USA ziehen nahezu gesamtes JASSM-ER Arsenal für Angriffe auf Iran zusammen
Washington greift tief in seine Waffenbestände und verlagert moderne Marschflugkörper aus anderen Regionen in den Einsatzraum. Die Zahlen zeigen, wie intensiv dieser Krieg geführt wird und wie hoch die verbleibenden Risiken sind.

Trotz schwerer Verluste bleibt der Iran militärisch aktiv. Die USA reagieren mit mehr Distanzschlägen, größerem Materialeinsatz und einer deutlichen Ausweitung ihrer Optionen.
Die Vereinigten Staaten bereiten sich darauf vor, einen Großteil ihrer verfügbaren JASSM-ER Marschflugkörper für Angriffe auf Ziele im Iran bereitzustellen. Diese Entscheidung fällt nicht im luftleeren Raum, sondern ist die direkte Folge eines Krieges, der sich nach Wochen intensiver Gefechte keineswegs dem Ende nähert.
Bereits in den ersten vier Wochen wurden mehr als 1.000 dieser weitreichenden Marschflugkörper eingesetzt. Diese Zahl ist zentral, weil sie verdeutlicht, wie stark Washington auf Distanzwaffen setzt, um militärische Infrastruktur im Iran zu treffen, ohne Piloten dauerhaft einem hohen Risiko auszusetzen. Zusätzlich wurden Dutzende weitere Raketen in anderen Operationen verwendet, was die Belastung der Bestände weiter erhöht.
Die JASSM-ER Systeme werden von Flugzeugen wie der B-52, der B-1B sowie von Kampfflugzeugen gestartet. Sie erlauben Angriffe aus großer Entfernung und gelten als schwer abzufangen. Genau deshalb stehen sie im Mittelpunkt der aktuellen Einsatzplanung. Dass nun Raketen aus Beständen abgezogen werden, die ursprünglich für andere Regionen vorgesehen waren, zeigt die klare Prioritätensetzung der USA.
Gleichzeitig geben die Produktionszahlen einen Einblick in die langfristige Dimension dieses Krieges. Seit 2009 wurden mehr als 6.200 JASSM-Raketen finanziert. Für das Jahr 2026 ist die Produktion von 396 neuen JASSM-ER vorgesehen, mit der Möglichkeit, die Fertigung bei voller Auslastung auf bis zu 860 pro Jahr zu steigern. Diese Zahlen machen deutlich, dass selbst für eine militärische Supermacht die Versorgung mit moderner Präzisionsmunition kein unbegrenztes Gut ist.
Zwischen Einsatzdruck und Verlusten
Trotz intensiver Angriffe bleibt die Lage riskant. In den vergangenen Tagen wurden ein amerikanisches F-15E Kampfflugzeug sowie ein A-10 Erdkampfflugzeug abgeschossen. Auch Rettungshubschrauber wurden beschädigt. Diese Vorfälle zeigen, dass die iranische Luftabwehr weiterhin in der Lage ist, empfindliche Verluste zu verursachen, selbst nachdem Teile ihrer Systeme zerstört wurden.
Gleichzeitig deutet die verstärkte Nutzung von Bombern wie der B-52 darauf hin, dass sich die Einsatzbedingungen verändert haben. Offenbar ist es in bestimmten Bereichen möglich geworden, auch weniger aufwendige Munition einzusetzen. Dennoch bleibt die Abhängigkeit von Distanzwaffen bestehen, weil das Risiko im direkten Luftraum weiterhin hoch ist.
Parallel dazu baut Washington seine militärische Präsenz weiter aus. Bodentruppen, darunter Marineeinheiten und Fallschirmjäger, werden in die Region verlegt. Gleichzeitig wird über mögliche Operationen gegen zentrale wirtschaftliche Einrichtungen des Iran diskutiert, insbesondere gegen wichtige Ölterminals. Eine Entscheidung darüber ist bislang nicht gefallen, doch die Vorbereitung zeigt die strategische Bandbreite.
Die Aussagen von Präsident Donald Trump unterstreichen die politische Linie. Seine Ankündigung, den Iran massiv zurückzudrängen, bleibt bewusst offen. Sie signalisiert Entschlossenheit, ohne konkrete Schritte festzulegen.
Auch die Zahlen zur iranischen Seite sind entscheidend für das Gesamtbild. Mehr als 1.600 ballistische Raketen sowie rund 4.000 Marschflugkörper wurden im Verlauf des Krieges eingesetzt. Gleichzeitig gelang es iranischen Kräften, mehr als ein Dutzend amerikanischer MQ-9 Drohnen abzuschießen. Trotz schwerer Verluste ist ein erheblicher Teil der militärischen Fähigkeiten weiterhin vorhanden.
Die Verteidigung gegen diese Angriffe zeigt eine weitere Dimension. Allein zur Abwehr ballistischer Raketen wären mehrere tausend Abfangsysteme erforderlich. Die derzeitige Produktion liegt deutlich darunter, soll aber in den kommenden Jahren stark erhöht werden. Auch andere Systeme wie Tomahawk-Marschflugkörper wurden in großer Zahl eingesetzt, wobei Tausende weiterhin in den Beständen vorhanden sind.
Die Entscheidung der USA, nun einen Großteil ihrer verfügbaren JASSM-ER Systeme für diesen Krieg bereitzustellen, ist daher keine kurzfristige Maßnahme. Sie ist Ausdruck einer strategischen Einschätzung, dass dieser Konflikt weiter an Intensität gewinnen kann und langfristige Ressourcen erfordert.
Für Israel ist diese Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Die enge militärische Kooperation mit den Vereinigten Staaten erweitert die eigenen Möglichkeiten erheblich. Gleichzeitig bleibt klar, dass der Iran trotz aller Schläge nicht handlungsunfähig ist. Ein Teil seiner Abschusssysteme und Raketenbestände ist weiterhin einsatzbereit.
Dieser Krieg wird deshalb nicht durch einzelne Angriffe entschieden. Er entwickelt sich zu einem Konflikt, in dem industrielle Kapazitäten, Nachschub und politische Entscheidungen eine ebenso große Rolle spielen wie militärische Operationen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Von US Air Force - http://www.deagel.com/library2/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3753905
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 5. April 2026