318 Millionen Dollar für Terroropfer: Iran verliert Zugriff auf New Yorker Hochhaus
Nach Jahren juristischen Ringens erhalten Opfer iranisch unterstützten Terrors erstmals Entschädigung aus beschlagnahmten Vermögenswerten. Der Fall zeigt, wie tief iranische Strukturen auch im Westen verankert waren.

Fast 20 Jahre lang mussten Familien von Terroropfern zusehen, wie ein Hochhaus im Herzen von New York City Einnahmen für den Iran generierte, während zugesprochene Entschädigungen ausblieben. Nun hat ein US-Gericht eine Entscheidung getroffen, die für viele Betroffene mehr ist als nur ein finanzieller Ausgleich.
Insgesamt 318 Millionen Dollar werden aus dem Verkauf des Gebäudes an Opfer iranisch unterstützter Terroranschläge ausgezahlt. Im Zentrum des Falls steht das Bürogebäude 650 Fifth Avenue, ein 36-stöckiger Turm in Manhattan, dessen Verbindungen zum iranischen Staat über Jahre hinweg verschleiert wurden.
Nach der islamischen Revolution übernahm das Regime die Kontrolle über die Alavi Foundation und arbeitete eng mit der staatlichen Bank Melli Iran zusammen. Über ein Netzwerk aus Tarnfirmen wurden Einnahmen aus Mieten in Millionenhöhe nach Teheran geleitet und dabei US-Sanktionen umgangen.
Entschädigung für konkrete Anschläge
Zu den Empfängern der Entschädigungen gehören auch Familien von Opfern des Anschlags auf das Sbarro-Restaurant in Jerusalem im Jahr 2001. Bei dem Attentat, das von der Hamas mit Unterstützung aus dem Iran verübt wurde, wurden 15 Menschen getötet und über 100 verletzt.
Darüber hinaus profitieren Opfer weiterer Anschläge aus den 1990er- und 2000er-Jahren sowie die Familie von Meir Kahane, der 1990 ermordet wurde. Viele dieser Fälle waren bereits vor Jahren juristisch entschieden worden, doch der Iran hatte die Urteile ignoriert und keine Zahlungen geleistet.
Insgesamt summieren sich die Forderungen gegen den Iran aus Terrorverfahren in den USA auf über 5 Milliarden Dollar. Die jetzige Einigung ist daher nur ein Teil eines größeren juristischen und politischen Konflikts.
Zugriff auf iranische Netzwerke im Ausland
Der Fall zeigt, wie systematisch der Iran wirtschaftliche Strukturen im Ausland genutzt hat. Über scheinbar zivile Organisationen und komplexe Finanzkonstruktionen wurden Einnahmen generiert, die letztlich dem Regime zugutekamen.
US-Ermittler verfolgten diese Strukturen über Jahre hinweg. Ziel war es, versteckte Vermögenswerte aufzuspüren und für Entschädigungen verfügbar zu machen. Der Zugriff auf das Gebäude in Manhattan gilt als einer der bedeutendsten Erfolge dieser Strategie.
Im Zuge der Einigung wird die Alavi Foundation aufgelöst. Ihre Vermögenswerte werden auf eine neue Organisation übertragen, die unter staatlicher Aufsicht steht und unabhängig von Regierungen arbeiten soll.
Mehr als ein finanzieller Ausgleich
Für Israel und jüdische Opfer weltweit hat die Entscheidung eine besondere Bedeutung. Sie zeigt, dass staatlich unterstützter Terror nicht folgenlos bleibt und dass auch Jahre später noch Konsequenzen möglich sind.
Gleichzeitig macht der Fall deutlich, wie eng finanzielle Netzwerke und sicherheitspolitische Fragen miteinander verknüpft sind. Der Iran hat über Jahre hinweg versucht, seine Aktivitäten international zu verschleiern. Der Zugriff auf diese Strukturen ist daher nicht nur juristisch, sondern auch politisch ein Signal.
Die Auszahlung von 318 Millionen Dollar beendet einen langen Rechtsstreit. Für die Betroffenen ist sie vor allem eines: eine späte Form von Gerechtigkeit.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 26. März 2026