Iraner berichten aus bombardierten Städten: „Das Regime macht uns mehr Angst als der Krieg“


Während Bomben fallen und das Internet im Land weitgehend abgeschaltet ist, sprechen drei Iraner in einem seltenen Interview über das Leben unter dem Druck des Regimes. Ihre Aussagen zeichnen ein Bild von Angst, Kontrolle und wachsender Wut.

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Viele hoffen auf Veränderungen im Land. Gleichzeitig richtet sich ein überraschend offener Gruß an Israel.

Während in Iran weiterhin Explosionen zu hören sind und die Regierung den Zugang zum Internet massiv eingeschränkt hat, berichten mehrere Bürger in einem seltenen Interview über die Realität im Land. Ihre Aussagen zeigen eine Situation, in der viele Menschen nicht nur den Krieg fürchten, sondern vor allem die eigene Regierung.

Ein Mann aus Teheran beschreibt eine Stadt unter strenger Kontrolle. In vielen Straßen seien Kontrollstellen aufgebaut worden. Sicherheitskräfte mit Sturmgewehren würden Fahrzeuge anhalten und Menschen nach ihrem Ziel, ihrer Arbeit und ihrem Aufenthaltsort befragen. Viele der Beamten tragen Masken.

Die Präsenz der Sicherheitskräfte ist allgegenwärtig. Nach Aussagen von Bewohnern sind auch Mitglieder der Basidsch-Miliz an zahlreichen Orten stationiert, darunter Schulen, Krankenhäuser und Sporthallen.

Der Mann berichtet, dass die größte Angst vieler Menschen nicht von den Bomben ausgehe. Vielmehr sei es das Verhalten der Sicherheitskräfte. Viele Menschen würden deshalb auch nicht auf die Straße gehen, obwohl der Unmut über das Regime groß sei.

Eine Frau aus Teheran beschreibt den Alltag während der Angriffe. Explosionen seien sowohl tagsüber als auch nachts zu hören. Gleichzeitig habe die Regierung ihre Kontrolle über den öffentlichen Raum deutlich verstärkt.

An mehreren Orten seien neue Scheinwerfer installiert worden, offenbar um große Menschenansammlungen leichter überwachen zu können. Besonders auffällig sei, dass sich unter den Sicherheitskräften auch sehr junge Mitglieder befinden, teilweise erst im Jugendalter.

Trotz der Angst beschreibt sie eine Stimmung, die sich von früheren Krisen unterscheidet. Viele Menschen seien nicht mehr resigniert. Stattdessen herrsche die Erwartung, dass sich die politische Situation irgendwann grundlegend verändern könnte.

Viele Einwohner würden deshalb im Land bleiben, obwohl die Gefahr durch die Angriffe groß ist. Der Grund dafür sei Hoffnung. Manche glauben, dass der Moment kommen könnte, in dem Proteste wieder beginnen.

Eine Frau aus der südlichen Stadt Buschehr berichtet, dass eine Rakete in der Nähe ihres Hauses eingeschlagen sei. Das Gebäude wurde beschädigt, doch sie sieht die Situation auch als möglichen Wendepunkt für ihr Land.

Nach ihrer Einschätzung betrachten manche Iraner den aktuellen Konflikt als Preis für eine mögliche Veränderung der politischen Ordnung. Viele seien überzeugt, dass die Islamische Republik eines Tages zusammenbrechen könnte.

Besonders scharf kritisiert sie die Informationspolitik der Regierung. Der größte Schaden für die Bevölkerung sei nicht der Krieg selbst, sagt sie, sondern die Entscheidung des Regimes, das Internet weitgehend abzuschalten. Dadurch würden Menschen voneinander isoliert und könnten kaum noch erfahren, was im Land geschieht.

Gleichzeitig richtet sie eine überraschende Botschaft an Israel. Sie beschreibt Israel als möglichen Partner für eine andere Zukunft und äußert die Hoffnung, dass Iran eines Tages frei sein könnte.

Auch andere Gesprächspartner äußern ähnliche Gedanken. Viele Menschen im Land würden offen über ihre Ablehnung der Revolutionsgarden und der Sicherheitskräfte sprechen. Der Wunsch nach politischer Veränderung sei weit verbreitet.

Ein Mann aus Teheran formuliert es besonders deutlich. Er hoffe, dass Iran eines Tages ein freies Land werde und er dann nach Israel reisen könne, um die Menschen dort kennenzulernen.

Die Aussagen zeigen eine seltene Perspektive aus dem Inneren Irans. Trotz Krieg, Angst und massiver Kontrolle wächst in Teilen der Bevölkerung offenbar die Erwartung, dass das politische System irgendwann nicht mehr bestehen kann.

Thematische Einordnung


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Avash Media, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=185677450

Artikel veröffentlicht am: Montag, 9. März 2026

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