Khamenei droht US-Basen und beschwört Israels Ende
Mojtaba Khamenei nutzt die Hadsch-Zeit für eine aggressive Botschaft an die Region. Iran stellt US-Stützpunkte infrage, feiert Hisbollah und verschärft seine Drohungen gegen Israel.

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Der iranische Oberste Führer Mojtaba Khamenei hat seine Drohungen gegen die Vereinigten Staaten und Israel deutlich verschärft. Über seinen offiziellen persischsprachigen X-Kanal erklärte er, die Staaten der Region würden künftig nicht mehr als Schutzschild für amerikanische Militärstützpunkte dienen. Die Botschaft ist klar: Teheran will nicht nur Israel bedrohen, sondern auch den amerikanischen Einfluss im Nahen Osten offen angreifen.
Khamenei wählte für diese Erklärung bewusst den religiösen Rahmen der Hadsch. Damit verbindet das Regime politische Drohungen mit religiöser Symbolik. Die jährliche Pilgerfahrt nach Mekka wird von Iran seit Jahrzehnten genutzt, um antiamerikanische und antiisraelische Botschaften in einen größeren islamischen Zusammenhang zu stellen. Auch diesmal sprach Khamenei davon, dass die Ablehnung Amerikas und Israels besondere Bedeutung habe.
Besonders gefährlich ist die Drohung gegen US-Stützpunkte. Die Vereinigten Staaten unterhalten in der Region wichtige militärische Präsenz, unter anderem in Katar, Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Jordanien. Diese Basen sind für Abschreckung, Luftverteidigung, maritime Sicherheit und den Schutz amerikanischer Kräfte entscheidend. Wenn Teheran erklärt, die Region werde kein sicherer Raum mehr für diese Präsenz sein, ist das nicht nur Propaganda. Es ist ein Signal an iranische Stellvertreter und an die Regierungen arabischer Staaten zugleich.
Auch Israel stand im Zentrum der Rede. Khamenei sprach erneut in feindseliger Sprache vom jüdischen Staat und behauptete, Israel nähere sich seinem Ende. Damit knüpft er an frühere iranische Vernichtungsrhetorik an. Für Jerusalem ist daran nichts neu, aber es bleibt bedeutsam. Während in Washington über mögliche Vereinbarungen mit Teheran diskutiert wird, sendet die iranische Führung keine Zeichen echter Mäßigung. Sie spricht von Feindschaft, Vergeltung und regionaler Konfrontation.
Khamenei lobte zudem die Hisbollah im Libanon und stellte deren Kampf gegen Israel als Erfolg dar. Das ist ein wichtiger Punkt. Iran betrachtet Hisbollah nicht als libanesisches Randthema, sondern als zentralen Arm seiner Strategie gegen Israel. Wenn Teheran gleichzeitig über Abkommen spricht und Hisbollah öffentlich feiert, zeigt das den Widerspruch jeder Diplomatie, die Irans Stellvertreter ausklammert.
Auch die eigene militärische Bilanz stellte Khamenei als Sieg dar. Während der Operation Roaring Lion habe Iran Israel hilflos gemacht und den Vereinigten Staaten einen harten Schlag versetzt, behauptete er. Diese Darstellung dient vor allem der eigenen Bevölkerung und den Anhängern des Regimes. Sie soll Stärke vermitteln, innere Geschlossenheit erzeugen und jede westliche Verhandlungsbereitschaft als Ergebnis iranischer Standhaftigkeit erscheinen lassen.
Für Israel liegt genau darin die Warnung. Teheran deutet Druck und Drohung nicht als Hindernis für Verhandlungen, sondern als Werkzeug. Wenn der Westen in dieser Lage ein Abkommen anstrebt, ohne Irans Raketen, Drohnen, Stellvertreter und regionale Drohkulisse ernsthaft zu begrenzen, sendet er möglicherweise das falsche Signal. Khamenei selbst liefert den Beleg: Das Regime denkt nicht in Entspannung, sondern in Machtverschiebung.
Die Botschaft aus Teheran richtet sich auch an die arabischen Staaten. Sie sollen nicht länger als Träger amerikanischer Sicherheitsarchitektur auftreten. Gerade Länder wie Saudi-Arabien, Katar, Bahrain oder die Emirate stehen damit unter Druck. Iran will ihnen klarmachen, dass Nähe zu Washington und mögliche Normalisierung mit Israel einen Preis haben könnten. Das ist Erpressung im Gewand religiöser und regionaler Rhetorik.
Für Jerusalem bleibt deshalb entscheidend, dass jedes Iran-Abkommen an den Taten des Regimes gemessen wird, nicht an diplomatischen Formeln. Solange Khamenei US-Basen bedroht, Hisbollah feiert und Israels Ende beschwört, gibt es keinen Grund für Illusionen. Iran sucht nicht Ausgleich mit Israel. Iran sucht Hebel gegen Israel, gegen Amerika und gegen jene Staaten, die sich einer neuen regionalen Ordnung anschließen könnten.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 26. Mai 2026