Neue Terrorgruppe Ashab al-Yamin reklamiert Bombenanschlag nahe World Trade Center in Amsterdam
Ein Sprengsatz detonierte vor einem Bürokomplex im Amsterdamer Finanzviertel. Kurz darauf veröffentlichte eine bislang kaum bekannte Terrorgruppe ein Propagandavideo und drohte mit weiteren Angriffen auf amerikanische und israelische Einrichtungen in Europa.

Vor einem Bürogebäude im Amsterdamer Geschäftsviertel rund um das World Trade Center detonierte am Sonntag ein improvisierter Sprengsatz. Der Vorfall ereignete sich am Eingang eines Bürokomplexes an der Strawinskylaan, einem wichtigen Standort internationaler Unternehmen im Süden der niederländischen Hauptstadt.
Nach Angaben der Polizei entstand durch die Explosion ein Feuer, das von Sicherheitskräften schnell gelöscht werden konnte. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Ermittler begannen unmittelbar nach dem Vorfall mit der Auswertung von Überwachungskameras und riefen mögliche Zeugen dazu auf, sich zu melden.
Unklar blieb zunächst, welches konkrete Ziel angegriffen werden sollte. Kurz nach der Explosion tauchte jedoch im Internet ein Propagandavideo auf, in dem eine bisher kaum bekannte Gruppierung namens Ashab al-Yamin die Verantwortung für den Anschlag übernahm.
In dem Video behauptet die Gruppe, sie habe gezielt eine Niederlassung der amerikanischen Bank Bank of New York Mellon angegriffen. Diese befindet sich im Atrium-Bürokomplex in unmittelbarer Nähe zum World Trade Center.
Die Aufnahme zeigt eine unbekannte Person, die einen Sprengsatz zündet und anschließend vom Tatort flieht. Wenige Sekunden später ist eine Explosion zu sehen.
Drohung gegen westliche Einrichtungen
Am Ende des Videos erscheint das Emblem der Organisation. Das Symbol zeigt einen erhobenen Arm mit einem Scharfschützengewehr. Anders als in früheren Videos der Gruppe befindet sich im Hintergrund keine Weltkugel, sondern eine rote Flagge mit Olivenzweigen.
Darüber steht der Slogan „Dschihad, Standhaftigkeit, Sieg“.
Im Begleittext richtet die Gruppe eine offene Drohung an Europa. Menschen in der Europäischen Union werden aufgefordert, sich von amerikanischen und israelischen Einrichtungen fernzuhalten.
Die Botschaft bezeichnet sich selbst als „letzte Warnung“. Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen mit Verbindung zu den Vereinigten Staaten oder Israel könnten demnach künftig Ziel weiterer Angriffe werden.
Mehrere Anschläge beansprucht
Ashab al-Yamin trat erst in den vergangenen Tagen erstmals öffentlich auf. Dennoch beansprucht die Gruppe bereits mehrere Angriffe in Europa.
Dazu gehört eine Explosion an einer Synagoge in der belgischen Stadt Lüttich. Auch ein Angriff auf eine jüdische Schule in Amsterdam sowie ein Vorfall an einer Synagoge in Rotterdam wurden von der Gruppierung reklamiert.
Die Sicherheitsbehörden prüfen derzeit, ob tatsächlich eine Verbindung zwischen diesen Vorfällen besteht oder ob einzelne Taten möglicherweise von unterschiedlichen Tätern begangen wurden.
Hinweise auf Verbindung zur iranischen Terrorachse
Beobachter sehen mögliche Verbindungen der neuen Gruppierung zu pro-iranischen Milizen im Nahen Osten. Die Propagandavideos von Ashab al-Yamin wurden in den vergangenen Tagen über zahlreiche Telegram-Kanäle verbreitet, die üblicherweise Inhalte der sogenannten schiitischen „Widerstandsachse“ veröffentlichen.
Darunter befinden sich Kanäle, die der Hisbollah im Libanon, den iranischen Revolutionsgarden oder den Huthi-Milizen im Jemen zugerechnet werden.
Auch mehrere bekannte Accounts, die iranische Propaganda verbreiten, teilten das Video über den Anschlag in Amsterdam.
Diese Verbreitung über bekannte Netzwerke der iranischen Einflussstruktur gilt für Sicherheitsexperten als möglicher Hinweis auf ideologische oder organisatorische Verbindungen.
Ermittlungen der Behörden
Die Amsterdamer Polizei bestätigte, dass sowohl die Explosion selbst als auch das veröffentlichte Propagandavideo Teil der laufenden Ermittlungen sind.
Sicherheitsbehörden versuchen derzeit herauszufinden, ob der im Video gezeigte Täter identifiziert werden kann und ob die neue Gruppierung tatsächlich hinter den verschiedenen Anschlägen steht, die sie für sich reklamiert.
Der Vorfall verstärkt die Sorge vor einer neuen Serie antisemitischer und antiwestlicher Anschläge in Europa. Besonders jüdische Einrichtungen sowie amerikanische Unternehmen stehen in vielen europäischen Städten bereits seit Monaten unter erhöhtem Polizeischutz.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Karlunun - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77007524
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 19. März 2026