Rapper ruft in London „Tod der IDF“: Polizei leitet Ermittlungen nach Al-Quds-Demonstration ein


Auf einer Großdemonstration in London ruft ein britischer Rapper die Menge zu Parolen gegen Israels Armee auf. Die Polizei ermittelt nun wegen möglicher Aufstachelung zu Gewalt.

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Bei einer pro-palästinensischen Demonstration in London hat der britische Rapper Bobby Vylan Parolen gegen die israelischen Streitkräfte angestimmt, die nun strafrechtliche Ermittlungen auslösen. Während der sogenannten Al-Quds-Demonstration führte der Musiker die Menge in Sprechchören mit der Parole „Death to the IDF“.

Die Veranstaltung fand entlang des Albert Embankment an der Themse statt. Tausende Demonstranten versammelten sich dort, um ihre Unterstützung für Gaza zu bekunden und gegen die britische Regierungspolitik gegenüber pro-palästinensischen Aktivisten zu protestieren.

Bobby Vylan, Frontmann des Rap-Duos Bob Vylan, trat während der Kundgebung auf einer Bühne auf und hielt eine Rede vor den Demonstranten. Darin kritisierte er das Vorgehen der britischen Behörden gegen Aktivisten, Musiker und Demonstranten, die sich öffentlich mit der palästinensischen Sache identifizieren.

In seiner Ansprache erklärte er, die Bewegung lasse sich trotz Festnahmen und politischem Druck nicht einschüchtern. Anschließend rief er die Menge zu Sprechchören gegen die israelischen Streitkräfte auf.

Ermittlungen durch Scotland Yard

Die Londoner Polizei bestätigte kurz darauf, dass der Vorfall untersucht wird. In einer Stellungnahme erklärte Scotland Yard, man sei sich der Aufnahmen der Parolen bewusst und prüfe nun mögliche strafrechtliche Konsequenzen.

Die Polizei betonte, dass solche Parolen besonders in der jüdischen Gemeinschaft Londons große Besorgnis auslösen. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 registrieren britische Behörden einen starken Anstieg antisemitischer Drohungen und Vorfälle.

Gleichzeitig verwies die Polizei darauf, dass ähnliche Fälle in der Vergangenheit juristisch schwierig zu verfolgen gewesen seien. In früheren Situationen habe die Staatsanwaltschaft entschieden, dass nicht genügend Beweise für eine strafrechtliche Anklage vorlagen.

Ob dies auch in diesem Fall so sein wird, ist derzeit offen.

Weitere Vorfälle bei der Demonstration

Die Demonstration selbst blieb nicht ohne weitere Zwischenfälle. Die Polizei nahm während der Veranstaltung einen Mann fest, der ein Banner mit der Aufschrift „Boom Boom Tel Aviv“ trug.

Nach Angaben britischer Medien äußerte der Mann gegenüber Journalisten offen seine Unterstützung für iranische Angriffe auf Israel. Die Polizei prüft nun, ob dies als Verherrlichung von Gewalt oder Terror eingestuft werden kann.

Auch Redebeiträge auf der Demonstration sorgten für Kontroversen. Einige Teilnehmer verteidigten eine Aktivistin aus Brighton, die zuvor festgenommen worden war, weil sie Parolen zur Unterstützung der Intifada gerufen hatte.

Wachsende Spannungen in Großbritannien

Der Vorfall zeigt erneut, wie stark der Nahostkonflikt inzwischen auch in europäischen Städten zu politischen Spannungen führt. Großbritannien erlebt seit dem Hamas-Massaker einen deutlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle.

Jüdische Gemeinden berichten von zunehmenden Bedrohungen, Beschimpfungen und Demonstrationen mit offen antiisraelischen Parolen.

Vor diesem Hintergrund stehen britische Behörden unter wachsendem Druck, klare Grenzen zwischen politischer Meinungsäußerung und Aufrufen zur Gewalt zu ziehen.

Ob die Parolen des Rappers strafrechtlich verfolgt werden können, wird nun von den Ermittlungen der Londoner Polizei abhängen.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By IthakaDarinPappas - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=124360874

Artikel veröffentlicht am: Montag, 16. März 2026

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