Libanon fordert USA auf, Israel zu stoppen, während die IDF weiter Hisbollah-Ziele angreift
Während Israels Luftwaffe weiterhin militärische Infrastruktur im Libanon angreift, versucht Beirut hinter den Kulissen Washington zum Eingreifen zu bewegen. Gleichzeitig erklärt der libanesische Präsident, sein Land wolle sich mit eigenen Streitkräften von jeder fremden Präsenz befreien.

Israel setzt seine Angriffe gegen militärische Ziele im Libanon fort, um die anhaltende Bedrohung durch die Hisbollah einzudämmen. Während die israelische Armee handelt, läuft in Beirut eine intensive diplomatische Kampagne, deren Ziel nicht etwa die Entwaffnung der Terrororganisation ist, sondern die Einschränkung der israelischen Reaktion. Libanesische Vertreter haben sich in den vergangenen Tagen mit amerikanischen Diplomaten abgestimmt und fordern offen, Washington solle Israel bremsen. Diese Forderung offenbart ein grundlegendes Problem, das den Konflikt seit Jahren prägt. Statt die bewaffnete Hisbollah als Ursache der Instabilität zu benennen, wird der Fokus auf Israels Verteidigungsmaßnahmen gelegt.
Die aktuelle Lage steht im Zusammenhang mit einem Plan der libanesischen Armee, die Kontrolle über Gebiete nördlich des Litani-Flusses zu stärken und dort die Präsenz der Hisbollah einzuschränken. Diese Region gilt seit Jahren als strategischer Raum, in dem die vom Iran unterstützte Miliz ihre militärischen Fähigkeiten aufgebaut hat. Raketenstellungen, Waffenlager und operative Strukturen wurden dort etabliert, oft unter Missachtung der staatlichen Autorität des Libanon selbst. Für Israel stellt diese Infrastruktur eine unmittelbare Bedrohung dar, da sie direkt auf israelische Städte ausgerichtet ist.
Dass Beirut nun Washington kontaktiert, zeigt die Nervosität innerhalb der libanesischen Führung. Offiziell wird von dem Wunsch gesprochen, eine Ausweitung der Kampfhandlungen zu verhindern. Doch gleichzeitig bleibt unklar, ob der libanesische Staat tatsächlich bereit oder in der Lage ist, die Hisbollah vollständig zu entwaffnen. Amerikanische Militärkreise gehen davon aus, dass die nächste Phase der Bemühungen genau darauf abzielt. Die libanesische Armee hat bereits rund zehntausend Soldaten südlich des Litani stationiert und mehrere tausend weitere nördlich davon. Dennoch gilt die Weigerung der Hisbollah, ihre Waffen abzugeben, als zentrales Hindernis.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun nutzte ein Treffen mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, um seine Position zu bekräftigen. Er erklärte, sein Land könne nicht länger die Konflikte anderer tragen und strebe vollständige Souveränität über sein Territorium an. Diese Aussage enthält eine wichtige Botschaft, aber auch einen Widerspruch. Denn solange die Hisbollah als eigenständige militärische Macht existiert, bleibt die staatliche Souveränität eingeschränkt. Die Miliz entscheidet eigenständig über Krieg und Frieden und hat den Libanon mehrfach in Konfrontationen mit Israel geführt, ohne dass die Regierung dies kontrollieren konnte.
Für Israel ist die Situation eindeutig. Die Existenz bewaffneter Terrorstrukturen entlang seiner Nordgrenze ist nicht akzeptabel. Die Angriffe der IDF verfolgen das Ziel, diese Bedrohung zu reduzieren und eine Wiederholung früherer Angriffe zu verhindern. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Untätigkeit von der Hisbollah als Einladung verstanden wird, ihre militärischen Fähigkeiten weiter auszubauen.
Die diplomatischen Bemühungen Beiruts verdeutlichen zugleich die Rolle der Vereinigten Staaten als zentraler Vermittler. Washington steht vor der schwierigen Aufgabe, einerseits die Stabilität des Libanon zu unterstützen und andererseits Israels Recht auf Selbstverteidigung zu respektieren. Jede Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheitslage im gesamten Nahen Osten.
Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut, wie fragil die Lage im Norden Israels bleibt. Solange eine vom Iran unterstützte Terrororganisation über ein massives Waffenarsenal verfügt und sich der Kontrolle des libanesischen Staates entzieht, bleibt die Gefahr bestehen. Israels Handeln ist daher nicht Ausdruck einer Eskalation, sondern eine Konsequenz aus der Realität, dass der Schutz der eigenen Bevölkerung oberste Priorität hat. Gleichzeitig wird deutlich, dass eine dauerhafte Stabilität nur möglich sein wird, wenn der Libanon seine volle staatliche Kontrolle wiederherstellt und bewaffnete Gruppen nicht länger unabhängig operieren können.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=138677143
Artikel veröffentlicht am: Montag, 16. Februar 2026