Hotelbesitzer beleidigt Israelis und droht ihnen Booking sperrt Unterkunft
Zwei junge Israelis wollten nach einem Krankenhausaufenthalt nur ihre Buchung verschieben. Was folgte, waren Beschimpfungen, Drohungen und eine Entscheidung, die weit über diesen Einzelfall hinausweist.

Eine Reise, die als Traum begann, endete für zwei Israelis in Vietnam mit einer Erfahrung, die weit mehr war als ein Streit über eine Hotelbuchung. Sie wurden beleidigt, bedroht und mit offenem Hass konfrontiert. Erst nachdem der Fall öffentlich wurde, reagierte die Buchungsplattform und zog Konsequenzen.
Der 22 Jahre alte Or aus Rischon LeZion war gemeinsam mit seiner Partnerin seit Monaten in Südostasien unterwegs. Vietnam war nur eine Station ihrer langen Reise. Doch kurz nach ihrer Ankunft in der historischen Stadt Hoi An musste seine Freundin wegen einer schweren Mageninfektion ins Krankenhaus eingeliefert werden. In dieser Situation baten sie ihr gebuchtes Hotel lediglich darum, den Aufenthalt um zwei Tage zu verschieben. Sie wollten nicht stornieren, sondern nur später kommen. Über die Plattform erhielten sie eine kurze Antwort. In der Nachricht stand einfach, dass es in Ordnung sei.
Als sie nach der Entlassung im Hotel ankamen, veränderte sich die Atmosphäre schlagartig, sobald ihre israelischen Pässe auf dem Tresen lagen. Zunächst blieb die Situation ruhig. Doch am nächsten Tag kam es zur Eskalation. Der Hotelbesitzer konfrontierte sie plötzlich aggressiv und verlangte Geld für die Nächte, in denen sie krankheitsbedingt nicht erscheinen konnten. Als Or erklärte, dass die Verschiebung zuvor bestätigt worden war, begann der Mann zu schreien. Vor anderen Gästen entwickelte sich ein lautstarker Streit. Der Hotelbesitzer zeigte keinerlei Interesse an einer Lösung.
Doch das war nicht der schlimmste Moment. Nachdem die Israelis das Hotel verlassen hatten, erhielten sie eine Nachricht, die keinen Zweifel an der Motivation des Besitzers ließ. Darin stand, Israelis seien immer gleich, dumm und verrückt. Dann folgte ein Satz, der wie eine Drohung klang. Er schrieb ihnen, sie würden Gott bald treffen.
Diese Worte trafen die jungen Reisenden tief. Sie berichteten, dass sie während ihrer gesamten Reise durch Vietnam ausschließlich positive Erfahrungen gemacht hatten. Die Menschen seien freundlich gewesen. Nur hier wurden sie plötzlich zu Zielscheiben von Hass, der sich offen gegen ihre Herkunft richtete.
Auch das Verhalten des Hotelpersonals während ihres restlichen Aufenthalts verstärkte diesen Eindruck. Sie fühlten sich absichtlich schlecht behandelt und gedemütigt. Es entstand das Gefühl, dass ihre Nationalität der entscheidende Auslöser war.
Erst nachdem der Fall öffentlich bekannt wurde, griff die Buchungsplattform ein. Das Hotel wurde vorübergehend gesperrt. Diese Entscheidung ist mehr als eine technische Maßnahme. Sie ist ein deutliches Signal, dass offener Hass nicht folgenlos bleibt.
Ein Einzelfall, der ein größeres Problem zeigt
Für viele Israelis ist Reisen längst nicht mehr selbstverständlich. Immer häufiger berichten sie von Anfeindungen, Beleidigungen und Diskriminierung im Ausland. Was früher undenkbar war, ist heute Realität. Menschen werden nicht wegen ihres Verhaltens beurteilt, sondern wegen ihres Passes.
Der Vorfall in Vietnam zeigt, wie schnell sich Vorurteile in offene Feindseligkeit verwandeln können. Zwei junge Menschen, die einfach reisen wollten, wurden plötzlich zu Zielscheiben.
Israelis reisen mit Stolz. Sie vertreten ihr Land überall auf der Welt. Doch solche Vorfälle erinnern daran, dass dieser Stolz immer häufiger Mut erfordert.
Autor: Bernd Geiger
Bild Quelle: Screenshot X
Artikel veröffentlicht am: Montag, 23. Februar 2026