Generalstabschef Zamir: Israel wird die gesamte schiitische Achse entmachten
Der Krieg gegen Iran hat eine neue Phase erreicht. Neben Teheran rückt nun auch die vollständige Ausschaltung der Hisbollah ins strategische Zentrum der israelischen Führung.

Der Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Eyal Zamir, erklärte am Dienstagabend bei einem Besuch in einem Luftverteidigungszentrum, Israel werde die gesamte schiitische Bedrohungsachse unter Führung Irans und der Hisbollah beseitigen. Seine Worte markieren eine deutliche strategische Erweiterung der aktuellen Militärdoktrin.
Zamir sprach von einer einheitlichen Achse, die über Jahre hinweg systematisch aufgebaut worden sei. Seit spätestens 2017 habe Iran versucht, Israel mit einem Ring aus bewaffneten Stellvertretern zu umgeben. Dieser sogenannte Ring aus Feuer sollte Israel militärisch schwächen und langfristig existenziell unter Druck setzen. Gemeint sind die iranischen Revolutionsgarden, die Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen in Syrien und im Irak sowie weitere verbundene Kräfte.
Nach den jüngsten Entwicklungen habe sich der Charakter der Auseinandersetzung verändert. Während zu Beginn der Operation vor allem die Schwächung des iranischen Regimes im Vordergrund stand, sei nun auch die endgültige Zerschlagung der Hisbollah als strategisches Ziel definiert. Die Organisation habe trotz der schweren Verluste im Konflikt 2023 und 2024 weiterhin militärische Fähigkeiten behalten, die eine dauerhafte Bedrohung für Nordisrael darstellen.
Zamir betonte, Israel sei stark genug, gleichzeitig auf zwei Hauptfronten zu kämpfen. Diese Aussage richtet sich sowohl an die israelische Öffentlichkeit als auch an regionale Akteure. Die Führung in Jerusalem signalisiert damit Entschlossenheit, die sicherheitspolitische Lage nicht nur temporär zu stabilisieren, sondern strukturell zu verändern.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Luftverteidigung. Zamir würdigte die Leistungen der entsprechenden Einheiten und hob die Bedeutung einer widerstandsfähigen Zivilgesellschaft hervor. Solange die Heimatfront geschützt werde und größere zivile Verluste ausblieben, könne das Militär seine operativen Ziele konsequent verfolgen.
Die Aussage des Generalstabschefs ist auch politisch bedeutsam. Sie unterstreicht, dass Israel den Konflikt nicht als isolierte Eskalation betrachtet, sondern als jahrzehntelang gewachsene strategische Konfrontation. Der Begriff schiitische Achse verweist auf ein ideologisch und militärisch vernetztes System, das von Teheran gesteuert wird und dessen erklärtes Ziel die Schwächung oder Beseitigung des jüdischen Staates ist.
Für Israel bedeutet das: Eine reine Abschreckung genügt nicht mehr. Die militärische Führung spricht offen davon, die strukturellen Grundlagen dieser Bedrohung zu zerschlagen. Ob dieses Ziel vollständig erreichbar ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist jedoch, dass Jerusalem den Konflikt nicht als kurzfristige Operation begreift, sondern als historischen Wendepunkt in der regionalen Sicherheitsarchitektur.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 4. März 2026