Iran startet Militärmanöver in der Straße von Hormus kurz vor Atomgesprächen mit den USA


Teheran demonstriert militärische Stärke unmittelbar vor neuen Verhandlungen mit Washington. Gleichzeitig drohen Verbündete mit Unterstützung und die Möglichkeit eines Militärschlags bleibt im Raum.

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Nur einen Tag vor der geplanten Wiederaufnahme der Atomgespräche zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hat das iranische Regime ein groß angelegtes Militärmanöver in der Straße von Hormus begonnen. Die Marine der Revolutionsgarden startete die Übung in einer der sensibelsten und strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Rund ein Fünftel des globalen Ölhandels passiert diese Meerenge. Jede militärische Aktivität dort ist ein bewusst gesetztes Signal an die internationale Gemeinschaft.

Offiziell erklärte Teheran, das Manöver diene der Vorbereitung auf mögliche Bedrohungen und der Sicherung der nationalen Verteidigung. Doch der Zeitpunkt zeigt eine klare Absicht. Während iranische Vertreter diplomatische Gespräche führen, unterstreicht das Regime gleichzeitig seine militärischen Fähigkeiten. Diese Doppelstrategie gehört seit Jahren zum festen Muster der iranischen Führung.

Irans Außenminister Abbas Araghchi traf in Genf mit dem Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, zusammen. Dabei ging es um die Vorbereitung der Gespräche mit den amerikanischen Unterhändlern, die im Auftrag von US Präsident Donald Trump handeln. Iran erklärte, im Falle eines Abkommens internationale Kontrollen seiner Nuklearanlagen zu akzeptieren. Selbst tägliche Inspektionen seien denkbar, um Vertrauen zu schaffen.

Doch gleichzeitig erhöht Teheran den Druck auf militärischer Ebene. Die Straße von Hormus ist nicht nur ein Handelsweg, sondern ein geopolitischer Hebel. Iran hat in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, den Schiffsverkehr dort stören zu können, sollte es zu einem Konflikt mit den USA oder Israel kommen. Eine solche Eskalation hätte weltweite wirtschaftliche Folgen.

Zusätzliche Spannungen entstehen durch eine Erklärung der Taliban in Afghanistan. Ein Sprecher der islamistischen Regierung erklärte, man könne Iran unterstützen, falls das Land angegriffen werde. Auch wenn diese Aussage vor allem politische Symbolik enthält, verdeutlicht sie die wachsende regionale Dimension des Konflikts.

Parallel dazu wurde bekannt, dass Präsident Trump Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bereits im Dezember signalisiert hatte, die Vereinigten Staaten würden eine militärische Aktion gegen iranische Raketenstellungen unterstützen, falls die Verhandlungen scheitern. Diese Haltung zeigt, dass Washington diplomatische Lösungen bevorzugt, jedoch bereit ist, auch andere Maßnahmen in Betracht zu ziehen.

Für Israel ist die Situation von zentraler Bedeutung. Iran arbeitet seit Jahren daran, seine militärischen Fähigkeiten auszubauen und seinen Einfluss in der Region zu erweitern. Das iranische Atomprogramm bleibt dabei der wichtigste strategische Faktor. Israel betrachtet eine mögliche nukleare Bewaffnung Irans als existenzielle Bedrohung.

Das aktuelle Manöver ist daher mehr als eine militärische Übung. Es ist Teil einer politischen Botschaft. Iran versucht, Stärke zu zeigen und gleichzeitig diplomatischen Spielraum zu nutzen. Für die internationale Gemeinschaft stellt sich die Frage, ob Teheran tatsächlich zu einem verlässlichen Abkommen bereit ist oder lediglich Zeit gewinnen will.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181410950

Artikel veröffentlicht am: Montag, 16. Februar 2026

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