Schwedische Eurovision-Teilnehmerin fordert Ausschluss Israels und spricht von „Mord“
Kurz nach ihrem Sieg beim schwedischen Vorentscheid sorgt Sängerin Felicia für einen politischen Eklat. Ihre Aussagen über Israel stehen im Widerspruch zu den strengen Regeln des Eurovision Song Contest.

Die schwedische Vertreterin für den Eurovision Song Contest 2026 hat unmittelbar nach ihrem Sieg beim nationalen Vorentscheid für einen politischen Skandal gesorgt. Die Sängerin Felicia, die mit dem Lied „My System“ das schwedische Auswahlformat Melodifestivalen gewann, erklärte in einem Interview, sie halte eine Teilnahme Israels am Wettbewerb für falsch.
In dem Gespräch wurde die Sängerin auf die anhaltenden Boykottforderungen gegen Israel angesprochen. Darauf antwortete sie, sie glaube nicht, dass Israel beim Wettbewerb vertreten sein sollte. Als Begründung sagte sie, in Israel finde „viel Mord“ statt und deshalb sei eine Teilnahme aus ihrer Sicht nicht richtig.
Die Aussage löste unmittelbar Kritik aus, da der Eurovision Song Contest seit Jahrzehnten versucht, politische Konflikte aus dem Wettbewerb herauszuhalten. Die Europäische Rundfunkunion, die den Wettbewerb organisiert, hat dafür einen klaren Verhaltenskodex entwickelt.
Dieser Kodex verbietet Künstlern ausdrücklich, den Wettbewerb für politische Botschaften zu nutzen oder politische Positionen zu äußern, die nicht unmittelbar mit Musik verbunden sind. Interviews und öffentliche Auftritte im Zusammenhang mit dem Wettbewerb sollen laut Regelwerk frei von politischen Kampagnen bleiben.
Die Äußerungen der schwedischen Sängerin könnten daher als Verstoß gegen diese Richtlinien gewertet werden. Gerade in den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Spannungen rund um politische Aussagen einzelner Teilnehmer gegeben.
Israel nimmt seit vielen Jahrzehnten am Eurovision Song Contest teil und hat den Wettbewerb mehrfach gewonnen. Das Land gehört zu den erfolgreichsten Teilnehmern der Geschichte des Wettbewerbs. Gleichzeitig steht die israelische Teilnahme immer wieder im Mittelpunkt politischer Debatten.
Auch in diesem Jahr gibt es erneut Kampagnen verschiedener Aktivisten, die einen Ausschluss Israels fordern. Die Organisatoren des Wettbewerbs haben jedoch bislang keine Hinweise gegeben, dass ein solcher Schritt in Betracht gezogen wird.
Parallel zu der politischen Kontroverse hatte der Sieg der schwedischen Sängerin auch unmittelbare Auswirkungen auf die Wettquoten für den Wettbewerb. Nach ihrem Erfolg im Melodifestivalen stieg Schweden in den internationalen Prognosen deutlich auf.
In den aktuellen Ranglisten der Wettanbieter verbesserte sich das Land deutlich und zählt nun zu den Favoriten für den Sieg beim Eurovision Song Contest 2026. Israel fiel in denselben Prognosen vom sechsten auf den siebten Platz zurück.
Für Israel wird in diesem Jahr Sänger Noam Betan antreten. Sein Beitrag wurde bereits in einer speziellen Fernsehsendung vorgestellt. Trotz der politischen Diskussionen rund um den Wettbewerb bereiten sich die Delegationen weiterhin auf die internationale Show vor.
Der Eurovision Song Contest versteht sich traditionell als kulturelles Ereignis, das Musik und Unterhaltung in den Mittelpunkt stellt. Politische Konflikte sollen dabei bewusst ausgeklammert werden. Genau aus diesem Grund reagieren die Veranstalter sensibel auf öffentliche Aussagen, die den Wettbewerb politisieren könnten.
Ob die Äußerungen der schwedischen Sängerin Konsequenzen nach sich ziehen, ist derzeit offen. Erfahrungsgemäß versuchen die Organisatoren zunächst, Konflikte hinter den Kulissen zu klären, um größere politische Kontroversen rund um den Wettbewerb zu vermeiden.
Fest steht jedoch, dass der Eurovision Song Contest auch im Jahr 2026 nicht vollständig von politischen Spannungen getrennt bleibt. Die Reaktionen auf die Aussagen der schwedischen Teilnehmerin zeigen erneut, wie schnell ein kulturelles Ereignis in den Strudel geopolitischer Debatten geraten kann.
Autor: Redaktion
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Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 8. März 2026