Trump kündigt Milliardenfonds und internationale Truppe für Gaza an
Washington lädt zur ersten Sitzung des neuen Board of Peace. Präsident Trump will einen umfassenden Wiederaufbauplan vorstellen und eine internationale Stabilisierungstruppe für Gaza auf den Weg bringen.

US-Präsident Donald Trump wird kommende Woche in Washington bei der ersten offiziellen Sitzung seines neu geschaffenen Board of Peace einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds für Gaza ankündigen. Zudem sollen konkrete Schritte zur Entsendung einer international mandatierten Stabilisierungstruppe vorgestellt werden. Das bestätigten zwei hochrangige US-Regierungsvertreter.
Das Treffen ist für den 19. Februar in Washington angesetzt. Delegationen aus mindestens 20 Staaten werden erwartet, darunter mehrere Staats- und Regierungschefs. Die Gründung des Board of Peace war im Januar in Davos unterzeichnet und durch eine Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen unterstützt worden. Ziel ist die politische und wirtschaftliche Neuordnung Gazas nach dem Krieg.
Milliardenfonds ohne formelle Spendenaufrufe
Zentraler Bestandteil der Sitzung wird die Ankündigung eines multi-milliardenschweren Fonds für den Wiederaufbau sein. Nach Angaben der US-Vertreter hätten mehrere Staaten bereits finanzielle Beiträge angeboten, ohne dass Washington formelle Forderungen gestellt habe. Präsident Trump werde die bislang zugesagten Summen öffentlich machen.
An dem Gremium beteiligen sich neben Israel auch regionale Akteure wie die Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien und Katar sowie Staaten aus Südostasien. Traditionelle westliche Verbündete der USA zeigen sich dagegen zurückhaltender. Hinter vorgehaltener Hand wird in diplomatischen Kreisen Skepsis geäußert, ob das Board of Peace langfristig neben den Strukturen der Vereinten Nationen bestehen kann oder in Konkurrenz zu ihnen gerät. Laut US-Regierung soll sich die kommende Sitzung ausschließlich auf Gaza konzentrieren.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bestätigte während seines Besuchs in Washington, dass Israel dem Gremium beigetreten ist. Aus israelischer Sicht bleibt jedoch eine zentrale Bedingung unverändert: Eine dauerhafte Stabilisierung Gazas ist nur möglich, wenn die Hamas entwaffnet wird.
Internationale Stabilisierungstruppe geplant
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung wird die geplante International Stabilization Force sein. Mehrere Länder hätten signalisiert, mehrere tausend Soldaten bereitzustellen. Die Truppe soll in den kommenden Monaten in Gaza stationiert werden und den Übergang zu einer neuen zivilen Verwaltung absichern.
Die Sicherheitslage bleibt sensibel. Zwar hat eine fragile Waffenruhe eingesetzt, Geiseln wurden freigelassen und Israel hat inhaftierte Palästinenser entlassen. Der Grenzübergang Rafah wurde für den zivilen Verkehr wieder geöffnet. Doch die Frage der Entwaffnung der Hamas ist ungelöst. Nach dem US-Plan sollen Hamas-Mitglieder, die ihre Waffen niederlegen und sich zu einem friedlichen Zusammenleben bekennen, Amnestie erhalten. Kämpfer, die Gaza verlassen wollen, könnten unter internationaler Aufsicht ausreisen.
Israel hat deutlich gemacht, dass ein vollständiger Rückzug der Armee und eine umfassende Freigabe von Wiederaufbaumitteln erst dann erfolgen können, wenn die militärische Infrastruktur der Hamas aufgelöst ist. Diese Haltung bleibt ein Spannungsfeld zwischen Jerusalem und Washington, das auf eine rasche Umsetzung der zweiten Phase des Plans drängt.
Neben finanziellen Zusagen und militärischer Stabilisierung werden bei dem Treffen auch Berichte des neu eingesetzten Nationalen Komitees zur Verwaltung Gazas vorgestellt. Dieses Gremium soll die zivile Verwaltung von der Hamas übernehmen und erste organisatorische Strukturen schaffen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By The White House - https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55081551174/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=183322467
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 13. Februar 2026