Israels Krieg gegen Iran zielt diesmal auf das Herz des Regimes


Die Angriffe reichen tiefer als je zuvor, die Führung des Regimes ist direkt im Visier, und selbst Experten sprechen nicht mehr von Abschreckung, sondern von einer historischen Entscheidung über die Zukunft des Iran und des gesamten Nahen Ostens.

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Der Krieg, den Israel derzeit gemeinsam mit den Vereinigten Staaten gegen das iranische Regime führt, ist kein weiterer begrenzter Schlag wie frühere Konfrontationen. Er ist größer, tiefer und gefährlicher. Vor allem aber verfolgt er ein Ziel, das weit über die reine Abschreckung hinausgeht. Es geht um die militärische, politische und strukturelle Zukunft der Islamischen Republik selbst.

Bereits die ersten Tage zeigen einen Unterschied, der in Teheran nicht mehr übersehen werden kann. Während des sogenannten Zwölf Tage Krieges im Juni 2025 konzentrierten sich die israelischen Angriffe auf ausgewählte militärische Einrichtungen und Raketenstellungen. Große Teile des iranischen Staatsgebiets, insbesondere im Süden und Südosten, blieben damals weitgehend unberührt. Heute ist das anders. Israelische und amerikanische Kampfflugzeuge greifen tief im Inneren des Landes an, in Regionen, die bisher als sicher galten. Dazu gehören die Provinzen Hormozgan am Persischen Golf, Sistan und Baluchestan im Südosten und Khuzestan im Südwesten, ein Gebiet von zentraler Bedeutung für die militärische und wirtschaftliche Infrastruktur des Regimes.

Diese geografische Ausweitung ist kein Zufall. Sie ist Teil einer strategischen Entscheidung. Israel greift nicht mehr nur die Symptome der Bedrohung an, sondern deren Ursprung. Raketenbasen, Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Einrichtungen der Revolutionsgarden werden systematisch zerstört. Ziel ist es, dem Regime die Fähigkeit zu nehmen, den Krieg fortzusetzen und seine Macht zu sichern.

Gleichzeitig hat sich auch die Reaktion des Iran grundlegend verändert. Während Teheran im Juni seine Angriffe fast ausschließlich gegen Israel richtete, versucht das Regime nun, den gesamten Nahen Osten in den Konflikt hineinzuziehen. Raketen und Drohnen trafen amerikanische Stützpunkte und mehrere arabische Staaten. Diese Strategie ist ein Versuch, den Preis für Israel und die Vereinigten Staaten zu erhöhen und sie zu einem Rückzug zu zwingen. Doch sie ist auch ein Zeichen der Verzweiflung. Denn sie zeigt, dass das Regime nicht mehr in der Lage ist, den Krieg allein gegen Israel zu führen.

Hinzu kommt eine Entwicklung, die das Regime noch stärker destabilisiert. Der Tod von Ali Khamenei hat ein Machtvakuum hinterlassen, das bis heute nicht vollständig geschlossen ist. Übergangsgremien versuchen, die Kontrolle zu behalten, doch ihre Existenz ist selbst ein Zeichen der Schwäche. Denn das politische System des Iran basiert auf einer zentralen Figur, dem Obersten Führer. Ohne diese Figur wird das gesamte System verwundbar.

Experten gehen davon aus, dass diese Situation zu internen Machtkämpfen führen kann. Verschiedene Fraktionen innerhalb des Regimes könnten versuchen, die Kontrolle zu übernehmen. Militärische Führer, politische Funktionäre und Mitglieder der Revolutionsgarden kämpfen möglicherweise nicht nur gegen Israel, sondern auch gegeneinander.

Gleichzeitig wächst der Druck aus der Bevölkerung. Seit Jahren leidet der Iran unter wirtschaftlicher Krise, internationaler Isolation und politischer Unterdrückung. Proteste wurden brutal niedergeschlagen, doch die Unzufriedenheit ist geblieben. Nun, da das Regime militärisch unter Druck steht, könnte sich diese Unzufriedenheit erneut entladen.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die militärische Realität. Israel und die Vereinigten Staaten verfügen über eine überwältigende technologische und operative Überlegenheit. Sie können Ziele im gesamten Iran erreichen, während das Regime Schwierigkeiten hat, seine militärische Infrastruktur zu schützen. Jeder weitere Angriff schwächt seine Fähigkeit, Widerstand zu leisten.

Für Israel ist dieser Krieg keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Seit Jahrzehnten droht das iranische Regime offen mit der Zerstörung des jüdischen Staates. Es hat Terrororganisationen bewaffnet, Raketen entwickelt und ein militärisches Netzwerk aufgebaut, das Israel von mehreren Seiten bedroht. Die aktuelle Operation ist der Versuch, diese Bedrohung dauerhaft zu beenden.

Dabei geht es nicht nur um militärische Ziele. Es geht um die strategische Zukunft der Region. Ein geschwächtes oder verändertes iranisches Regime würde das Gleichgewicht des Nahen Ostens grundlegend verändern. Staaten, die bisher unter dem Druck Teherans standen, könnten neue Wege gehen. Gleichzeitig könnte ein Machtvakuum neue Risiken schaffen.

Experten warnen, dass die kommenden Wochen entscheidend sein werden. Das Regime steht vor einer historischen Entscheidung. Es kann versuchen, den Krieg fortzusetzen und dabei seine eigene Existenz riskieren. Oder es kann einen Ausweg suchen, der seine Macht zumindest teilweise erhält.

Doch selbst wenn der Krieg bald endet, wird der Iran danach nicht mehr derselbe sein. Seine militärische Infrastruktur wurde schwer beschädigt. Seine Führung ist geschwächt. Und seine Verwundbarkeit ist sichtbar geworden.

Für Israel bedeutet dies einen Wendepunkt. Erstmals seit der Gründung des Staates steht nicht nur die Verteidigung gegen einzelne Angriffe im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit, die größte Bedrohung seiner Existenz grundlegend zu verändern.

Dieser Krieg ist kein weiterer Konflikt in einer langen Reihe. Er ist eine Entscheidung über die Zukunft.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 3. März 2026

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