Frankreich fordert Rücktritt von UN-Beauftragter Albanese nach israelfeindlicher Hetze


Die Geduld ist erschöpft: Nach erneuten antisemitischen Ausfällen verlangt Paris den sofortigen Rückzug der umstrittenen UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Ihre jüngsten Aussagen auf einem Al-Jazeera-Forum haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

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Frankreich fordert Rücktritt von UN-Beauftragter Albanese nach israelfeindlicher Hetze

Vorschautext: Die Geduld ist erschöpft: Nach erneuten antisemitischen Ausfällen verlangt Paris den sofortigen Rückzug der umstrittenen UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Ihre jüngsten Aussagen auf einem Al-Jazeera-Forum haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

Frankreich zieht eine rote Linie. Zum ersten Mal fordert eine westliche Regierung offen und unmissverständlich den Rücktritt der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Der Grund sind Äußerungen, die selbst für ihre bisherigen Standards erschreckend radikal ausfielen. Paris spricht von inakzeptabler Hetze gegen Israel und von einer systematischen Delegitimierung des jüdischen Staates.

Auslöser der diplomatischen Eskalation war ein Auftritt Albaneses am vergangenen Wochenende beim sogenannten Al-Jazeera-Forum in Doha. Dort erklärte sie vor internationalem Publikum, Israel sei der gemeinsame Feind der Menschheit. Eine Aussage, die weit über politische Kritik hinausgeht und eine ganze Nation pauschal verurteilt.

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot reagierte ungewöhnlich scharf. In einer Sitzung der Nationalversammlung verurteilte er Albaneses Worte als skandalös und verwerflich. Sie richte sich nicht gegen konkrete Entscheidungen der israelischen Regierung, die man selbstverständlich kritisieren könne, sondern gegen Israel als Volk und als Nation. Genau das mache ihre Äußerungen zutiefst problematisch und untragbar.

Barrot erinnerte daran, dass dies keineswegs der erste Vorfall sei. Albanese habe bereits mehrfach mit extremen Positionen provoziert. Sie habe den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober relativiert, von einer angeblichen jüdischen Lobby gesprochen und wiederholt Vergleiche zwischen Israel und dem Dritten Reich gezogen. All dies sei für einen Vertreter der Vereinten Nationen absolut unvereinbar mit dessen Auftrag.

Der französische Außenminister ließ keinen Zweifel daran, dass für Paris nun eine Grenze überschritten wurde. Ein Mandatsträger der UN dürfe nicht zur Bühne für antisemitische Propaganda werden. Die Vereinten Nationen hätten eine Verantwortung, Hass und Diskriminierung entgegenzutreten, nicht sie zu fördern.

Unterstützung erhält Barrot aus dem französischen Parlament. Mehr als zwanzig Abgeordnete unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die sofortige Aberkennung sämtlicher UN-Mandate Albaneses verlangen. Für sie ist klar: Wer derart extreme Positionen vertritt, kann nicht länger als neutrale Menschenrechtsbeauftragte auftreten.

Die italienische Juristin Albanese ist seit Jahren eine der umstrittensten Figuren innerhalb des UN-Systems. Formal bekleidet sie das Amt der Sonderberichterstatterin für die Palästinensischen Gebiete. In der Praxis agiert sie jedoch immer wieder als politische Aktivistin, deren Aussagen fast ausschließlich Israel verurteilen und jede Verantwortung der Hamas ausblenden.

Ihr Auftritt in Doha war dabei ein besonders drastisches Beispiel. Auf demselben Podium saßen Hamas-Führer Khaled Mashaal und der iranische Außenminister Abbas Araghchi. Bereits diese Gesellschaft hätte für einen UN-Vertreter eigentlich undenkbar sein müssen. Albanese nutzte die Bühne dennoch, um Israel zu dämonisieren und westliche Staaten für ihre Unterstützung Jerusalems anzugreifen.

Sie behauptete, internationale Medien hätten eine angeblich genozidale Erzählung Israels verstärkt. Internationales Recht sei im Herzen erstochen worden, erklärte sie. Und dann folgte der Satz, der nun die politische Explosion auslöste: Die Menschheit habe nun einen gemeinsamen Feind. Gemeint war unverkennbar Israel.

Solche Worte sind mehr als bloße politische Rhetorik. Sie knüpfen an jahrhundertealte antisemitische Muster an, in denen Juden oder der jüdische Staat als globale Bedrohung dargestellt werden. Genau deshalb reagiert Frankreich so deutlich. Paris erkennt, dass hier nicht Kritik geäußert, sondern Hass geschürt wird.

Die Forderung nach ihrem Rücktritt ist auch ein Signal an die Vereinten Nationen selbst. Seit Jahren wird innerhalb der UN eine einseitige Fixierung auf Israel kritisiert. Kaum ein anderes Land wird so häufig verurteilt, während die Verbrechen autoritärer Regime oft unbeachtet bleiben. Mit Albanese hat diese Schieflage ein besonders radikales Gesicht bekommen.

Für Israel kommt der Vorstoß aus Paris zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die Regierung in Jerusalem wirft Albanese seit Langem vor, ihr Amt zu missbrauchen und als politische Aktivistin aufzutreten. Bisher wurden diese Vorwürfe in Europa häufig relativiert. Nun jedoch bricht mit Frankreich erstmals ein großes EU-Land offen mit der Sonderberichterstatterin.

Die Entscheidung, Albanese nicht länger zu tolerieren, hat auch eine moralische Dimension. In einem Europa, das sich gern als Hüter von Menschenrechten präsentiert, kann kein Platz sein für Funktionäre, die offen antisemitische Narrative verbreiten. Gerade Frankreich, das selbst immer wieder mit Judenhass im eigenen Land konfrontiert ist, weiß um die Gefahr solcher Rhetorik.

Ob die Vereinten Nationen tatsächlich handeln werden, ist allerdings offen. UN-Mandatsträger genießen weitgehende Unabhängigkeit. Doch der politische Druck wächst. Sollte Albanese im Amt bleiben, wäre dies ein verheerendes Signal: dass die internationale Gemeinschaft Hetze gegen den jüdischen Staat duldet, solange sie in das ideologische Weltbild bestimmter Kreise passt.

Frankreich hat nun den ersten Schritt getan. Andere europäische Länder werden sich entscheiden müssen, ob sie folgen. Denn eines ist klar: Wer Israel als gemeinsamen Feind der Menschheit bezeichnet, hat in einer seriösen Menschenrechtsinstitution nichts mehr verloren.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Esquerda.net - Encontro com relatora especial da ONU, Francesca Albanese - Out.24, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=160944050

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 11. Februar 2026

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