Israel bereitet massive Bodenoffensive im Südlibanon gegen Hisbollah vor


Nach hunderten Raketen auf Nordisrael bereitet die israelische Armee eine weitreichende militärische Entscheidung vor. Ziel ist es, die Hisbollah dauerhaft aus dem Grenzgebiet zu verdrängen und ihre militärische Infrastruktur zu zerstören.

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Israel bereitet nach Angaben amerikanischer und israelischer Sicherheitskreise eine groß angelegte Bodenoperation im Südlibanon vor. Die Offensive soll die Terrororganisation Hisbollah aus dem gesamten Grenzgebiet verdrängen und ihre militärischen Stellungen systematisch zerstören.

Nach Informationen aus Regierungs- und Militärkreisen zielt der Plan darauf ab, das gesamte Gebiet südlich des Litani River unter militärische Kontrolle zu bringen. Dieser Fluss durchquert den Südlibanon von Osten nach Westen und gilt seit Jahren als strategische Grenze für die Präsenz der Hisbollah.

Die Entscheidung für eine mögliche Bodenoffensive reifte nach einer dramatischen Eskalation der Angriffe auf Israel. In dieser Woche feuerte die Hisbollah mehr als 200 Raketen auf Nordisrael. Gleichzeitig griff Iran Israel mit ballistischen Raketen an. Für die israelische Führung gilt dieser koordinierte Angriff als Wendepunkt im Krieg.

Ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter erklärte, Israel habe lange versucht, die Situation im Libanon einzudämmen und sich militärisch auf Iran zu konzentrieren. Nach der jüngsten Angriffswelle sei jedoch klar geworden, dass eine groß angelegte militärische Operation unvermeidbar werden könnte.

Militärisches Ziel: Sicherheitszone und Zerstörung der Hisbollah-Strukturen

Das strategische Ziel der Operation ist eindeutig. Israel will die militärische Infrastruktur der Hisbollah in den Grenzdörfern zerstören und die Kämpfer der Organisation weit nach Norden zurückdrängen.

Die Terrororganisation hat im Südlibanon über viele Jahre ein dichtes Netz aus Bunkern, Raketenstellungen und Waffenlagern aufgebaut. Diese Infrastruktur befindet sich häufig direkt in Wohngebieten.

Israelische Sicherheitskreise erklärten, dass die Armee ähnliche Methoden anwenden werde wie zuvor im Gazastreifen. Dabei sollen Tunnel, Waffenlager und Raketenstellungen systematisch zerstört werden.

Die Operation würde außerdem eine territoriale Komponente haben. Israel könnte Teile des Südlibanon vorübergehend kontrollieren, um eine neue Sicherheitszone zu schaffen und die israelischen Gemeinden entlang der Grenze dauerhaft zu schützen.

Große Truppenbewegungen an der Nordfront

Der Generalstabschef der israelischen Armee, Eyal Zamir, ordnete bereits eine deutliche Verstärkung der Streitkräfte im Norden an.

Mehrere reguläre Verbände wurden in das Nordkommando verlegt, darunter Einheiten der 98. Division mit Brigadekampfgruppen und Pionierbataillonen.

Parallel dazu mobilisiert die Armee Reservisten. Einheiten der 252. Division sollen im Gazastreifen stationiert werden, um dort eingesetzte reguläre Truppen abzulösen. Diese Kräfte werden anschließend an die libanesische Front verlegt.

Zusätzlich verlängert das Militär den Einsatz mehrerer Reservebataillone im zentralen Einsatzgebiet.

Evakuierungsaufrufe im Südlibanon

Die israelische Armee hat außerdem tausende Bewohner im Südlibanon aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich in sicherere Gebiete zu begeben.

Die Warnungen richten sich vor allem an Bewohner von Dörfern, in denen Hisbollah ihre militärische Infrastruktur aufgebaut hat. Israel wirft der Terrororganisation vor, Waffenlager und Raketenstellungen bewusst in zivilen Gebäuden zu platzieren.

Diese Strategie zwingt die Armee regelmäßig dazu, militärische Ziele in dicht besiedelten Gebieten anzugreifen.

Unterstützung aus Washington

Nach Angaben amerikanischer Regierungsvertreter unterstützt Washington die israelischen Pläne grundsätzlich. Präsident Donald Trump habe Israel signalisiert, dass es das Recht habe, die Raketenangriffe aus dem Libanon zu stoppen.

Die amerikanische Regierung hat jedoch darum gebeten, bei möglichen Operationen wichtige nationale Infrastruktur des Libanon zu verschonen, insbesondere den internationalen Flughafen von Beirut.

Israelische Vertreter erklärten, man werde militärische Entscheidungen weiterhin mit den Vereinigten Staaten abstimmen, sich jedoch keine generelle Einschränkung auferlegen lassen.

Erste Angriffe auf Infrastruktur

Ein mögliches Zeichen für eine Ausweitung der militärischen Strategie gab es bereits in dieser Woche.

Die israelische Luftwaffe zerstörte eine Brücke über den Litani-Fluss zwischen den Orten Zrarieh und Tayr Falsay. Nach Angaben der Armee nutzte die Hisbollah diese Verbindung, um Kämpfer und Waffen aus dem Norden in den Südlibanon zu verlegen.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, weitere Angriffe auf Infrastruktur seien möglich.

Er warf der libanesischen Regierung vor, ihre Verpflichtung nicht erfüllt zu haben, die Hisbollah südlich des Litani-Flusses zu entwaffnen.

Hisbollah kündigt langen Krieg an

Der Generalsekretär der Hisbollah, Naim Qassem, erklärte in einer Fernsehansprache, seine Organisation sei auf einen langen Krieg vorbereitet.

Israel werde auf dem Schlachtfeld überrascht werden, sagte er.

Die Angriffe auf Israel dauern unterdessen an. Auch am Samstag feuerten Hisbollah-Einheiten Raketen und Drohnen auf israelische Gemeinden nahe der Grenze ab.

Diplomatische Kontakte im Hintergrund

Parallel zu den militärischen Vorbereitungen laufen weiterhin diplomatische Kontakte.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, er sei zu direkten Gesprächen mit Israel bereit. Bislang habe er jedoch keine Antwort aus Jerusalem erhalten.

Die Vereinigten Staaten versuchen gleichzeitig, diplomatische Kanäle offenzuhalten. Washington strebt langfristig ein umfassendes Abkommen an, das den formellen Kriegszustand zwischen Israel und dem Libanon beenden könnte.

Ob diese Gespräche eine Eskalation verhindern können, ist jedoch unklar. Sollte die geplante Bodenoffensive beginnen, würde der Krieg im Libanon eine neue und deutlich gefährlichere Phase erreichen.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By IDF Spokesperson

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 14. März 2026

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