Israel verlagert Angriffe auf Irans Wirtschaft und erklärt militärische Hauptziele als weitgehend erreicht
Mehr als 13.000 Bomben, zerstörte Raketenstellungen und getötete Spitzenfunktionäre. Jetzt rückt die wirtschaftliche Basis des Regimes in den Mittelpunkt.

Israel hat eine neue Phase im Krieg gegen den Iran eingeleitet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind die ursprünglich definierten militärischen Ziele weitgehend erreicht. Die Strategie wird nun bewusst verschoben. Statt primär militärische Infrastruktur anzugreifen, rückt die wirtschaftliche Grundlage des iranischen Regimes in den Fokus.
Die Zahlen zeigen die Dimension dieser Entwicklung. Seit Beginn des Krieges hat die israelische Luftwaffe hunderte Angriffswellen geflogen und dabei mehr als 13.000 Bomben auf Ziele im Iran abgeworfen. Getroffen wurden Luftabwehrsysteme, Raketenabschussanlagen, Waffenfabriken, militärische Hauptquartiere und Teile des Atomprogramms.
Zugleich wurden zahlreiche hochrangige Funktionäre des Regimes ausgeschaltet. Dazu gehören unter anderem der frühere Oberste Führer sowie führende Kommandeure der Revolutionsgarden.
Nach Einschätzung israelischer Sicherheitskreise ist damit ein zentraler Teil der militärischen Fähigkeiten des Iran deutlich geschwächt worden. Insbesondere Produktionskapazitäten für Waffen sollen um Jahre zurückgeworfen sein.
Strategiewechsel mit klarer Zielsetzung
Mit dem Erreichen dieser Phase folgt nun der nächste Schritt. Die politische Führung in Jerusalem hat die Armee angewiesen, gezielt wirtschaftliche Ziele anzugreifen.
Ziel ist es, die finanzielle Grundlage des Regimes zu treffen und damit den Druck von innen zu erhöhen. Es geht nicht mehr nur darum, militärische Bedrohungen zu reduzieren, sondern die Stabilität des Systems selbst zu erschüttern.
Konkrete Beispiele zeigen diese Linie bereits. Israel hat zentrale Gasinfrastruktur im Süden des Iran angegriffen. Zudem wurden zwei der größten Stahlwerke des Landes getroffen. Diese Anlagen sind nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern auch eng mit der militärischen Industrie verbunden.
Auffällig ist, dass solche Angriffe teilweise nicht offiziell kommentiert wurden. Das deutet auf eine bewusste Zurückhaltung hin, während die Strategie gleichzeitig konsequent umgesetzt wird.
Atomprogramm bleibt unter US-Führung
Ein zentraler Bereich bleibt weiterhin unter amerikanischer Führung. Die Bekämpfung des iranischen Atomprogramms wird primär von den USA vorangetrieben.
Dabei geht es auch um die Kontrolle über mehr als 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran. Nach israelischen Angaben reicht diese Menge theoretisch für bis zu 11 Kernwaffen.
Israel liefert in diesem Bereich vor allem Aufklärung und operative Unterstützung, während Washington die strategische Führung übernimmt.
Wirtschaftlicher Druck als entscheidender Hebel
Der Übergang zu wirtschaftlichen Zielen ist kein Zufall. Militärische Erfolge allein führen nicht automatisch zum Zusammenbruch eines Regimes.
Durch gezielte Angriffe auf Industrie, Energieversorgung und Infrastruktur soll der wirtschaftliche Druck erhöht werden. Gleichzeitig wächst die Belastung für die Bevölkerung und die staatlichen Strukturen.
Diese Strategie zielt darauf ab, Bedingungen zu schaffen, unter denen interne Spannungen im Iran zunehmen könnten. Ob dies tatsächlich zu politischen Veränderungen führt, bleibt offen.
Nächste Phase bereits geplant
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind weitere Angriffe auf wirtschaftliche Ziele bereits in Vorbereitung.
Parallel dazu arbeiten die USA daran, die Straße von Hormus wieder vollständig zu öffnen. Diese Route ist entscheidend für den globalen Energiehandel. Israel unterstützt diese Bemühungen mit Geheimdienstinformationen, insbesondere zu strategischen Punkten wie der Insel Kharg.
Der Krieg tritt damit in eine neue Phase ein. Militärische Dominanz wird zunehmend durch wirtschaftlichen Druck ergänzt.
Für Israel bedeutet das eine langfristige Strategie. Es geht nicht nur um kurzfristige Sicherheit, sondern um die nachhaltige Schwächung eines Gegners, der über Jahre hinweg eine zentrale Bedrohung aufgebaut hat.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 31. März 2026