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Gezielte Schläge statt Regimewechsel: Saudi-Arabien warnt Washington vor falscher Iran-Strategie


Während Teheran mit Standgerichten, Todesurteilen und drohenden Hinrichtungen gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, rät Saudi-Arabien den USA zu begrenzten, präzisen Schlägen. Ein groß angelegter Angriff, so die Warnung aus Riad, könnte das iranische Regime stabilisieren statt schwächen.

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Der Aufstand im Iran ist längst mehr als eine innenpolitische Krise. Mit tausenden Toten, zehntausenden Festnahmen und der Eskalation zu Schnellverfahren und Todesurteilen hat das Regime eine Schwelle überschritten. Vor diesem Hintergrund drängt sich in Washington die Frage auf, wie die Vereinigten Staaten reagieren sollen. Aus Saudi-Arabien kommt dazu ein bemerkenswert klarer Rat.

Ein hochrangiger Vertreter des saudischen Königshauses sagte dem israelischen Sender N12, die Regierung von Donald Trump solle von einem umfassenden militärischen Angriff oder gar einem offenen Regimewechsel absehen. Stattdessen seien gezielte, begrenzte Schläge gegen führende Verantwortliche der Repression sinnvoller. Ein unkontrollierter Angriff könne dem System in Teheran genau das liefern, was es dringend brauche: ein äußeres Feindbild, hinter dem sich das Regime versammeln könne.

Warum Riad vor einem großen Schlag warnt

Die saudische Einschätzung ist nüchtern. Ein symbolischer oder breit angelegter Angriff, so die Analyse, würde es der iranischen Führung erlauben, den Volksaufstand als ausländische Verschwörung zu brandmarken. Genau dieses Narrativ nutzt Teheran bereits jetzt, um Proteste zu delegitimieren und Gewalt zu rechtfertigen. Ein solcher Effekt würde die Repression verschärfen und die Protestbewegung schwächen.

Begrenzte Schläge hingegen, die sich direkt gegen Kommandeure, Sicherheitsverantwortliche und politische Entscheidungsträger richten, könnten in der iranischen Bevölkerung anders wahrgenommen werden. Der saudische Gesprächspartner sprach von einer möglichen „Rettungsaktion vor weiterer Unterdrückung“. Entscheidend sei, dass diese Maßnahmen nicht als Fremdherrschaft, sondern als Unterstützung gegen konkrete Täter verstanden würden.

Parallel dazu empfiehlt Riad nichtmilitärische Schritte mit unmittelbarer Wirkung. Dazu zählt vor allem die flächendeckende Freischaltung von Satelliteninternet, um die Informationsblockade zu durchbrechen. Die Dunkelheit, in der das Regime tötet, ist ein zentrales Werkzeug seiner Macht. Sie zu beenden, wäre ein direkter Schlag gegen die Strategie Teherans.

Gemeinsame Sorgen der Golfstaaten

Saudi-Arabien steht mit dieser Haltung nicht allein. Auch andere Staaten der Golfregion, darunter Oman und Katar, warnen Washington vor einer Eskalation mit unklarem Ziel. Die Sorge gilt weniger dem Schicksal der iranischen Führung als den regionalen Folgen. Ein unkontrollierter Konflikt könnte den Ölmarkt erschüttern, Handelsrouten gefährden und die ohnehin fragile Sicherheitslage weiter destabilisieren.

Besonders der Straße von Hormus spielt in diesen Überlegungen eine zentrale Rolle. Teheran hat mehrfach angedeutet, im Ernstfall die Schifffahrt dort zu stören. Ein solcher Schritt hätte unmittelbare globale Auswirkungen und würde auch westliche Volkswirtschaften treffen.

Teherans Drohungen und Washingtons Dilemma

Gleichzeitig erhöht der Iran den Druck. Offizielle aus Teheran haben angekündigt, im Falle eines US-Angriffs amerikanische Stützpunkte in der Region anzugreifen. Diese Drohungen richten sich explizit an Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder die Türkei. Ziel ist es, regionale Partner der USA einzuschüchtern und Washington zu isolieren.

Für das Weiße Haus entsteht daraus ein schwieriges Dilemma. Untätigkeit angesichts von Massenhinrichtungen und offener Gewalt untergräbt die eigene Glaubwürdigkeit. Ein falscher Schlag könnte jedoch genau jene Kräfte stärken, die man schwächen will. Saudi-Arabien plädiert daher für einen Mittelweg: maximaler Druck, minimale Symbolik, klare Zieldefinition.

Die Botschaft aus Riad ist nicht altruistisch, sondern strategisch. Sie basiert auf der Einschätzung, dass das iranische Regime derzeit verwundbar ist, politisch wie wirtschaftlich. Diese Verwundbarkeit könne jedoch schnell verschwinden, wenn externe Angriffe die Reihen schließen. Für die Menschen im Iran wäre das fatal.

Ob Washington diesen Rat befolgt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Während in iranischen Gerichtssälen Todesurteile im Eilverfahren vorbereitet werden, läuft die Zeit. Jede Entscheidung, die jetzt getroffen wird, wird nicht nur über das Schicksal eines Regimes entscheiden, sondern über das Leben tausender Menschen.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Standardwhale - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=125790446

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 14. Januar 2026

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