Hamas kontrolliert Hilfsorganisationen in Gaza und die Welt schaut weg


Neue Dokumente zeigen, wie tief die Terrororganisation in humanitäre Strukturen eingebettet ist. Experten sprechen von systematischer Unterwanderung durch ein Netz aus Druck, Erpressung und politischer Manipulation.

haOlam-News.de - Nachrichten aus Israel, Deutschland und der Welt.

Seit Jahren behauptet Israel, dass humanitäre Organisationen im Gazastreifen nicht unabhängig arbeiten können, weil Hamas sie lenkt, überwacht und für eigene Zwecke missbraucht. Diese Vorwürfe wurden international oft als übertrieben oder politisch motiviert abgetan. Doch nun verdichten sich die Beweise. Nach Angaben der israelischen Forschungsorganisation NGO Monitor legen in Gaza sichergestellte Dokumente offen, wie umfassend Hamas Hilfswerke, Krankenhäuser und internationale Nichtregierungsorganisationen infiltriert hat.

Gerald Steinberg, Gründer und Präsident von NGO Monitor, spricht von einem Paradigmenwechsel. Was lange als Verdacht galt, liege nun in Form interner Unterlagen auf dem Tisch. Israelische Streitkräfte hätten in den vergangenen zwei Jahren bei Einsätzen in Gaza tausende Dokumente sichergestellt. Darunter Protokolle, Anweisungen und interne Korrespondenz, die ein klares Bild zeichnen: Hamas agiert nicht nur militärisch, sondern kontrolliert systematisch die zivile Infrastruktur.

Steinberg betont, dass bisher nur ein kleiner Teil dieses Materials ausgewertet wurde. Von vielleicht hunderttausenden Papieren seien bislang lediglich etwa 50 Dokumente detailliert untersucht und aus dem Arabischen übersetzt worden. Dennoch reiche dieser Ausschnitt bereits aus, um das Ausmaß der Einflussnahme zu verstehen. Die Papiere beschrieben interne Mechanismen, mit denen Hamas Organisationen überwacht, Personal unter Druck setzt und die Verteilung internationaler Hilfsgelder lenkt.

Im Zentrum stehe ein System sogenannter Garanten. Hamas habe in praktisch jede größere Hilfsorganisation eine Vertrauensperson eingesetzt. Diese Figuren agierten offiziell als Koordinatoren, seien in Wahrheit jedoch direkte Verbindungsmänner der Terrororganisation. Sie sammelten Informationen, berichteten an Hamas und sorgten dafür, dass Projekte den politischen und militärischen Prioritäten der Bewegung dienten.

Steinberg nennt konkrete Namen: Oxfam, der Norwegische Flüchtlingsrat, Ärzte ohne Grenzen. Überall habe Hamas eigene Leute platziert, die gleichzeitig Teil der jeweiligen NGO-Struktur und verlängerter Arm des Regimes in Gaza gewesen seien. Diese Garanten hätten nicht nur organisatorische Aufgaben erfüllt, sondern aktiv Einfluss ausgeübt. Wer sich widersetzte, sei eingeschüchtert oder erpresst worden.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass viele internationale Mitarbeiter davon wussten. Laut Steinberg waren ausländische Helfer und Funktionäre durchaus aware, dass Hamas das letzte Wort hatte. Trotzdem habe keine dieser Organisationen öffentlich Alarm geschlagen. Niemand habe Israel oder die Geberländer darüber informiert, dass man unter massivem Druck arbeite. Stattdessen sei das System schweigend akzeptiert worden.

Die neuen Dokumente bestätigen auch, was Israel seit Jahren anklagt: Hamas nutzte Krankenhäuser, Moscheen und Schulen als Deckmantel für militärische Aktivitäten. Unter zivilen Einrichtungen seien Kommandozentralen, Waffenlager und Tunnelnetze errichtet worden. Selbst medizinische Einrichtungen seien in das Machtsystem der Terrororganisation integriert gewesen.

Ein besonders brisanter Fall ist der des palästinensischen Arztes Hussam Abu Safiya, Direktor eines Krankenhauses in Gaza. International trat er als humanitärer Experte auf und veröffentlichte Gastbeiträge in westlichen Medien. NGO Monitor veröffentlichte jedoch Fotos, die ihn bei offiziellen Veranstaltungen gemeinsam mit hochrangigen Hamas-Funktionären zeigen. Steinberg bezeichnet ihn als ranghohen Hamas-Offizier, der gleichzeitig als ziviles Aushängeschild diente. Ein solcher Missbrauch medizinischer Einrichtungen sei ein eklatanter Verstoß gegen internationales Recht und medizinische Ethik.

Auch der Fall von Ahmed al-Kahlout untermauert diese Vorwürfe. Der Krankenhausdirektor von Kamal Adwan in Dschabalia gab laut israelischen Sicherheitsbehörden zu, seit 2010 Mitglied der Hamas-Brigaden zu sein. Er erklärte, zahlreiche Mitarbeiter in seinem Krankenhaus seien aktive Terroristen gewesen. Krankenhäuser seien gezielt in militärische Anlagen umgewandelt worden. Diese Aussagen werfen ein erschreckendes Licht auf Strukturen, die international als rein humanitär galten.

Ein weiteres Beispiel für den Missbrauch westlicher Hilfsgelder ist der Fall World Vision. Bereits 2016 wurde der damalige Leiter der Organisation in Gaza, Mohammed El Halabi, von Israel festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, über Jahre hinweg rund 50 Millionen Dollar an Hamas weitergeleitet zu haben. Geld, das offiziell für zivile Projekte bestimmt war, floss demnach in militärische Infrastruktur, sogar in maritime Terrorprogramme. Obwohl er verurteilt wurde, verteidigte World Vision ihn jahrelang als unschuldig. Dass Hamas später ausdrücklich seine Freilassung forderte, spricht für Steinberg Bände.

Das Kernproblem liegt nach Ansicht von NGO Monitor in der internationalen Gesetzgebung. Geberländer hätten in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge nach Gaza überwiesen, ohne funktionierende Kontrollmechanismen zu schaffen. Nach dem 7. Oktober seien die Zahlungen sogar massiv erhöht worden, erneut ohne ausreichende Überprüfung. Die Folge sei ein Hilfssystem, das faktisch von Hamas gesteuert werde.

In den USA gebe es zwar gewisse Aufsichtsregeln für gemeinnützige Organisationen, doch diese beschränkten sich weitgehend auf formale Buchprüfungen. Politische Einflussnahme oder verdeckte Verbindungen zu Terrorstrukturen ließen sich damit kaum verhindern. Erst seit dem Regierungswechsel in Washington sei das Thema stärker in den Fokus gerückt.

Auch Israel habe inzwischen reagiert. Seit rund einem Jahr müssten alle in Israel tätigen NGOs umfassende Registrierungs- und Transparenzauflagen erfüllen. Europäische Regierungen und Kanada hätten versucht, diese Regeln aufzuweichen. Jerusalem lehnte ab. Nach den Erfahrungen des 7. Oktober werde keine israelische Regierung mehr bereit sein, solche Vorgaben zu lockern.

Steinberg übt auch scharfe Kritik an den Vereinten Nationen und ihren Unterorganisationen. UNRWA, OCHA und UNICEF hätten jahrelang gewusst, wie Hamas zivile Strukturen missbraucht, und dennoch geschwiegen. Diese Blindheit oder bewusste Ignoranz habe es der Terrororganisation ermöglicht, ein System aufzubauen, das heute kaum zu entflechten sei.

Die Debatte um den künftigen Umgang mit Gaza dreht sich daher immer wieder um dieselbe Frage: Wer soll die Kontrolle übernehmen? Internationale Truppen, technokratische Verwaltungen, arabische Staaten. Steinberg bleibt skeptisch. Es gebe kein historisches Beispiel, in dem eine ausländische Kraft erfolgreich eine fest verankerte Terrororganisation entwaffnet habe. Weder UNIFIL im Libanon noch andere Missionen hätten solche Strukturen je wirklich aufgelöst.

Solange Hamas nicht entwaffnet werde, bleibe jede neue Verwaltung in Gaza eine Fassade. Die Terrororganisation habe klar erklärt, ihre Waffen nicht niederzulegen. Deshalb werde Israel gezwungen sein, weiter einzugreifen, bis die militärische Macht von Hamas endgültig gebrochen sei.

Der Blick auf Gaza offenbart ein größeres Problem. Internationale NGOs seien zu einer milliardenschweren Industrie geworden, mit schwacher Kontrolle und oft undurchsichtigen Geldflüssen. Stiftungen wie WESPAC in den USA hätten als Durchlaufstationen für massive Summen gedient, deren Herkunft und Zweck kaum nachvollziehbar seien. Mögliche Geldgeber wie Katar blieben häufig im Dunkeln, weil aktuelle Gesetze echte Transparenz verhinderten.

Steinbergs Fazit ist eindeutig. Solange Organisationen geheimnisvolle ausländische Finanzierung akzeptieren, solange Medien wie Al Jazeera oder katarnahe Plattformen Narrative prägen und solange Regierungen keine konsequente Aufsicht durchsetzen, werde sich das System nicht ändern.

Die neuen Dokumente aus Gaza sind deshalb mehr als nur Akten. Sie sind ein Weckruf. Sie zeigen, wie leicht humanitäre Hilfe in den Dienst des Terrors gestellt werden kann, wenn Gesetze schwach sind und politische Naivität über Sicherheitsinteressen gestellt wird.

Die internationale Gemeinschaft muss sich entscheiden. Entweder sie schützt ihre Hilfsorganisationen vor Unterwanderung oder sie bleibt Komplize eines Systems, das Terror finanziert, statt Menschen zu helfen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 4. Februar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.

Weitere interessante Artikel

Newsletter