Hamas droht in Winnipeg: Kanadische Stadt wird zum unsicheren Ort für Juden


Auch in Städten, die bislang als relativ sicher galten, erleben jüdische Gemeinden nun Gewalt und Einschüchterung. In Winnipeg eskaliert die Situation – unterstützt durch pro-palästinensische Aktivisten, während die Behörden kaum eingreifen.

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Die Stadt Winnipeg, sonst eher bekannt als ruhiges Zentrum im Westen Kanadas, erlebt eine besorgniserregende Zunahme antisemitischer Vorfälle. Mitglieder der jüdischen Gemeinde berichten von wiederholten Belästigungen durch pro-palästinensische Demonstranten, Beschimpfungen jüdischer Mädchen, Drohungen und Einschüchterungen direkt vor dem Gemeindezentrum. Die Polizei zeigt sich dabei weitgehend passiv.

Ein lokaler Anwalt, Lawrence Pinsky, beschreibt die Situation als „komplettes Versagen der Behörden beim Schutz der jüdischen Bürger“. Er weist darauf hin, dass unter den neu zugezogenen Bewohnern auch Familien aus Gaza und Personen mit Verbindungen zu Hisbollah stehen. In einem dokumentierten Vorfall wurde eine Mutter mit ihrer Tochter vor dem Gemeindezentrum von einem der Demonstranten, einem aus dem Libanon stammenden Mann, auf offener Straße beschimpft.

Anwohner berichten, dass die Proteste eskalierten, als Demonstranten riefen: „Hamas kommt, um euch zu holen“ und gezielt Kinder und Jugendliche bedrohten. „Die Polizei war zwar in hoher Zahl anwesend, griff aber nicht ein, obwohl klare Grenzen überschritten wurden“, erzählt eine Augenzeugin. Die ständige Präsenz von Sicherheitspersonal rund um das Zentrum reicht offenbar nicht aus, um die Angriffe zu verhindern.

Die Eskalation ist Teil eines breiteren Trends: Seit dem 7. Oktober, dem Tag des größten Massakers durch die Hamas seit der Shoah, haben antisemitische Vorfälle weltweit zugenommen – und selbst Orte, die zuvor als sicher galten, geraten nun ins Visier.

Nur wenige Wochen nach dem Beginn des aktuellen Gaza-Krieges kam es in Winnipeg zu einem Schuss auf ein jüdisches Wohnhaus. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Polizei klassifizierte den Vorfall als „Hassverbrechen“ und betonte, dass ein neuer Trend von Gewalt und Einschüchterung gegen Juden seit Anfang Oktober zu beobachten sei.

Die jüdische Gemeinde sieht sich gezwungen, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Mitglieder berichten von Angst und eingeschränkter Bewegungsfreiheit, insbesondere ältere Gemeindemitglieder. „Wir gehen nicht mehr abends spazieren – es ist zu gefährlich“, berichten zwei Gemeindemitglieder im Rentenalter. Die Demonstrationen, die außerhalb des Gemeindezentrums stattfinden, haben mittlerweile tägliche Präsenz von Sicherheitskräften erforderlich gemacht.

Die Vorfälle zeigen, wie internationaler Konflikt, insbesondere die Hamas-Angriffe auf Israel, lokale antisemitische Gewalt auslösen kann. Demonstrationen, die als pro-palästinensisch deklariert werden, verwandeln sich häufig in direkte Bedrohungen gegenüber jüdischen Gemeinden, während lokale Behörden oft nicht entschlossen handeln. Winnipeg wird so zu einem Beispiel dafür, dass selbst vermeintlich sichere Orte nicht immun gegen die Folgen globaler Konflikte sind.

Die Eskalation unterstreicht die dringende Notwendigkeit wirksamer Schutzmaßnahmen, einer klaren Haltung der Behörden und einer öffentlichen Debatte über Antisemitismus in Kanada – besonders in Zeiten, in denen Gewalt und Terror international zunehmen.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild X

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 31. August 2025

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