Erneuter islamistischer Anschlag auf Israels Botschaft in Belgrad: Polizei erschießt Messerangreifer

Erneuter islamistischer Anschlag auf Israels Botschaft in Belgrad: Polizei erschießt Messerangreifer


Ein mutmaßlich minderjähriger Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat attackierte einen Wachpolizisten mit zwei Messern. Serbien verhängt die höchste Terrorwarnstufe. Bereits 2024 war dieselbe israelische Botschaft Ziel eines islamistischen Anschlags.

Erneuter islamistischer Anschlag auf Israels Botschaft in Belgrad: Polizei erschießt Messerangreifer
Bildnachweis: Pixabay / Symbolbild

Vor der israelischen Botschaft in der serbischen Hauptstadt Belgrad ist es in der Nacht zum Mittwoch zu einem islamistisch motivierten Angriff gekommen. Ein mutmaßlich minderjähriger Täter griff einen Angehörigen der serbischen Gendarmerie mit zwei Messern an und verletzte ihn im Gesicht. Der Polizist erschoss den Angreifer in Notwehr. Serbiens Innenminister Ivica Dačić bezeichnete die Tat als Terroranschlag und ordnete landesweit die höchste Terrorwarnstufe an.

Der Angriff ereignete sich am 28. Oktober gegen 0.15 Uhr. Nach Angaben des serbischen Innenministeriums näherte sich der Täter dem Wachposten vor der israelischen diplomatischen Vertretung und stürzte sich mit zwei Messern auf den Beamten. Dabei soll er „Allahu Akbar“ gerufen haben.

Der Polizist erlitt eine Schnittverletzung im Gesicht. Sein Zustand ist nach Angaben der Behörden stabil. Innenminister Dačić besuchte den Verletzten gemeinsam mit Polizeidirektor Dragan Vasiljević im Krankenhaus. Der Beamte sollte noch am Mittwoch entlassen werden.

Der Angreifer starb am Tatort. Seine Identität war zunächst nicht abschließend festgestellt. Nach ersten Erkenntnissen vermuten die Ermittler, dass er aus der westserbischen Stadt Šabac stammte.

Israelische Botschaftsmitarbeiter wurden nicht verletzt. Das israelische Außenministerium erklärte, die diplomatische Vertretung sei zum Zeitpunkt des Angriffs geschlossen gewesen.

Täter war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt

Besonders schwer wiegt eine weitere Aussage des serbischen Innenministers: Der mutmaßliche Angreifer befand sich bereits vor der Tat im Blickfeld der Sicherheitsdienste.

Nach Angaben Dačićs wurde der Jugendliche als Unterstützer der Terrororganisation Islamischer Staat eingestuft. Auf seinem Instagram-Profil soll er die schwarze Flagge sowie weitere Symbole der Organisation gezeigt haben.

Die Sicherheitsbehörden hatten ihn nach Darstellung des Innenministers bereits beobachtet. Weshalb der Verdächtige trotz dieser Erkenntnisse einen bewaffneten Angriff auf die Botschaftswache ausführen konnte, ist bislang ungeklärt.

Auch eine direkte organisatorische Verbindung zum Islamischen Staat ist noch nicht nachgewiesen. Die Verwendung seiner Symbole und die mutmaßliche ideologische Unterstützung belegen für sich genommen nicht, dass die Organisation den Anschlag angeordnet oder vorbereitet hat.

Die Ermittlungen müssen deshalb klären, ob der Täter allein handelte, von anderen Personen unterstützt wurde oder Kontakte zu extremistischen Netzwerken unterhielt.

Nach dem Angriff erhöhte Serbien seine Terrorwarnstufe auf Rot, die höchste vorgesehene Stufe. Damit verbunden sind verstärkte Polizeikontrollen sowie zusätzliche Sicherheitskräfte an diplomatischen Einrichtungen, wichtigen Infrastrukturanlagen und Orten mit größeren Menschenansammlungen.

Die Entscheidung zeigt, dass die serbischen Behörden eine über den einzelnen Tatort hinausgehende Sicherheitsgefahr ernst nehmen.

Bereits 2024 wurde dieselbe Botschaft angegriffen

Es ist nicht der erste islamistische Anschlag auf die israelische Botschaft in Belgrad.

Am 29. Juni 2024 griff ein bewaffneter Mann einen serbischen Polizisten an, der die diplomatische Vertretung bewachte. Der Täter hatte sich dem Wachposten zunächst unter dem Vorwand genähert, nach dem Weg zu einem Museum fragen zu wollen. Anschließend holte er eine Armbrust aus seiner Tasche und schoss auf den Beamten.

Der Pfeil traf den Polizisten am Hals. Trotz seiner schweren Verletzung gelang es ihm, mit seiner Dienstwaffe zurückzuschießen und den Angreifer tödlich zu verletzen.

Der verletzte Beamte musste damals operiert werden.

Die serbischen Behörden identifizierten den Täter als Salahudin Žujović, einen zum Islam konvertierten Serben. Sie untersuchten Verbindungen zu einem islamistischen Umfeld und nahmen weitere Verdächtige fest.

Auch damals wurde der Vorfall als Terroranschlag eingestuft. Die Sicherheitsmaßnahmen an diplomatischen Einrichtungen wurden anschließend verstärkt.

Dass nun innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren erneut ein bewaffneter Islamist einen Wachposten vor derselben israelischen Botschaft angegriffen haben soll, macht die anhaltende Gefährdung solcher Einrichtungen deutlich.

Ein organisatorischer Zusammenhang zwischen den Anschlägen von 2024 und 2026 ist bisher nicht belegt.

Die Parallelen sind dennoch auffällig: In beiden Fällen war die israelische Vertretung das Zielumfeld, in beiden Fällen wurde ein serbischer Sicherheitsbeamter verletzt und in beiden Fällen erschoss der angegriffene Polizist den Täter.

Israelische Einrichtungen bleiben Ziele islamistischer Gewalt

Der Anschlag verdeutlicht ein Sicherheitsproblem, das weit über Serbien hinausreicht.

Israelische diplomatische Einrichtungen stehen seit Jahren unter besonderem Schutz. Die Bedrohung richtet sich dabei nicht ausschließlich gegen israelische Staatsbürger. Auch Angehörige der Sicherheitskräfte ihrer jeweiligen Gastländer geraten ins Visier.

In Belgrad waren es in beiden Fällen serbische Polizisten, die die israelische Botschaft schützten und selbst Opfer der Angriffe wurden.

Damit zeigt sich auch, weshalb islamistische Gewalt gegen israelische Einrichtungen nicht als eine Angelegenheit betrachtet werden kann, die allein IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen betrifft.

Wer einen bewaffneten Angriff auf eine diplomatische Vertretung verübt, gefährdet zugleich die Sicherheit des Gastlandes und seiner eigenen Bürger.

Die mutmaßliche Unterstützung des Islamischen Staates durch den jüngsten Täter verschärft diese Problematik. Die Organisation propagiert seit Jahren Gewalt gegen JudenPogrom: Wenn Hass zur Jagd auf Juden wirdEin Pogrom ist eine kollektive Gewalttat gegen eine Minderheit, besonders gegen Juden. Der Begriff wurde durch antijüdische Gewalt im Russischen Reich bekannt, die Form der Gewalt ist jedoch viel älter.Mehr lesen, Israelis und staatliche Einrichtungen, die sie als Feinde betrachtet.

Ob der Angreifer in Belgrad seine Tat auf eigene Initiative beging oder weitere Personen beteiligt waren, müssen die Ermittler feststellen.

Gesichert ist bereits, dass der Wachpolizist mit zwei Messern angegriffen und verletzt wurde. Nach Angaben des serbischen Innenministers handelte er in Notwehr, als er den Täter erschoss.

Serbien reagiert nun mit seiner höchsten Terrorwarnstufe und zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Der erneute Anschlag vor Israels Botschaft zeigt, dass die Gefahr islamistischer Gewalt gegen jüdische und israelische Einrichtungen auch fernab des Nahen Ostens fortbesteht. Die Opfer solcher Angriffe sind dabei nicht selten Menschen, deren Aufgabe es ist, andere zu schützen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 28. Oktober 2026

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