Sudan: UN Bericht wirft RSF Völkermord an nicht arabischer Bevölkerung in Darfur vor


Tausende Menschen wurden getötet, Frauen systematisch vergewaltigt und ganze Volksgruppen gezielt vernichtet. Der neue Bericht zeigt ein Verbrechen, das die Welt erneut geschehen ließ.

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Während internationale Aufmerksamkeit anderswo gebunden ist, berichten Überlebende von ethnischen Säuberungen, die an die dunkelsten Kapitel Afrikas erinnern.

Die Vereinten Nationen erheben einen der schwersten Vorwürfe, die das internationale Recht kennt. In der sudanesischen Stadt al Faschir und ihrer Umgebung wurden nicht arabische Bevölkerungsgruppen gezielt angegriffen, vertrieben, vergewaltigt und ermordet. Die unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kommt zu dem Schluss, dass diese Taten klare Merkmale eines Völkermords tragen. Es ist ein Urteil, das nicht nur eine Miliz betrifft, sondern die moralische Bankrotterklärung der internationalen Gemeinschaft offenlegt.

Al Faschir liegt in Darfur, einer Region, deren Name seit Jahrzehnten mit Leid verbunden ist. Doch das, was sich dort seit Ende Oktober des vergangenen Jahres abspielte, sprengt selbst die grausame Geschichte dieser Provinz. Die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces, kurz RSF, übernahm die Kontrolle über die Stadt, die zuvor die letzte Bastion der sudanesischen Armee in Darfur gewesen war. Was folgte, waren drei Tage des blanken Terrors. Menschen wurden auf offener Straße erschossen, Frauen und Mädchen vergewaltigt, Familien ausgelöscht.

Doch diese Gewalt war kein chaotischer Ausbruch eines außer Kontrolle geratenen Krieges. Der Bericht der Vereinten Nationen beschreibt eine systematische Kampagne. Über einen Zeitraum von 18 Monaten hatte die Miliz die Stadt belagert. Nahrung wurde blockiert, medizinische Versorgung unterbunden, Wasserzugänge kontrolliert. Es ging nicht nur darum, militärisch zu siegen. Es ging darum, eine Bevölkerung zu brechen, zu vertreiben oder zu vernichten.

Im Zentrum der Angriffe standen vor allem Angehörige der Volksgruppen der Zaghawa und der Fur. Überlebende berichten, dass Kämpfer gezielt nach ihnen suchten. Sie fragten Menschen nach ihrer Herkunft. Wer als Zaghawa identifiziert wurde, hatte oft keine Chance zu überleben. Augenzeugen schildern, wie Kämpfer offen ankündigten, alle Angehörigen dieser Gruppe zu töten.

Die Brutalität traf auch die Schwächsten. Mädchen im Alter von sieben Jahren wurden ebenso Opfer sexueller Gewalt wie ältere Frauen. Vergewaltigungen wurden nicht nur als Nebenprodukt des Krieges eingesetzt, sondern als bewusstes Mittel der Demütigung und Zerstörung sozialer Strukturen. Straßen waren übersät mit Leichen, berichten Überlebende. Familien mussten mit ansehen, wie ihre Angehörigen vor ihren Augen ermordet wurden.

Die Vereinten Nationen sehen in der Kombination aus gezielten Tötungen, systematischer Vergewaltigung, Hungerblockaden und ethnischer Selektion die entscheidenden Elemente eines Völkermords. Es geht um die Absicht, eine Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören. Genau diese Absicht erkennt der Bericht in den Handlungen der RSF.

Die Miliz selbst weist alle Vorwürfe zurück. Sie spricht von erfundenen Anschuldigungen ihrer Feinde. Doch die Aussagen der Überlebenden, die Muster der Gewalt und die dokumentierten Befehlsstrukturen zeichnen ein anderes Bild. Es ist das Bild einer organisierten Vernichtungskampagne.

Die Ereignisse werfen eine Frage auf, die weit über Sudan hinausgeht. Wie oft muss die Welt noch zusehen, bis sie handelt. Darfur ist kein unbekannter Ort. Bereits in den 2000er Jahren wurde die Region zum Symbol für Völkermord und internationales Versagen. Damals schwor die Welt, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen dürften. Heute zeigt sich, wie hohl solche Versprechen sein können.

Für die Menschen vor Ort ist die Realität brutal und endgültig. Wer überlebt hat, lebt in Flüchtlingslagern, ohne Sicherheit, ohne Zukunft, ohne Gewissheit, ob die Welt ihr Schicksal überhaupt zur Kenntnis nimmt. Ganze Gemeinschaften stehen vor dem Aus.

Der Bericht der Vereinten Nationen ist mehr als ein Dokument. Er ist ein Warnsignal. Ein Beweis. Und eine Anklage. Nicht nur gegen die Täter, sondern auch gegen eine Welt, die immer wieder zu spät hinsieht.

Thematische Einordnung


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 20. Februar 2026

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