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Neunte Angriffsnacht: USA zerschlagen Irans Kriegsapparat an der Straße von Hormus


In der neunten Nacht in Folge bombardieren US-Streitkräfte Irans Kommandozentren, Flugabwehr und Küstenüberwachung. Teheran antwortet mit Angriffen auf Handelsschiffe und die lebenswichtige Versorgung seiner Nachbarn.

Neunte Angriffsnacht: USA zerschlagen Irans Kriegsapparat an der Straße von Hormus
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die neunte amerikanische Angriffsnacht zeigt, dass Washington nicht mehr nur einzelne iranische RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen bestrafen will. Die Vereinigten Staaten greifen inzwischen das militärische Geflecht an, mit dem das Regime die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen überwacht, Schiffsbewegungen verfolgt, Angriffe vorbereitet und seine Drohung gegen den internationalen Handel durchsetzt.

US-Streitkräfte begannen die jüngste Angriffswelle am Sonntagabend um 19 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit. Drei Stunden später erklärte das Zentralkommando der Vereinigten Staaten, die Operation sei beendet. Es war die neunte Nacht in Folge, in der amerikanische Flugzeuge, Drohnen oder Kriegsschiffe Ziele auf iranischem Gebiet angriffen.

Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurden militärische Führungszentren, Flugabwehrstellungen, Anlagen der Küstenüberwachung, maritime Fähigkeiten, Startplätze für Raketen und Drohnen sowie militärische Kommunikationsnetze getroffen. Damit richtet sich die amerikanische Operation gegen nahezu die gesamte Angriffskette: von der Beobachtung eines Schiffes über die Weitergabe seiner Position bis zum Start der Waffe.

Washington nennt als Ziel, Irans Fähigkeit zu verringern, Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus anzugreifen. Zahlen zu eingesetzten Flugzeugen, verschossenen Waffen, zerstörten Anlagen oder iranischen Verlusten veröffentlichte das US-Militär zunächst nicht. Unabhängig prüfen lässt sich deshalb bislang weder das genaue Ausmaß der Schäden noch die Behauptung, die iranischen Fähigkeiten seien entscheidend geschwächt worden.

Amerika greift Irans militärische Augen und Ohren an

Iranische Medien meldeten Explosionen in mehreren weit voneinander entfernten Städten. Genannt wurden Tabriz im Nordwesten sowie Chabahar und Konarak am Golf von Oman. Weitere Explosionen wurden aus Bandar Mahshahr und Bandar Imam Khomeini in der südwestlichen Provinz Chuzestan gemeldet. Welche Einrichtungen getroffen wurden und ob es sich bei allen Explosionen um amerikanische Angriffe handelte, war zunächst nicht unabhängig bestätigt.

Die Auswahl der von CENTCOM genannten Zielarten ist dennoch aufschlussreich. Küstenradar, militärische Kommunikation und Kommandozentren sind keine beliebigen Gebäude. Sie bilden das Nervensystem, mit dem die RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen den Persischen Golf und die Straße von Hormus kontrollieren wollen.

Iran kann ein Handelsschiff nur gezielt angreifen, wenn es dessen Kurs kennt, seine Besatzung einordnet, Daten weiterleitet und eine Raketen- oder Drohneneinheit zum Abschuss befähigt. Werden Aufklärung, Kommunikation und Startstellungen gleichzeitig getroffen, soll nicht nur eine einzelne Waffe zerstört, sondern der gesamte Ablauf unterbrochen werden.

Damit reagiert Washington auf einen Krieg, den Teheran bewusst auf zivile Schifffahrt und die Nachbarstaaten ausgeweitet hat. Die Straße von Hormus ist kein iranisches Binnengewässer. Sie ist eine internationale Schifffahrtsroute, durch die vor Beginn der jüngsten Kämpfe etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert wurde. Wer dort Tanker angreift oder mit vollständiger Sperrung droht, nimmt nicht nur die USA ins Visier. Er bedroht die Energieversorgung zahlreicher Staaten und die Sicherheit von Seeleuten aus aller Welt.

Die Folgen sind längst sichtbar. Nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation waren bis zum 17. Juli bereits 58 Vorfälle in der Straße von Hormus und der umliegenden Region bestätigt. Mindestens 17 Seeleute kamen dabei ums Leben. Die Liste umfasst beschädigte, brennende, verlassene und teilweise gesunkene Schiffe.

Am Montag kam ein weiterer schwerer Vorfall hinzu. Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker „Kavomaleas“ wurde rund 15 Kilometer nordwestlich der omanischen Ortschaft Kumzar von einem unbekannten Geschoss getroffen. Das von einem griechischen Unternehmen betriebene Schiff geriet in Brand. Die Besatzung konnte den Tanker sicher verlassen, anschließend wurde das treibende Schiff von einem Schlepper übernommen. Zum Zeitpunkt der ersten Berichte war das Feuer noch nicht gelöscht; eine Umweltverschmutzung wurde zunächst nicht festgestellt.

Die Revolutionsgarden behaupteten gleichzeitig, zwei Öltanker seien auf einer angeblich unsicheren südlichen Route durch die Meerenge explodiert und bewegungsunfähig geworden. Namen, Flaggen, Ladung, Besatzungsstärke oder mögliche Opfer nannte Iran nicht. Ob die iranische Erklärung mit dem Angriff auf die „Kavomaleas“ zusammenhängt, blieb offen.

Diese Unklarheit ist Teil der iranischen Strategie. Das Regime muss nicht jedes Schiff versenken, um den Verkehr zu lähmen. Es genügt, Unsicherheit zu schaffen. Reedereien, Versicherer und Kapitäne müssen bei jedem Feuer, jeder Radarmeldung und jedem iranischen Drohsatz damit rechnen, dass das nächste Schiff getroffen wird. Angst wird so zu einer Waffe gegen den Welthandel.

Teheran bedroht nicht nur Schiffe, sondern das Trinkwasser

Während die Vereinigten Staaten nach eigenen Angaben militärische Einrichtungen angreifen, richtet Iran seine Waffen zunehmend auch gegen die Infrastruktur benachbarter Staaten. Kuwait meldete erneut einen Angriff auf eine Anlage, in der Strom erzeugt und Meerwasser entsalzt wird. Das Feuer beschädigte mehrere Einheiten; Notfallpläne wurden aktiviert.

Ein Angriff auf eine Entsalzungsanlage ist kein gewöhnlicher Schlag gegen ein Kraftwerk. Kuwait liegt in einer der trockensten Regionen der Welt. Rund 90 Prozent des dortigen Trinkwassers stammen aus der Entsalzung von Meerwasser. Werden solche Anlagen dauerhaft zerstört, geht es nicht um einen vorübergehenden Stromausfall, sondern um die Versorgung ganzer Städte mit Wasser.

Teheran behauptet, auf amerikanische Militärstandorte und die Angriffe der USA zu antworten. Doch Raketen gegen Wasserwerke, Drohnen über Kuwait und Bahrain sowie Geschosse, die über jordanischem Gebiet abgefangen werden müssen, treffen nicht nur amerikanische Soldaten. Sie gefährden Menschen, die weder über Washingtons Militärpolitik entscheiden noch an den Kämpfen beteiligt sind.

Auch in Bahrain wurden erneut Warnsirenen ausgelöst. Die amerikanische Botschaft warnte vor möglichen iranischen Angriffen auf nicht näher bezeichnete Orte im Zentrum der Hauptstadt Manama. Das US-Außenministerium rät bereits seit März von Reisen nach Bahrain ab und verweist ausdrücklich auf die anhaltende Gefahr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe.

Der jüngste amerikanische Angriff erfolgt zudem nach weiteren Todesfällen unter US-Soldaten. Zwei amerikanische Militärangehörige wurden bei einem iranischen Angriff in Jordanien getötet. Ein weiterer Soldat starb im Nordirak bei der kontrollierten Sprengung von Munition einer abgeschossenen iranischen Angriffsdrohne. Seit Beginn des Krieges sind nach amerikanischen Angaben 17 US-Soldaten ums Leben gekommen, mehr als 420 wurden verwundet.

Diese Verluste erhöhen den Druck auf Präsident Donald Trump, nicht nur iranische Angriffe abzuwehren, sondern die dafür notwendigen Fähigkeiten dauerhaft zu zerstören. Die neunte Angriffsnacht war deshalb mehr als eine weitere Runde von Luftschlägen. Sie war der Versuch, Irans militärischen Zugriff auf die Straße von Hormus zu brechen.

Ob das gelingt, ist noch offen. Iran verfügt weiterhin über Raketen, Drohnen, mobile Abschussanlagen und eine lange Küste. Das Regime kann seine Systeme verlegen, tarnen und aus Wohngebieten oder abgelegenen Regionen einsetzen. Jede Nacht mit neuen amerikanischen Angriffen zeigt jedoch auch, dass Teherans Drohung einen Preis hat.

Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist diese Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Das iranische Regime vermeidet derzeit einen direkten Raketenangriff auf den jüdischen Staat, weil es eine umfassende israelische Antwort fürchtet. Gleichzeitig versucht es, die Vereinigten Staaten und ihre arabischen Partner an anderen Stellen zu treffen. Der Krieg wird dadurch nicht kleiner. Er wird lediglich über Jordanien, Kuwait, Bahrain, den Irak und die internationale Schifffahrt verteilt.

Teheran will die Region vor eine einfache Wahl stellen: Entweder die Staaten dulden Irans Herrschaft über die Straße von Hormus, oder ihre Häfen, Kraftwerke, Wasseranlagen und amerikanischen Partner geraten unter Beschuss. Dies ist keine Verteidigung iranischer Souveränität. Es ist der Versuch, Nachbarstaaten und den Welthandel mit militärischer Gewalt zu unterwerfen.

Die Vereinigten Staaten haben darauf eine ebenso klare Antwort gegeben: Wer zivile Schiffe jagt, internationale Seewege bedroht und lebenswichtige Anlagen angreift, darf nicht darauf vertrauen, dass seine Radarstellungen, Kommandozentren und Raketenlager unangetastet bleiben.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 20. Juli 2026

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