Israelische Armee meldet: Jede zweite iranische Rakete enthält Streumunition


Neue Daten der israelischen Streitkräfte zeigen eine deutliche Veränderung der iranischen Angriffsstrategie. Rund fünfzig Prozent der ballistischen Raketen, die derzeit auf Israel abgefeuert werden, tragen Streumunition.

haOlam-News.de - Nachrichten aus Israel, Deutschland und der Welt.

Diese Waffen verteilen zahlreiche Sprengkörper über große Flächen und erhöhen damit die Gefahr für Städte und zivile Infrastruktur.

Die israelische Armee hat neue Details über die iranischen Raketenangriffe veröffentlicht. Nach Angaben des Heimatschutzkommandos enthalten etwa fünfzig Prozent der ballistischen Raketen, die Iran im aktuellen Krieg gegen Israel einsetzt, Streumunition.

Diese Entwicklung markiert eine deutliche Veränderung im Vergleich zu früheren militärischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Staaten. Während im Krieg des Jahres 2025 nur vereinzelt Raketen mit solchen Sprengköpfen eingesetzt wurden, scheint Iran diese Methode nun deutlich häufiger zu verwenden.

Ballistische Raketen aus Iran tragen normalerweise einen einzelnen großen Sprengkopf. Dieser enthält meist zwischen 500 und 1.000 Kilogramm Sprengstoff. Eine solche Rakete trifft in der Regel ein einzelnes Ziel und verursacht massive Schäden am Einschlagsort sowie in der unmittelbaren Umgebung.

Streumunition funktioniert nach einem anderen Prinzip. Der Sprengkopf enthält in diesem Fall viele kleinere Bomben. Diese lösen sich während des Fluges aus der Rakete und verteilen sich über ein großes Gebiet.

Nach Angaben der israelischen Armee können sich die einzelnen Sprengkörper über eine Fläche von bis zu zehn Quadratkilometern verteilen. Jede dieser kleinen Bomben enthält mehrere Kilogramm Sprengstoff und kann Gebäude beschädigen oder Menschen töten.

Der Schaden eines einzelnen Sprengkörpers ist meist geringer als der eines großen Sprengkopfes. Dennoch bleibt die Gefahr erheblich. Mehrere Treffer in einem Wohngebiet können schwere Schäden verursachen und viele Menschen gleichzeitig gefährden.

Besonders problematisch ist diese Art von Rakete auch für die Luftabwehr. Wenn ein Abfangsystem eine Rakete trifft, kann der Sprengkopf bereits in der Luft auseinanderbrechen. Die einzelnen Sprengkörper fallen dann an verschiedenen Orten herab und können mehrere Einschläge gleichzeitig verursachen.

Große Warnzonen bei Raketenalarm

Die neue iranische Strategie erklärt auch ein Phänomen, das in Israel in den vergangenen Tagen häufig zu beobachten war. Mehrfach wurden sehr große Teile des Landes durch Sirenen alarmiert, obwohl teilweise nur eine einzelne Rakete gestartet worden war.

Das Heimatschutzkommando der israelischen Armee erklärte, dass diese Vorgehensweise bewusst gewählt wurde. Nach jedem Raketenstart analysiert ein spezielles System die Flugbahn des Geschosses und berechnet mögliche Einschlagsgebiete.

Dieser Algorithmus erstellt ein sogenanntes Gefahrenpolygon. Innerhalb dieses Bereichs werden Sirenen ausgelöst, damit Menschen rechtzeitig Schutzräume erreichen können.

Bei Raketen mit Streumunition muss dieses Gebiet deutlich größer sein. Da sich viele einzelne Sprengkörper über eine breite Fläche verteilen können, reicht eine Warnung für eine einzelne Stadt oft nicht aus.

Die israelische Armee betont, dass der Schutz von Menschenleben oberste Priorität hat. Deshalb werden Warnungen im Zweifel eher großzügig ausgegeben.

Wenn es technisch möglich ist, werden Regionen mit sehr geringem Risiko aus den Alarmmeldungen herausgenommen. Gleichzeitig analysieren Militärs bei jedem Raketenstart auch die Art des Sprengkopfes und die mögliche Explosionskraft.

Für Israel bedeutet die zunehmende Nutzung von Streumunition eine zusätzliche Herausforderung. Während Luftabwehrsysteme weiterhin viele Raketen abfangen, bleibt das Risiko durch einzelne Sprengkörper bestehen.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Fire and Rescue Service

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 11. März 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.

Weitere interessante Artikel

Newsletter