Iran zwingt Familien ermordeter Kinder zu Lügen über ihren Tod


Das iranische Regime tötet Demonstranten und zwingt ihre Eltern anschließend, die Wahrheit zu verfälschen. Familien werden bedroht, erpresst und gedemütigt, um die Verbrechen des Staates zu verschleiern.

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Die Berichte zeigen ein System der Angst, das nicht nur Leben nimmt, sondern auch die Würde der Hinterbliebenen zerstören soll.

Die Islamische Republik Iran führt nicht nur Krieg gegen ihre eigenen Bürger auf der Straße, sondern auch gegen ihre Erinnerung. Neue Berichte von Menschenrechtsorganisationen und internationalen Medien zeigen ein Vorgehen, das selbst im brutalen Alltag dieser Diktatur heraussticht. Familien von getöteten Demonstranten werden gezwungen, die Todesursache ihrer eigenen Kinder und Angehörigen zu fälschen. Sie sollen unterschreiben, dass ihre Liebsten nicht vom Regime erschossen wurden, sondern angeblich als loyale Mitglieder staatlicher Milizen gestorben seien oder Opfer ausländischer Feinde geworden wären.

Besonders erschütternd ist der Fall des dreizehnjährigen Abolfazl Vahid Gezeljeh Meydan. Der Junge wurde am 8. Januar in Teheran während Protesten durch einen Schuss in den Hals getötet. Statt Verantwortung zu übernehmen, begann für seine Familie eine zweite Phase der Gewalt. Angehörige berichteten, dass sie wiederholt Anrufe von Behörden erhielten. Ihnen wurde erklärt, ihr Sohn sei von Zionisten getötet worden. Vertreter des Regimes wollten mit religiösen Symbolen zu ihnen kommen, um den Jungen als Märtyrer im Dienst des Systems darzustellen. Gleichzeitig wurde der Vater bedroht. Er sollte eine hohe Geldstrafe zahlen, wenn er sich weigerte zu bestätigen, sein Sohn sei Mitglied der Basij Miliz gewesen, einer paramilitärischen Organisation unter Kontrolle der Revolutionsgarden.

Diese Forderung offenbart den Kern der Strategie des Regimes. Es geht nicht nur darum, Proteste zu unterdrücken. Es geht darum, die Realität umzuschreiben. Aus Opfern staatlicher Gewalt sollen Anhänger des Systems gemacht werden. Aus Kindern, die Freiheit forderten, sollen Soldaten der Diktatur werden. Es ist ein Angriff auf die Wahrheit selbst.

Ein weiterer dokumentierter Fall ist der Tod der neunundzwanzigjährigen Fahimeh Ajam. Sie wurde während Protesten in der Provinz Golestan erschossen. Danach erschienen bewaffnete Männer vor dem Haus ihrer Familie. Sie setzten die Angehörigen unter Druck, öffentlich zu erklären, sie sei von Terroristen getötet worden. Ihr Bruder erhielt eine unmissverständliche Drohung. Selbst ihr Grab sei nicht sicher, wenn die Familie nicht kooperiere.

Diese Drohung ist in Iran keine leere Geste. Menschenrechtsanwälte berichten, dass Behörden Leichen heimlich an unbekannten Orten begraben, wenn Familien sich weigern, falsche Angaben zu machen. Angehörige erfahren oft erst Tage später, wo ihre Kinder begraben wurden. Damit nimmt der Staat den Familien sogar das Recht auf Trauer.

Menschenrechtsorganisationen sprechen von einem systematischen Vorgehen. Mahmood Amiry Moghaddam, Leiter einer bekannten Organisation zur Dokumentation staatlicher Gewalt, erklärte, dass der Druck diesmal besonders offen und brutal sei. Es gehe nicht mehr nur darum, Familien zum Schweigen zu bringen. Ziel sei es, sie öffentlich zu demütigen und ein Signal der Angst an die gesamte Gesellschaft zu senden.

Zusätzlich zwingt das Regime einige Familien, in staatlichen Medien aufzutreten. Dort müssen sie vorbereitete Trauerreden vorlesen, die anschließend bearbeitet werden. In manchen Fällen werden sogar künstlich erzeugte Videos eingesetzt, um alternative Versionen der Todesumstände zu verbreiten.

Parallel dazu setzt die Führung in Teheran weiterhin auf Hinrichtungen. Mehrere Demonstranten wurden bereits zum Tode verurteilt, weitere Verfahren laufen. Selbst Kinder befinden sich unter den Verurteilten. Internationale Organisationen warnen, dass eine neue Welle von Hinrichtungen bevorstehen könnte.

Diese Realität muss auch in Israel genau beobachtet werden. Der Iran ist nicht nur ein geopolitischer Gegner Israels, sondern ein Regime, das seine eigene Bevölkerung als Feind behandelt. Ein Staat, der seine Kinder erschießt und ihre Eltern zwingt, darüber zu lügen, zeigt, wie weit er bereit ist zu gehen, um seine Macht zu sichern.

Die iranische Bevölkerung kämpft nicht nur gegen wirtschaftliche Not oder politische Einschränkungen. Sie kämpft um ihre Würde und um das Recht auf Wahrheit. Jede erzwungene Lüge, jede gefälschte Todesurkunde ist ein weiterer Versuch, diesen Kampf zu brechen.

Doch trotz Drohungen und Gewalt widersetzen sich viele Familien. Sie weigern sich, die Erinnerung an ihre Kinder zu verraten. Ihr Widerstand ist leise, aber er ist real.

Das iranische Regime kann Menschen töten. Es kann Familien bedrohen. Aber es kann die Wahrheit nicht vollständig begraben.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By english.khamenei.ir - http://english.khamenei.ir/d/2016/05/08/4/2642.jpg, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48664011

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 27. Februar 2026

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