Zehnter Angriffstag: USA treffen Irans Kriegsapparat am Golf
CENTCOM meldet neue Präzisionsschläge gegen Kommandozentren, Raketenstellungen, Drohnenanlagen und Luftabwehr. Während in Südiran Explosionen gemeldet werden, hält Teheran an der Erpressung über die Straße von Hormus fest.

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Die Vereinigten Staaten haben ihre Angriffe auf den militärischen Apparat des iranischen Regimes in der zehnten aufeinanderfolgenden Nacht fortgesetzt. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte, die jüngste Angriffsrunde sei am Montag um 21 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit beendet worden. Getroffen worden seien militärische KommandozentrenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, maritime Fähigkeiten, Abschussanlagen für Raketen und Drohnen sowie Systeme der iranischen Luftverteidigung.
Damit setzt Washington seine bisher längste ununterbrochene Angriffswelle seit dem erneuten Zusammenbruch der Vereinbarungen mit Teheran fort. Das erklärte Ziel ist nicht eine symbolische Bestrafung, sondern die schrittweise Zerstörung jener militärischen Infrastruktur, mit der Iran Handelsschiffe bedroht und den freien Verkehr durch die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen unter Druck setzt.
CENTCOM formulierte den Zusammenhang ungewöhnlich deutlich. Die angegriffenen Einrichtungen hätten Iran dazu befähigt, zivile Schiffe in einer der wichtigsten internationalen Wasserstraßen anzugreifen. Amerikanische Streitkräfte seien weiterhin in Stellung und bereit, Teheran für seine Gewalt gegen zivile Seeleute zur Verantwortung zu ziehen.
Explosionen entlang der iranischen Südküste
Iranische Medien meldeten am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag Explosionen in mehreren Teilen des Landes. Genannt wurden unter anderem Bandar Abbas, die Insel Qeschm, Sirik, Bandar Lengeh und zwei Orte in der Umgebung von Schiras. Später berichteten regimenahe Medien auch über Angriffe im Raum Konarak und Tschahbahar an der Küste des Golfs von Oman.
Diese Orte besitzen für Irans militärische Stellung am Golf erhebliche Bedeutung. Bandar Abbas ist ein zentraler Hafen und ein wichtiger Standort iranischer Seestreitkräfte. Qeschm und Sirik liegen unmittelbar an beziehungsweise nahe der Straße von Hormus. Von dort aus kann das Regime Schiffsbewegungen überwachen, Küstenraketen einsetzen und militärischen Druck auf den internationalen Handel ausüben.
Welche Einrichtungen bei den einzelnen Angriffen tatsächlich beschädigt oder zerstört wurden, lässt sich derzeit nicht unabhängig bestätigen. CENTCOM veröffentlichte bislang keine vollständige Zielliste und keine ausführliche Schadensbewertung. Auch die Angaben iranischer Staatsmedien sind mit Vorsicht zu behandeln, weil sie militärische Verluste häufig verschweigen, verzögert bestätigen oder als Angriffe auf ausschließlich zivile Ziele darstellen.
Besonders unübersichtlich blieb die Lage um Buschehr und Isfahan. Iranische Medien berichteten dort über hörbare Explosionen und aktivierte Luftabwehr. Die Gouverneure der beiden Provinzen erklärten jedoch, es habe keine bestätigten Einschläge gegeben. In Buschehr seien die Geräusche durch die Luftabwehr verursacht worden. Auch aus Isfahan wurde zunächst kein bestätigter Angriff auf die dortigen Anlagen gemeldet.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Meldungen über Abwehrfeuer beweisen noch keinen erfolgreichen Angriff, und laute Explosionen können sowohl durch einschlagende Waffen als auch durch Flugabwehrraketen entstehen. Belastbar bestätigt sind dagegen die erneuten amerikanischen Angriffe auf militärische Ziele in Iran und die umfangreichen Berichte über Explosionen im Süden des Landes.
Die geografische Verteilung deutet darauf hin, dass Washington weiterhin vor allem Irans Fähigkeit zur Kontrolle und Bedrohung der Seewege schwächen will. Kommandoeinrichtungen, maritime Systeme, Küstenstellungen, Drohnenbasen und Luftverteidigung bilden zusammen das militärische Netz, mit dem das Regime die Straße von Hormus als Waffe gegen die Weltwirtschaft benutzt.
Teheran bezeichnet Hormus offen als Druckmittel
Während amerikanische Waffen diese Fähigkeiten angreifen, macht die iranische Führung keinen Versuch mehr, ihre Absichten zu verbergen. Ali Bagheri Kani, stellvertretender Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, bezeichnete die Straße von Hormus am Montag ausdrücklich als entscheidenden „Druckhebel“ für Iran. Teheran sei nicht bereit, von seiner Position abzurücken.
Diese Aussage entlarvt die Behauptung, Iran verteidige lediglich seine eigenen Hoheitsrechte. Das Regime betrachtet eine internationale Wasserstraße, durch die ein bedeutender Teil des weltweiten Energiehandels verläuft, als politisches Erpressungsmittel. Zivile Seeleute, Reedereien, Energieversorger und ganze Volkswirtschaften sollen den Preis dafür zahlen, dass Teheran seine regionalen und militärischen Forderungen nicht durchsetzen kann.
Die Vereinigten Staaten erklären dagegen, seit Anfang Mai die Durchfahrt von etwa 900 Handelsschiffen mit insgesamt rund 450 Millionen Barrel Rohöl unterstützt zu haben. Der Verkehr durch die Meerenge dauere trotz der iranischen Angriffe an. Diese Zahlen stammen von CENTCOM und können derzeit nicht unabhängig vollständig überprüft werden. Sie zeigen jedoch, welche Dimension die militärische Sicherung des Seewegs inzwischen angenommen hat.
Die Straße von Hormus ist kein iranisches Eigentum. Sie ist eine internationale Wasserstraße, die von Schiffen vieler Staaten genutzt wird. Teheran besitzt nicht das Recht, den Verkehr nach politischer Zweckmäßigkeit zu öffnen, zu behindern oder mit Raketen und Drohnen zu bedrohen.
Das Regime versucht dennoch, aus seiner geografischen Lage eine dauerhafte Waffe zu machen. Es setzt darauf, dass steigende Versicherungsprämien, unterbrochene Lieferketten, höhere Energiepreise und die Angst vor einer weltweiten Wirtschaftskrise Washington irgendwann zum Nachgeben zwingen.
Genau gegen diese Rechnung richten sich die amerikanischen Angriffe. Werden Küstenradar, Kommandozentren, Drohnenstellungen, Raketenwerfer und Luftabwehr ausgeschaltet, verliert Iran Schritt für Schritt die Fähigkeit, Handelsschiffe anzugreifen und gleichzeitig seine eigenen militärischen Anlagen zu schützen.
Die zehntägige Angriffswelle zeigt allerdings auch, wie umfangreich das iranische Militärnetz ist. Selbst nach zahlreichen Angriffsrunden verfügt das Regime offenbar weiterhin über Stellungen, Waffen und Führungseinrichtungen, die von CENTCOM als bedrohlich eingestuft werden. Ein schneller Abschluss der Operation ist deshalb nicht erkennbar.
Ebenso wenig ist derzeit bekannt, ob die Angriffe Teheran zum Einlenken bewegen oder die iranische Führung zu neuen Vergeltungsschlägen veranlassen werden. Das Regime hat in den vergangenen Tagen amerikanische Einrichtungen und Ziele in mehreren Nachbarstaaten angegriffen. Jeder weitere amerikanische Schlag kann deshalb neue Raketen- oder Drohnenangriffe auslösen.
Washington steht damit vor einer schwierigen Aufgabe. Es muss Irans Fähigkeit zur Bedrohung der Schifffahrt zerstören, ohne den Staaten der Region die Folgen einer immer breiteren Auseinandersetzung aufzubürden. Teheran wiederum versucht genau diese Nachbarstaaten in den Krieg hineinzuziehen, um den politischen Preis für die Vereinigten Staaten zu erhöhen.
IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist nach den bislang veröffentlichten Angaben an dieser jüngsten Angriffsrunde nicht beteiligt. JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen beobachtet die Entwicklung dennoch mit höchster Aufmerksamkeit. Die militärischen Fähigkeiten, die Iran am Golf gegen amerikanische und zivile Ziele einsetzt, gehören zu demselben Apparat, der Israel über Jahre mit Raketen, Drohnen und Terrororganisationen bedroht hat.
Der zehnte Angriffstag ist deshalb mehr als eine weitere Nacht mit Explosionen. Er zeigt den eigentlichen Kern des Konflikts: Das iranische Regime will eine der wichtigsten Handelsadern der Welt als Geisel nehmen. Die Vereinigten Staaten versuchen, ihm die dafür benötigten Waffen aus der Hand zu schlagen.
Solange Teheran die Straße von Hormus als Druckmittel betrachtet und zivile Schiffe bedroht, wird die amerikanische Kampagne kaum enden. Das Regime kann den freien Handel nicht angreifen und gleichzeitig erwarten, dass seine militärischen Stellungen unangetastet bleiben.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 21. Juli 2026