Iranischer Offizier spricht offen über möglichen Zusammenbruch des Regimes
Eine Woche nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe mehren sich im Iran ungewöhnliche Stimmen aus dem Militär selbst. Ein Offizier erklärt, der Zusammenbruch der Islamischen Republik sei kaum noch aufzuhalten.

Der Krieg gegen das iranische Regime hat eine neue politische Dimension erreicht. Nach einer Woche intensiver Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf militärische Strukturen der Islamischen Republik zeigen sich innerhalb des iranischen Machtapparates erste deutliche Risse. Ein Angehöriger der iranischen Streitkräfte erklärte gegenüber internationalen Medien, der Sturz des Regimes sei inzwischen nahezu unausweichlich.
Der Offizier, der aus Sicherheitsgründen anonym blieb, schilderte ein Bild wachsender Erschöpfung und organisatorischer Schwäche innerhalb der Revolutionsgarden. Diese paramilitärische Eliteeinheit gilt seit Jahrzehnten als wichtigste Stütze der Islamischen Republik. Sie kontrolliert nicht nur große Teile des Militärs, sondern auch erhebliche Bereiche der iranischen Wirtschaft.
Doch nach den jüngsten Angriffen ist diese Struktur offenbar schwer erschüttert. Die Vereinigten Staaten und Israel haben in den vergangenen Tagen mehrere zentrale Kommandozentren der Revolutionsgarden angegriffen. Dabei wurde auch der oberste Führer der Islamischen Republik getötet, der bislang das zentrale Bindeglied zwischen Militär, religiöser Führung und wirtschaftlichen Machtstrukturen bildete.
Innerhalb der Revolutionsgarden führt dieser Verlust zu wachsender Unsicherheit. Nach Angaben des iranischen Militärangehörigen sind viele Einheiten erschöpft, schlecht koordiniert und zunehmend orientierungslos. Die Fähigkeit der Organisation, den Krieg effektiv zu führen und gleichzeitig die Kontrolle im Inneren des Landes zu behalten, nehme spürbar ab.
Die Revolutionsgarden verfügen offiziell über rund 250.000 aktive Mitglieder. Hinzu kommen große Reservekräfte sowie die Basij-Milizen, eine paramilitärische Organisation, die im ganzen Land präsent ist. Zusammengenommen stehen damit rund 900.000 bewaffnete Kräfte zur Verfügung.
Doch militärische Stärke allein garantiert keine Stabilität. Nach einer Woche Krieg sind die Kommunikationsstrukturen der Revolutionsgarden erheblich gestört. Mehrere Kommandeure wurden bei Luftangriffen getötet, darunter auch zahlreiche regionale Befehlshaber. Berichten zufolge sind bereits mindestens 800 Angehörige der Organisation gefallen.
Viele Einheiten mussten ihre festen Stützpunkte verlassen. Einige nutzen improvisierte Unterkünfte in Sportstadien oder anderen Gebäuden. Auch diese Orte wurden teilweise Ziel von Angriffen.
Die Führung der Revolutionsgarden versucht offenbar, ihre Strukturen zu dezentralisieren. Ein Teil der Kräfte wurde in kleinere lokale Einheiten aufgeteilt, die unabhängig voneinander operieren sollen. Nach Einschätzung westlicher Iran-Experten soll diese Strategie verhindern, dass ein Zusammenbruch der zentralen Führung sofort zum vollständigen Kollaps der Organisation führt.
Dabei greifen die Revolutionsgarden offenbar auch zu umstrittenen Methoden. Militärische Ausrüstung und Munition werden nach Berichten von Beobachtern teilweise in zivilen Einrichtungen versteckt, darunter Schulen oder Krankenhäuser. Ziel ist es, die militärischen Ressourcen vor Angriffen zu schützen.
Trotz dieser Maßnahmen wächst innerhalb des Regimes die Sorge vor einer neuen Protestwelle im eigenen Land. In den vergangenen Jahren hatte der Iran mehrere landesweite Aufstände erlebt. Besonders die Bewegung unter dem Motto „Frau Leben Freiheit“ stellte das Regime vor enorme Herausforderungen.
Sollten erneut große Demonstrationen ausbrechen, könnten die Revolutionsgarden gezwungen sein, gleichzeitig gegen äußere militärische Angriffe und gegen Proteste im Inneren vorzugehen. Genau dieses Szenario gilt innerhalb der Führung als besonders gefährlich.
Aus diesem Grund richten sich zahlreiche iranische Raketenangriffe auch gegen oppositionelle Gruppen außerhalb des Landes. Besonders kurdische Organisationen im Nordirak geraten regelmäßig ins Visier der Revolutionsgarden. Diese Gruppen verfügen über bewaffnete Kämpfer und genießen in Teilen der kurdischen Bevölkerung Irans breite Unterstützung.
Mehrere kurdische Parteien haben sich zuletzt enger zusammengeschlossen. Für das Regime stellt diese Entwicklung eine ernsthafte Bedrohung dar. Sicherheitsanalysten sehen darin die Möglichkeit einer neuen militärischen Front gegen Teheran.
Neben den kurdischen Kräften existiert nur eine weitere organisierte Oppositionsgruppe mit militärischen Strukturen. Dabei handelt es sich um die Organisation der Volksmudschahedin, die seit Jahrzehnten gegen das iranische Regime kämpft.
Allerdings ist diese Bewegung im Iran selbst stark umstritten. Viele Iraner betrachten sie wegen ihrer Vergangenheit und ihrer internen Strukturen mit großem Misstrauen. Daher gilt sie derzeit nicht als zentrale Kraft für einen möglichen politischen Umbruch.
Viel entscheidender könnte die Dynamik innerhalb der iranischen Gesellschaft sein. Studentenbewegungen, Gewerkschaften, Aktivisten der Frauenbewegung sowie verschiedene politische Netzwerke könnten bei einer neuen Protestwelle eine wichtige Rolle spielen.
Ein ehemaliger Teilnehmer der landesweiten Proteste im Januar erklärte, dass sich inzwischen erneut Strukturen für eine mögliche Bewegung formieren. Trotz massiver Repression gebe es weiterhin zahlreiche Menschen im Land, die bereit seien, gegen das Regime aufzustehen.
Viele Aktivisten sehen ihr politisches Ziel in einer neuen Republik, die sich auf die Prinzipien der Bewegung „Frau Leben Freiheit“ stützt. Diese Bewegung fordert grundlegende politische Rechte, gesellschaftliche Freiheiten und ein Ende der religiösen Herrschaft.
Der entscheidende Faktor bleibt jedoch die Stabilität der Revolutionsgarden. Seit fast fünf Jahrzehnten bildet diese Organisation das Rückgrat des iranischen Systems. Ihre Macht basiert auf militärischer Stärke, wirtschaftlichem Einfluss und einem dichten Netzwerk politischer Loyalitäten.
Doch genau diese Struktur könnte nun zur Schwäche werden. Sollte der Krieg weiter andauern und gleichzeitig neue Proteste im Inneren ausbrechen, könnte die Organisation unter dem Druck zerbrechen.
Der iranische Offizier, der mit Journalisten sprach, glaubt, dass genau dieser Moment näher rückt. Wenn die militärischen Strukturen weiter geschwächt werden und gleichzeitig die Bevölkerung auf die Straße geht, könne das System innerhalb kurzer Zeit auseinanderfallen.
Für Israel und seine Verbündeten bleibt die Entwicklung im Inneren Irans deshalb ein entscheidender Faktor. Der Ausgang des Krieges wird nicht nur auf dem Schlachtfeld entschieden. Er könnte auch davon abhängen, ob das Regime seine Kontrolle über die eigene Bevölkerung behalten kann.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=133902081
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 8. März 2026