Geheime Schattenflotte finanziert Irans Krieg und unterläuft Sanktionen


Mehr als tausend Tankschiffe operieren fernab jeder Kontrolle und sichern dem iranischen Regime Milliarden. Dieses geheime Netzwerk ist ein schwimmendes Rettungssystem für Teherans Macht und seine militärischen Ambitionen.

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Während die internationale Gemeinschaft versucht, den Druck auf das iranische Regime zu erhöhen, arbeitet Teheran mit bemerkenswerter Konsequenz daran, genau diesen Druck zu unterlaufen. Im Zentrum dieser Strategie steht eine gigantische Schattenflotte, ein verborgenes Netzwerk aus etwa 1.300 Öltankern, das gemeinsam mit Russland und Venezuela operiert. Diese Schiffe transportieren Öl rund um den Globus und sichern damit Einnahmen, die für das Überleben der Regime entscheidend sind.

Für den Iran geht es dabei um weit mehr als wirtschaftliche Stabilität. Die Öleinnahmen sind das Fundament der Macht. Sie finanzieren nicht nur den Staat selbst, sondern auch das militärische Netzwerk, das sich von Teheran bis an Israels Grenzen erstreckt. Ohne dieses Geld wären die Revolutionsgarden, die Hisbollah und andere vom Iran unterstützte Terrororganisationen in ihrer heutigen Form kaum überlebensfähig.

Die Methoden dieser Schattenflotte sind gezielt darauf ausgelegt, unsichtbar zu bleiben. Viele der Schiffe schalten ihre Ortungssysteme ab, sodass sie auf internationalen Überwachungsplattformen schlicht verschwinden. Andere wechseln ihre Identität, fahren unter fremden Flaggen oder nutzen gefälschte Dokumente. Besonders häufig wird Öl mitten auf dem offenen Meer von einem Schiff auf ein anderes übertragen, um seine Herkunft zu verschleiern. Am Ende ist kaum noch nachvollziehbar, woher die Ladung tatsächlich stammt.

Diese Operation ist längst kein Randphänomen mehr. Schätzungen zufolge macht diese illegale Flotte inzwischen bis zu sieben Prozent des weltweiten Ölhandels aus. Russland transportiert einen Großteil seiner sanktionierten Energieexporte über genau dieses System. Für den Iran ist es ein lebenswichtiger Kanal, der verhindert, dass Sanktionen ihre volle Wirkung entfalten.

Doch der Westen beginnt zu reagieren. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Tanker beschlagnahmt. Die Vereinigten Staaten, Frankreich und andere Staaten haben ihre Maßnahmen deutlich verschärft. Allein im vergangenen Jahr wurden hunderte Schiffe mit Sanktionen belegt. Jede Beschlagnahmung ist ein Schlag gegen ein System, das bewusst geschaffen wurde, um internationale Regeln zu umgehen.

Für Israel hat diese Entwicklung eine direkte sicherheitspolitische Bedeutung. Jeder Dollar, der durch diese Schattenflotte nach Teheran fließt, stärkt ein Regime, das offen zur Zerstörung des jüdischen Staates aufruft. Die wirtschaftliche Isolation des Iran ist daher kein abstraktes politisches Instrument, sondern ein konkreter Bestandteil der israelischen Verteidigungsstrategie.

Die Existenz dieser Flotte zeigt zugleich die Grenzen internationaler Sanktionen. Solange es Staaten und Netzwerke gibt, die bereit sind, diese Operationen zu ermöglichen oder zu tolerieren, wird der Iran Wege finden, seine Einnahmen zu sichern. Doch der steigende Druck erhöht die Kosten und Risiken.

Die Schattenflotte ist mehr als eine Ansammlung alter Tanker. Sie ist ein Symbol für den Versuch eines Regimes, seine Macht trotz internationaler Isolation zu erhalten. Und sie ist eine stille Erinnerung daran, dass der Konflikt mit dem Iran nicht nur auf Schlachtfeldern oder in Verhandlungen entschieden wird, sondern auch auf den unsichtbaren Routen der Weltmeere.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 24. Februar 2026

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