250.000 in München gegen Teheran: Exil-Iraner fordern das Ende der Islamischen Republik


Parallel zur Münchner Sicherheitskonferenz versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 250.000 Menschen gegen das Regime in Teheran. Reza Pahlavi appellierte direkt an US-Präsident Donald Trump, den Freiheitskampf der Iraner zu unterstützen.

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München wurde am Wochenende zum Zentrum eines politischen Signals, das weit über Deutschland hinausreicht. Während sich Staats- und Regierungschefs zur Münchner Sicherheitskonferenz trafen, strömten nach Angaben der Polizei bis zu 250.000 Demonstrierende in die Innenstadt und auf die Theresienwiese. Ihr Ziel war eindeutig: ein Ende der Islamischen Republik Iran.

Organisiert wurde die Kundgebung vom Verein The Munich Circle. Erwartet worden waren rund 100.000 Teilnehmer. Der tatsächliche Zulauf übertraf diese Zahl deutlich. Die Münchner Polizei sprach von einer der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Der Ablauf blieb friedlich, dennoch kam es aufgrund paralleler Sicherheitsmaßnahmen für die Konferenzgäste zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Auffällig war das Bild der Demonstration. Viele Teilnehmer trugen die historische iranische Staatsflagge mit Löwe und Sonne, wie sie vor der Revolution von 1979 verwendet wurde. Immer wieder waren Porträts von Reza Pahlavi zu sehen, dem Sohn des letzten Schahs. Blumen wurden an Einsatzkräfte überreicht, Transparente forderten Freiheit, Demokratie und internationale Unterstützung.

Reza Pahlavi nutzte die Aufmerksamkeit der Sicherheitskonferenz, um seine Botschaft an die Weltpolitik zu richten. Am Rande der Konferenz forderte er US-Präsident Donald Trump auf, dem iranischen Volk aktiv zu helfen. Die Menschen im Iran wollten keine Reform des Systems, sondern dessen Ende. Seine Worte zielten auf einen grundlegenden politischen Wandel in Teheran.

Pahlavi, der seit 1979 im Exil lebt, erklärte, sein Ziel sei nicht die Rückkehr zur Monarchie. Er strebe keinen Titel an und wolle keine Krone. Entscheidend sei, dass die Iraner selbst in freien Wahlen über ihre Zukunft entscheiden können. Dennoch bleibt seine Rolle umstritten. Teile der Opposition werfen ihm Nähe zur alten Autokratie vor. Gleichzeitig genießt er bei vielen Exil-Iranern hohes Ansehen als Symbolfigur eines säkularen Neubeginns.

Die Proteste in München stehen im Kontext erneuter Unruhen im Iran. Zum Jahreswechsel kam es dort zu massiven Demonstrationen gegen die Führung in Teheran. Menschenrechtsorganisationen sprechen von tausenden Todesopfern infolge der gewaltsamen Niederschlagung. Exakte Zahlen sind schwer zu verifizieren, da das Regime Kommunikation stark einschränkt und unabhängige Berichterstattung behindert.

Die geopolitische Dimension verschärft die Lage zusätzlich. US-Präsident Donald Trump hat Ende Januar den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln in die Golfregion entsandt. Am Freitag bestätigte er zudem die geplante Verlegung eines zweiten Flugzeugträgers, der USS Gerald R. Ford. Washington erhöht damit den militärischen Druck auf Teheran, während gleichzeitig neue Gespräche über das iranische Atomprogramm vorbereitet werden.

Trump erklärte, ein Machtwechsel im Iran könne das Beste sein, was passieren könne. Zugleich betonte seine Regierung, Iran dürfe niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen. In diesem Spannungsfeld zwischen Diplomatie und militärischer Abschreckung positioniert sich die iranische Exil-Opposition klar: Sie fordert Unterstützung für einen Systemwechsel von außen.

Die Münchner Demonstration war kein isoliertes Ereignis. Parallel waren Großkundgebungen in Toronto und Los Angeles angekündigt. Die iranische Diaspora versucht, die internationale Aufmerksamkeit auf die innere Repression zu lenken und politischen Druck auf europäische Regierungen aufzubauen.

Für Deutschland stellt sich die Frage nach der eigenen Rolle. Die Bundesrepublik pflegt diplomatische Beziehungen zum Iran und beteiligt sich an europäischen Bemühungen um eine Verhandlungslösung im Atomstreit. Gleichzeitig wächst der Druck aus der Zivilgesellschaft, klarer Stellung gegen die Menschenrechtsverletzungen des Regimes zu beziehen.

Die Demonstrierenden in München verband ein zentrales Anliegen: Sie wollen, dass die Welt die Ereignisse im Iran nicht als Randnotiz behandelt. Ihre Botschaft lautete, dass der Konflikt nicht allein ein regionales Problem ist, sondern Fragen von Menschenrechten, Sicherheit und internationaler Stabilität berührt.

Ob aus dem sichtbaren Protest politischer Wandel entsteht, bleibt offen. Die Islamische Republik hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie bereit ist, interne Opposition mit Härte zu unterdrücken. Gleichzeitig steht sie wirtschaftlich und außenpolitisch unter wachsendem Druck.

Das Bild von hunderttausenden Menschen im Herzen Europas, die ein Ende des Regimes fordern, sendet dennoch ein starkes Signal. Es zeigt, dass der Ruf nach Freiheit im Iran nicht verstummt ist und dass die Exil-Gemeinschaft entschlossen ist, diesen Ruf international hörbar zu machen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 15. Februar 2026

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