Muslimischer Mann greift jüdischen Jugendlichen in Antwerpen an
Ein 16-jähriger Schüler wird auf offener Straße attackiert, als er von einer Jeschiwa nach Hause geht. Der Vorfall ist Teil einer Serie antisemitischer Angriffe, die in der belgischen Stadt zuletzt deutlich zugenommen haben.

In der belgischen Stadt Antwerpen hat ein Mann einen 16-jährigen ultraorthodoxen jüdischen Jugendlichen angegriffen. Der Junge war am Freitag auf dem Heimweg von einer Jeschiwa, als der Angreifer ihn auf einer zentralen Straße schlug und ihm dabei den Hut vom Kopf riss.
Mitglieder der jüdischen Freiwilligen-Sicherheitsorganisation Shomrim beobachteten den Vorfall und griffen ein. Sie konnten den Täter festhalten und anschließend der Polizei übergeben. Nach Berichten lokaler Medien wurde der Mann zur Befragung in Gewahrsam genommen. Behörden zufolge ist er den Sicherheitsdiensten bereits bekannt.
Der Angriff wurde teilweise auf Video festgehalten und verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken. Die Aufnahmen zeigen, wie der Täter den Jugendlichen angreift, bevor Mitglieder der Sicherheitsgruppe eingreifen.
Serie von Angriffen auf Juden
Der Vorfall steht nicht allein. In den vergangenen Wochen wurden in Antwerpen mindestens acht Angriffe auf jüdische Menschen gemeldet. Vier dieser Fälle richteten sich gegen Kinder oder Jugendliche.
Vertreter der Sicherheitsorganisation Shomrim erklärten, die Zahl antisemitischer Vorfälle habe seit Beginn der militärischen Operation „Roaring Lion“ deutlich zugenommen. Als Reaktion darauf wurden die Patrouillen in jüdischen Vierteln der Stadt verstärkt.
Zvi Graskopf, Vorsitzender der Organisation in Antwerpen, erklärte, Freiwillige würden regelmäßig durch die Straßen der Stadt patrouillieren und in engem Kontakt mit der Polizei stehen, um die Sicherheit der jüdischen Gemeinden zu gewährleisten.
Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Europa
Die wachsenden Spannungen zeigen sich auch in anderen Städten Europas. Erst in der vergangenen Woche kam es in der belgischen Stadt Lüttich zu einer Explosion vor einer Synagoge. Obwohl niemand verletzt wurde, zerbarsten Fenster von Gebäuden in der Umgebung. Der Bürgermeister der Stadt bezeichnete den Vorfall als antisemitischen Angriff.
Auch im benachbarten Niederlande wurden zuletzt mehrere Vorfälle gemeldet. In Amsterdam kam es zu Angriffen auf eine jüdische Schule, während in Rotterdam ein Brandanschlag auf eine Synagoge versucht wurde.
Die Serie solcher Vorfälle sorgt innerhalb jüdischer Gemeinden in Europa für große Besorgnis. Vertreter der Gemeinden fordern von den Behörden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, um weitere Angriffe zu verhindern.
Diskussion über Beschneidungsverbot sorgt für Spannungen
Währenddessen besuchte Rabbi Yehuda Kaploun, ein Vertreter des amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Kampf gegen Antisemitismus, am Samstag die jüdische Gemeinde in Antwerpen.
Bei einem Treffen mit Gemeindemitgliedern erklärte er, dass er bei Gesprächen mit der belgischen Regierung auch über einen möglichen Vorstoß gesprochen habe, die Beschneidung zu verbieten. Kaploun bezeichnete eine solche Maßnahme als Angriff auf eine jahrtausendealte jüdische religiöse Praxis.
Der Rabbiner rief jüdische Gemeinden dazu auf, geschlossen gegen Antisemitismus aufzutreten und gemeinsam für ihre Sicherheit einzustehen.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 15. März 2026