Vom Shahed zur Geran: Iran wollte Russlands verbesserte Drohnen gegen Israel und die USA

Vom Shahed zur Geran: Iran wollte Russlands verbesserte Drohnen gegen Israel und die USA


Teheran lieferte Russland einst Shahed-Technologie für den Krieg gegen die Ukraine. Nun wollte das Regime offenbar die von Moskau erheblich weiterentwickelten Modelle für den eigenen Krieg gegen Israel und die USA.

Vom Shahed zur Geran: Iran wollte Russlands verbesserte Drohnen gegen Israel und die USA
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die militärische Zusammenarbeit zwischen Iran und Russland hat eine bemerkenswerte Wendung genommen. Das iranische Regime soll Moskau während des diesjährigen Krieges gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und die Vereinigten Staaten um die Lieferung neuer russischer Geran-Angriffsdrohnen gebeten haben. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf westliche Sicherheitsvertreter und eine mit dem Kreml vertraute Quelle. Im Mittelpunkt standen demnach neue Modelle, die Russland auf Grundlage iranischer Shahed-Technologie entwickelt, inzwischen aber erheblich verbessert hat.

Damit droht ausgerechnet jene Technologie nach Iran zurückzukehren, mit der Teheran Russland ursprünglich beim Krieg gegen die Ukraine unterstützt hatte. Iran lieferte nicht nur Shahed-Drohnen nach Russland. Nach Angaben des US-Finanzministeriums half das iranische Verteidigungsministerium auch beim Aufbau der russischen Produktion in Alabuga. Ein Vertrag über rund 1,75 Milliarden Dollar sah die Herstellung iranisch entwickelter Angriffsdrohnen in Russland vor.

Moskau beließ es jedoch nicht beim Nachbau. Die russische Rüstungsindustrie passte die Systeme an die Erfahrungen aus tausenden Einsätzen gegen die Ukraine an, erhöhte Geschwindigkeit und Nutzlast und verbesserte Navigation, Kommunikation und Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Störmaßnahmen. Aus einem iranischen Waffenkonzept entstand damit eine russische Waffenfamilie, die inzwischen teilweise näher an einem günstigen Marschflugkörper als an der ursprünglichen Shahed-136 liegt.

Genau diese Weiterentwicklung wollte Teheran dem Bericht zufolge nun für Angriffe auf israelische und amerikanische Ziele nutzen.

Geran-5 ist mit der ursprünglichen Shahed kaum noch vergleichbar

Besonders gefährlich ist die Geran-5. Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat ein erbeutetes beziehungsweise untersuchtes System detailliert dokumentiert. Danach ist die Drohne rund 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von 3,2 Metern und kann einen etwa 90 Kilogramm schweren Gefechtskopf tragen. Ihre Geschwindigkeit wird mit 450 bis 600 Kilometern pro Stunde angegeben, die Reichweite mit etwa 950 Kilometern.

Das ist eine völlig andere Leistungsklasse als die frühen propellergetriebenen Geran- und Shahed-Versionen, die mit ungefähr 185 Kilometern pro Stunde flogen. Höhere Geschwindigkeit bedeutet für die Luftverteidigung vor allem eines: weniger Zeit zum Entdecken, Identifizieren und Abfangen.

Hinzu kommen technische Verbesserungen, die direkt aus dem russischen Krieg gegen die Ukraine stammen. Der HUR identifizierte in der Geran-5 unter anderem das russische störresistente Satellitennavigationssystem Kometa-M12, Mobilfunktechnik, einen Kleincomputer vom Typ Raspberry Pi und chinesische Mesh-Netzwerktechnik. Als Antrieb dient ein chinesisches Turbojet-Triebwerk. Die „Financial Times“ berichtet außerdem über verbesserte Sensorik und automatisierte Zielerfassung bei den neuen Geran-Varianten.

Damit schließt sich ein für Israel gefährlicher technologischer Kreislauf. Iran entwickelte die Shahed-Familie und stellte Russland das Konzept und später die Grundlagen für eine industrielle Fertigung zur Verfügung. Russland setzte die Waffen anschließend in einem Krieg von enormem Umfang ein, sammelte Kampferfahrung, lokalisierte die Produktion und entwickelte neue Generationen. Nun versucht Iran offenbar, von genau diesen russischen Verbesserungen zu profitieren.

Dass dies mehr als eine theoretische Gefahr ist, zeichnete sich bereits im Frühjahr ab. Das Institute for the Study of War berichtete Ende März unter Berufung auf westliche Geheimdienstinformationen, Russland stehe kurz vor dem Abschluss einer mehrstufigen Drohnenlieferung an Iran. Damals war noch unklar, welche Modelle geliefert werden sollten; westliche Vertreter hielten zunächst Geran-2-Systeme für wahrscheinlich. Russland soll Iran zudem bereits modifizierte Shahed-Komponenten und Satelliteninformationen zur Unterstützung von Angriffen zur Verfügung gestellt haben.

Bereits Mitte März hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, Kiew verfüge über Erkenntnisse, wonach Iran russisch produzierte Shahed-Systeme gegen amerikanische Ziele eingesetzt habe. Das ISW bewertete eine materielle Rücklieferung russischer Shahed-Varianten an Teheran damals als bedeutende neue Stufe der militärischen Kooperation.

Der aktuelle Bericht geht nun einen Schritt weiter: Teheran wollte offenbar nicht nur Ersatz für verbrauchte oder zerstörte Drohnenbestände. Das Regime interessierte sich gerade für die modernsten russischen Weiterentwicklungen.

Moskau und Teheran bauen ihre Rüstungsachse weiter aus

Die Entwicklung passt in eine wesentlich größere Annäherung. Russland und Iran unterzeichneten im Januar 2025 einen umfassenden strategischen Partnerschaftsvertrag. Artikel 6 sieht ausdrücklich die Weiterentwicklung der militärtechnischen Zusammenarbeit vor. Der Vertrag ist kein automatischer gegenseitiger Beistandspakt, schafft aber einen politischen und rechtlichen Rahmen für deutlich engere Rüstungsbeziehungen.

Inzwischen geht diese Zusammenarbeit weit über Drohnen hinaus. Iran kaufte russische Su-35-Kampfflugzeuge, während Berichte der vergangenen Monate auf weitere russische Unterstützung bei Luftabwehr, Aufklärung und Raketentechnologie hinweisen. Die einstige Rollenverteilung, nach der vor allem Iran Russland Waffen für den Ukraine-Krieg lieferte, besteht so nicht mehr. Militärtechnologie bewegt sich inzwischen in beide Richtungen.

Ein Detail aus dem Bericht der „JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post“ sollte allerdings mit Vorsicht behandelt werden. Dort heißt es, Iran habe 2025 russische Su-25-Flugzeuge gekauft, von denen Geran-5-Drohnen gestartet werden könnten. Für einen iranischen Kauf von Su-25 im Jahr 2025 findet sich keine belastbare unabhängige Bestätigung. Offiziell bestätigt wurde dagegen der iranische Erwerb russischer Su-35. Die Möglichkeit, Geran-5 von russischen Su-25 zu starten, wird vom ukrainischen Militärgeheimdienst tatsächlich beschrieben. Beides sollte nicht miteinander verwechselt werden.

Für Israel ist die entscheidende Entwicklung ohnehin eine andere. Iran versucht nach den schweren Schlägen gegen seine militärischen Fähigkeiten, verlorene Kapazitäten nicht einfach nur wiederherzustellen. Teheran sucht offenbar nach Systemen, die schneller, schwerer abzufangen und technisch ausgereifter sind als jene Drohnen, mit denen Israel bisher konfrontiert war.

Das macht die russisch-iranische Kooperation zu einer unmittelbaren Sicherheitsfrage. Die Ukraine wurde jahrelang zum Testfeld für russische Verbesserungen iranischer Drohnentechnologie. Die Erkenntnisse aus diesem Krieg könnten nun gegen Israel eingesetzt werden.

Was einst als iranische Shahed nach Russland ging, könnte als erheblich gefährlichere Geran nach Iran zurückkehren.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 14. September 2026

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