kontrollpunkt, der auch als Bell-Kontrollpunkt bezeichnet wird, ein Einsatzfahrzeug der israelischen Polizei an. Nach Angaben der Polizei gehörte der Wagen zum Bezirk Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen.
In dem Fahrzeug befanden sich ein Polizist und ein Soldat, die gemeinsam an einem Einsatz beteiligt waren. Der Soldat erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen. Rettungskräfte versorgten ihn zunächst am Tatort, anschließend wurde er in das Shaare-Zedek-Krankenhaus in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen gebracht. Sein Zustand wurde nach den ersten Berichten als schwer und zunächst instabil beschrieben.
Der Terrorist wurde unmittelbar nach dem Angriff von IDF-Soldaten erschossen, die sich in der Nähe befanden. Hinweise darauf, dass weitere Angreifer beteiligt waren, lagen zunächst nicht vor.
Nach Angaben von United Hatzalah unterstützten Rettungskräfte gemeinsam mit medizinischen Teams der Armee die Versorgung des schwer verletzten Soldaten. Er benötigte unter anderem Atemunterstützung, Medikamente sowie die Versorgung seiner Verletzungen, bevor er ins Krankenhaus transportiert werden konnte.
Highway 443 wurde nach dem Anschlag zwischen dem Maccabim-Kontrollpunkt und Beit Horon in beiden Richtungen gesperrt. Sicherheitskräfte sicherten den Tatort und begannen mit den Ermittlungen zum Ablauf des Angriffs.
Einer der wichtigsten Verkehrswege zwischen Jerusalem und Zentralisrael
Der Anschlagsort besitzt erhebliche Bedeutung. Highway 443 verbindet den Raum Jerusalem über Modi'in mit Zentralisrael und wird täglich von zahlreichen israelischen Zivilisten und Sicherheitskräften genutzt. Teile der Straße verlaufen durch Judäa und Samaria.
Kontrollpunkte wie Maccabim gehören deshalb zu den Orten, an denen israelische Sicherheitskräfte besonders wachsam sein müssen. Fahrzeuge können sich mit hoher Geschwindigkeit nähern und innerhalb weniger Sekunden selbst zur Waffe werden.
Genau dieses Angriffsmuster wird seit Jahren immer wieder von palästinensischen Terroristen genutzt. Fahrzeuge benötigen keine komplizierte Vorbereitung, keine Schusswaffen und keinen Sprengstoff. Der Täter kann einen gewöhnlichen Pkw oder Lastwagen innerhalb eines Augenblicks in eine tödliche Waffe verwandeln.
Dass die Gefahr am Maccabim-Kontrollpunkt keineswegs theoretisch ist, zeigt die Geschichte dieses Ortes.
Am 31. August 2023 raste ein palästinensischer Terrorist dort mit einem Lastwagen in eine Gruppe von Menschen. Der 20-jährige IDF-Soldat Maksym Molchanov wurde getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der Terrorist versuchte anschließend zu fliehen und wurde später von israelischen Sicherheitskräften erschossen.
Auch im November 2022 war der Bell-Kontrollpunkt bereits Ziel eines Rammanschlags. Damals wurde ein IDF-Offizier schwer verletzt. Der Terrorist stieg nach dem Zusammenstoß aus seinem Fahrzeug und versuchte nach Angaben der Armee, den Offizier mit einer Axt anzugreifen. Trotz seiner Verletzungen erschoss der Offizier den Täter.
Der heutige Angriff trifft damit einen Ort, der bereits mehrfach zum Ziel terroristischer Gewalt geworden ist.
Neuer Anschlag wenige Stunden nach Zwischenfall bei Hebron
Der Terroranschlag auf Highway 443 ereignete sich nur wenige Stunden nach einem anderen schweren Vorfall im südlichen Judäa.
Dort sollen zwei PalästinenserPalästinenser: Herkunft, Begriffswandel und politische IdentitätPalästinenser bezeichnet heute meist palästinensische Araber mit eigener nationaler Identität. In der Mandatszeit konnte der Begriff jedoch allgemein Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina meinen, auch Juden.Mehr lesen im Raum Hebron versucht haben, einen israelischen Farmbesitzer mit einem Fahrzeug zu überfahren. Der Israeli eröffnete das Feuer und verletzte einen der Männer am Bein. Anders als beim Angriff auf Highway 443 war der Hintergrund dieses Vorfalls am Nachmittag jedoch noch nicht abschließend geklärt. Israelische Berichte bezeichneten die Beteiligten teilweise als Schmuggler, während ein möglicher terroristischer Hintergrund untersucht wurde.
Beide Ereignisse dürfen deshalb nicht miteinander vermischt werden.
Beim Maccabim-Kontrollpunkt besteht diese Unsicherheit nicht mehr. Israelische Armee und Polizei behandeln den Angriff als Terroranschlag.
Er reiht sich zugleich in eine angespannte Sicherheitslage in Judäa und Samaria ein. Erst in den vergangenen Wochen kam es zu mehreren Messer-, Schusswaffen- und Fahrzeugangriffen auf Israelis. Anfang September wurde ein Israeli auf der Farm Maoz Yehuda in Samaria niedergestochen. Der Terrorist floh zunächst und wurde später von israelischen Soldaten erschossen, nachdem er auch sie mit einem Messer angegriffen hatte.
Im Juni waren am Gusch-Etzion-Knotenpunkt zwei Mädchen bei einem Rammanschlag verletzt worden, eines davon schwer. Auch dort wurde der Terrorist noch am Tatort gestoppt.
Für die israelischen Sicherheitskräfte zeigt der Anschlag auf Highway 443 erneut das besondere Problem solcher Attacken: Zwischen gewöhnlichem Verkehr und einem terroristischen Angriff liegen mitunter nur wenige Sekunden.
Am Mittwoch reichten diese Sekunden aus, um einen Soldaten schwer zu verletzen.
Der Terrorist kam nicht weiter.
Die Soldaten am Kontrollpunkt erschossen ihn noch am Tatort.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 23. September 2026