Israelische Drohnenproduktion mitten in Europa: Serbien eröffnet Fabrik und plant drei weitere

Israelische Drohnenproduktion mitten in Europa: Serbien eröffnet Fabrik und plant drei weitere


Serbien baut seine militärische Zusammenarbeit mit Israel massiv aus. Präsident Aleksandar Vučić hat eine Fabrik für israelisch entwickelte Drohnen eröffnet. Rund 100 Beschäftigte sollen dort Systeme für die serbische Armee und weitere Staaten produzieren. Mindestens drei zusätzliche Werke sind bereits geplant.

Israelische Drohnenproduktion mitten in Europa: Serbien eröffnet Fabrik und plant drei weitere
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Israelische Rüstungstechnologie wird künftig direkt in Serbien produziert. Präsident Aleksandar Vučić eröffnete am Donnerstag eine neue Fabrik zur Montage moderner Drohnen israelischer Entwicklung. Die Anlage soll nach seinen Angaben rund 100 Menschen beschäftigen und sowohl die serbischen Streitkräfte als auch Armeen anderer Staaten beliefern.

Medien durften das Werk nicht besichtigen. Vučić begründete dies mit der Geheimhaltung des Produktionsprozesses und veröffentlichte lediglich ausgewählte Aufnahmen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die jetzige Fabrik nur der Anfang sein soll: Gemeinsam mit israelischen Partnern wolle Serbien mindestens drei weitere Werke im Land eröffnen.

Nach bisherigen Berichten steht hinter dem Projekt der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems gemeinsam mit dem staatlichen serbischen Rüstungskonzern Yugoimport SDPR. CTech berichtet, Elbit halte 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, die serbische Seite 49 Prozent. Das Unternehmen selbst hat diese Beteiligungsstruktur bislang nicht in einer eigenen Mitteilung bestätigt.

Damit entwickelt sich die israelisch-serbische Zusammenarbeit vom klassischen Rüstungsexport zur gemeinsamen Produktion.

Vučić formulierte das Ziel ungewöhnlich offen. Gegenüber dem serbischen Sender Informer sprach er von der Schaffung einer „digitalen Armee“ und davon, israelisches Know-how nach Serbien zu holen, damit sein Land künftig nicht mehr ausschließlich auf Importe angewiesen sei.

Von israelischen Waffen zu israelischem Know-how

Die neue Fabrik ist kein isoliertes Projekt.

Elbit Systems meldete bereits im November 2024 Verträge über rund 335 Millionen Dollar mit einem nicht genannten europäischen Staat. Das Paket umfasste PULS-Raketenwerfer sowie Hermes-900-Drohnen. Serbien wurde später von israelischen und serbischen Medien als Kunde identifiziert. Elbit selbst nannte das Land damals nicht.

Im August 2025 folgte ein wesentlich größeres Geschäft. Elbit verkündete einen Vertrag über 1,635 Milliarden Dollar mit einem europäischen Kunden. Das Paket umfasst Präzisionsraketen, unbemannte Aufklärungs- und Kampfsysteme, elektronische Kampfführung, SIGINT- und COMINT-Systeme sowie digitale Führungs- und Gefechtsnetzwerke. Auch hier wurde der Kunde offiziell nicht genannt, in späteren Berichten jedoch Serbien zugeordnet.

Schon damals enthielt der Vertrag ausdrücklich industrielle Zusammenarbeit, damit der Käufer eigene nationale Produktionsfähigkeiten aufbauen kann.

Genau das geschieht nun.

Nach serbischen und israelischen Berichten sollen in dem neuen Werk unterschiedliche Drohnentypen entstehen, darunter Systeme für kurze Reichweiten und größere Nutzlasten sowie schnellere Modelle für längere Distanzen. N12 berichtet zudem, dass Gefechtsköpfe in einem serbischen Rüstungsbetrieb gefertigt werden sollen. Technische Einzelheiten wurden wegen der Geheimhaltung bislang nicht vollständig veröffentlicht.

Serbiens Verteidigungsministerium zeigt zugleich, welche Rolle unbemannte Systeme künftig spielen sollen. Erst Anfang September setzte die Armee während der Großübung „Pobednik 2026“ verschiedenste Drohnen und robotische Plattformen für Aufklärung, Zielerfassung und Angriffsaufgaben ein. Die Streitkräfte erklärten ausdrücklich, diese Technik solle stärker mit Führungssystemen, Aufklärung und Feuerunterstützung vernetzt werden.

Das passt zu Vučićs Begriff der „digitalen Armee“.

Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist das Projekt zugleich ein weiterer Beleg für die wachsende internationale Bedeutung seiner Verteidigungsindustrie. Systeme, die ursprünglich für die besonderen israelischen Sicherheitsanforderungen entwickelt wurden, werden längst nicht mehr nur exportiert. Partnerstaaten wollen inzwischen auch Produktion, Technologie und industrielle Fähigkeiten übernehmen.

haOlam hatte bereits im August über diese Entwicklung berichtet. Damals war noch angekündigt worden, dass die gemeinsame Drohnenfabrik Mitte September eröffnet werden solle. Nun ist sie tatsächlich in Betrieb.

Politisch ist die Kooperation bemerkenswert, weil Serbien gleichzeitig Beziehungen zu sehr unterschiedlichen Rüstungspartnern pflegt. Belgrad kaufte französische Rafale-Kampfjets, besitzt russische und chinesische Waffensysteme und verfolgt weiterhin offiziell das Ziel eines EU-Beitritts. Gleichzeitig baut es seine militärtechnische Zusammenarbeit mit Israel erheblich aus.

Das israelisch-serbische Projekt zeigt deshalb mehr als nur die Eröffnung einer einzelnen Fabrik.

Serbien kauft nicht länger lediglich israelische Drohnen.

Es baut mit israelischer Technologie eine eigene Drohnenindustrie auf.

Und wenn Vučićs Ankündigung umgesetzt wird, könnten aus einer Fabrik schon bald mindestens vier werden.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 20. September 2026

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