Iran droht mit Angriffen auf Universitäten im Nahen Osten
Die Revolutionsgarden setzen ein Ultimatum und erklären Hochschulen zu möglichen Zielen. Studenten und Zivilisten sollen sich mindestens einen Kilometer fernhalten.

Die iranischen Revolutionsgarden verschärfen ihre Drohungen im laufenden Krieg deutlich und richten sie nun gezielt gegen zivile Einrichtungen. In einer veröffentlichten Erklärung kündigt die Organisation an, Universitäten mit Bezug zu den USA und Israel im gesamten Nahen Osten anzugreifen.
Auslöser ist nach iranischer Darstellung ein Angriff auf die Iran University of Science and Technology in Teheran. Als Reaktion erklären die Revolutionsgarden, dass alle amerikanischen und israelischen Universitäten in der Region als legitime Ziele gelten würden, solange keine „Vergeltung“ erfolgt sei. Konkret wird davon gesprochen, dass zwei Universitäten getroffen werden sollen.
Die Drohung wird ungewöhnlich konkret formuliert. Mitarbeiter, Studenten und Anwohner werden aufgefordert, sich mindestens einen Kilometer von Universitätsgeländen fernzuhalten, um ihr Leben zu schützen. Diese Distanzangabe zeigt, dass es sich nicht um allgemeine Rhetorik handelt, sondern um eine Ankündigung möglicher Angriffe mit realer Wirkung.
Zusätzlich setzen die Revolutionsgarden ein klares Ultimatum. Die US-Regierung soll bis Montag, den 30. März, eine offizielle Erklärung abgeben und Angriffe auf iranische Universitäten verurteilen. Sollte dies nicht geschehen, bleibe die Drohung bestehen und werde umgesetzt.
Damit verschiebt sich die Zielauswahl im Krieg deutlich. Universitäten sind keine klassischen militärischen Ziele. Sie stehen für Bildung, Forschung und zivilen Alltag. Eine solche Drohung richtet sich daher nicht nur gegen staatliche Akteure, sondern gegen breite Teile der Gesellschaft.
Parallel dazu entstehen Hinweise auf eine weitere Entwicklung im Iran selbst. Berichten zufolge verlagern Sicherheitskräfte ihre Aktivitäten bewusst in zivile Einrichtungen. Dazu gehören Universitäten, Schulen und sogar Krankenhäuser.
Zwei iranische Zivilisten berichten, dass sich Einheiten der Revolutionsgarden gezielt in solchen Bereichen aufhalten. In Krankenhäusern sollen einzelne Bereiche geräumt worden sein, um Platz für Sicherheitskräfte zu schaffen.
Diese Vorgehensweise hat eine klare Wirkung. Wenn militärische Aktivitäten in unmittelbarer Nähe von Zivilisten stattfinden, erhöht sich das Risiko für die Bevölkerung erheblich. Gleichzeitig erschwert es Angriffe von außen, weil zivile Einrichtungen betroffen sein könnten.
Für Israel ergibt sich daraus eine komplexe Lage. Einerseits stehen militärische Ziele im Fokus, andererseits nutzt die Gegenseite offenbar bewusst zivile Strukturen, um sich zu schützen.
Die Drohungen gegen Universitäten markieren eine weitere Eskalationsstufe. Sie zeigen, dass sich der Krieg zunehmend auf Bereiche ausweitet, die bisher als zivil galten.
Für die Menschen in der Region bedeutet das eine zusätzliche Unsicherheit. Orte, die eigentlich Schutz und Alltag bieten sollten, geraten nun selbst in den Fokus möglicher Angriffe.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Khamenei.ir - https://www.tasnimnews.com/fa/media/1402/05/26/2942262/%D8%AF%DB%8C%D8%AF%D8%A7%D8%B1-%D9%81%D8%B1%D9%85%D8%A7%D9%86%D8%AF%D9%87%D8%A7%D9%86-%D8%B3%D9%BE%D8%A7%D9%87-%D9%BE%D8%A7%D8%B3%D8%AF%D8%A7%D8%B1%D8%A7%D9%86-%D8%A8%D8%A7-%D8%B1%D9%87%D8%A8%D8%B1-%D9%85%D8%B9%D8%B8%D9%85-%D8%A7%D9%86%D9%82%D9%84%D8%A7%D8%A8#photo=14, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=146266189
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 29. März 2026