Antisemitische Parolen vor der Wohnung des NYT-Chefredakteurs – wie Propaganda die Gewalt auf die Straßen bringt
In New York haben pro-palästinensische Aktivisten das Wohnhaus von „New York Times“-Chefredakteur Joseph Kahn attackiert. Mit roter Farbe, Hetzparolen und falschen Vorwürfen gegen Israel zeigt sich, wie Medienhass in offenen Straßenradikalismus umschlägt.

In der Nacht auf Samstag kam es im Herzen von New York zu einem Angriff, der weit über Vandalismus hinausweist. Eine Gruppe pro-palästinensischer Aktivisten hat das Wohnhaus des Chefredakteurs der „New York Times“, Joseph Kahn, in Greenwich Village mit roter Farbe überschüttet und die Wände mit Graffiti besprüht. „Joe Kahn lügt, Gaza stirbt“ stand auf den Mauern, während die Treppen und Laternen mit Farbe überzogen wurden. Eine Botschaft, die nicht nur auf Zerstörung, sondern auf Einschüchterung abzielt.
Kahn lebt in einem historischen Gebäude, das einst Persönlichkeiten wie Julia Roberts oder Marlon Brando beherbergte. Jetzt wurde es zum Schauplatz einer Kampagne, die aus Demonstration Gewalt macht. Verhaftungen blieben bisher aus. Der Angriff folgt einer Serie ähnlicher Aktionen, bei denen auch das Redaktionsgebäude der „New York Times“ beschmiert wurde. Doch die Eskalation zum privaten Wohnort des Chefredakteurs markiert eine neue Dimension.
Ausgangspunkt der jüngsten Wut ist ein Bericht des Blattes über ein palästinensisches Kleinkind, das in sozialen Netzwerken als „Beweis“ für Hunger in Gaza viral ging. Das Bild eines unterernährt wirkenden Jungen wurde millionenfach geteilt. Erst später räumte die Zeitung ein, dass das Kind schon zuvor schwere gesundheitliche Probleme hatte. Die Klarstellung erschien nicht auf dem Hauptkanal der Zeitung, sondern in einem Nebenkonto – eine Entscheidung, die vielen Lesern entging.
Genau an dieser Stelle zeigt sich das Problem: Antisemitische Aktivisten nehmen jede Schlagzeile, die Israel in ein schlechtes Licht rückt, gierig auf und verwandeln sie in Propagandamunition. Korrigierte Fakten gehen unter, weil sie weniger spektakulär sind als Bilder, die Israel als „Kindermörder“ diffamieren sollen.
Dass selbst der Chefredakteur einer der größten Zeitungen der Welt nun persönlich bedroht wird, beweist, wie gefährlich die Normalisierung solcher Narrative ist. Wer „Israel verhungert Kinder“ ruft, legitimiert in den Augen vieler den nächsten Schritt: Gewalt. Die Parole „Gaza stirbt“ an Kahns Haus ist nicht nur Lüge, sondern Ausdruck eines Weltbildes, in dem Juden kollektiv verantwortlich gemacht werden sollen.
Dieser Angriff zeigt, dass die Grenze zwischen politischem Aktivismus und offenem Antisemitismus längst überschritten ist. Es geht nicht mehr um Kritik an einer Regierung, sondern um die Dämonisierung Israels – und damit auch um die Einschüchterung jedes Juden, der sichtbar in der Öffentlichkeit steht.
Wenn selbst linke Zeitungen wie die „New York Times“, die Israel regelmäßig scharf kritisieren, ins Visier geraten, zeigt das: Es wird niemals genug sein. Jede noch so differenzierte Berichterstattung wird als „zu freundlich“ gegenüber Israel diffamiert. Denn für die Aktivisten zählt nur ein Ziel: Israel soll verschwinden, Juden sollen mundtot gemacht werden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: NEW YORK POST
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 30. August 2025