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Rom-Verhandlungen ebnen Weg für ersten israelischen Rückzug aus zwei Pilotzonen


Israel und der Libanon haben sich auf Struktur und Bedingungen für zwei Sicherheitszonen im Südlibanon verständigt. Die israelische Armee könnte sich bereits in den kommenden Tagen aus ersten Gebieten zurückziehen, sofern die libanesische Armee dort die Kontrolle übernimmt und Waffen der Hisbollah beseitigt werden.

Rom-Verhandlungen ebnen Weg für ersten israelischen Rückzug aus zwei Pilotzonen
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die zweitägigen, von den Vereinigten Staaten vermittelten Gespräche zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und dem Libanon sind am Mittwoch in Rom beendet worden. Nach Angaben amerikanischer und israelischer Vertreter einigten sich beide Seiten auf die Grundstruktur und die Richtlinien für zwei sogenannte Pilotzonen im Südlibanon.

Die Details sollen in den kommenden Tagen abgeschlossen und anschließend umgesetzt werden. Ein genaues Datum für den Beginn des israelischen Rückzugs wurde jedoch nicht genannt. Die israelischen Streitkräfte haben sich nach Angaben aus JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen auf den Schritt vorbereitet, benötigen aber noch die entsprechende Anweisung der politischen Führung.

Die Gespräche bilden die sechste Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon und die erste seit der Unterzeichnung des amerikanisch vermittelten Rahmenabkommens vom 26. Juni. Dieses sieht einen schrittweisen israelischen Rückzug vor, sobald die libanesische Armee die betreffenden Gebiete übernimmt und sicherstellt, dass dort keine bewaffneten Strukturen der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen bestehen bleiben.

Rückzug nur gegen tatsächliche libanesische Kontrolle

In den beiden Pilotzonen soll erstmals praktisch geprüft werden, ob der libanesische Staat in der Lage ist, seine Souveränität im Süden des Landes tatsächlich durchzusetzen.

Die libanesischen Streitkräfte sollen mit ausreichend Personal in die Gebiete einrücken, dort dauerhaft präsent bleiben und WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen sowie andere militärische Einrichtungen außerhalb staatlicher Kontrolle beseitigen. Erst im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen soll sich die israelische Armee aus den vereinbarten Bereichen zurückziehen.

Nach Angaben eines israelischen Vertreters besteht zwischen Israel und dem Libanon grundsätzlich Einigkeit darüber, dass die Hisbollah entwaffnet und ihre militärische Infrastruktur aufgelöst werden muss. Die Gespräche hätten außerdem bestätigt, dass beide Regierungen am Rahmenabkommen festhalten und den Prozess fortsetzen wollen.

Diese Formulierung ist politisch bedeutsam. Erstmals verhandelt Israel nicht lediglich über eine neue Waffenruhe oder eine weitere Verlagerung der Hisbollah von der Grenze. Ziel ist die Wiederherstellung des staatlichen Gewaltmonopols im Libanon.

Die Hisbollah lehnt eine Entwaffnung weiterhin ab. Die vom Iran aufgebaute Terrororganisation betrachtet ihre Raketen, Drohnen und bewaffneten Einheiten als eigenständige Machtbasis und unterstellt sich weder der libanesischen Regierung noch der regulären Armee. Gerade deshalb entscheidet sich der Erfolg des Abkommens nicht an Erklärungen in Rom, sondern an der Frage, ob Beirut bereit und fähig ist, die Vereinbarungen gegen den Widerstand der Hisbollah durchzusetzen.

Kein automatischer Abzug aus weiteren Gebieten

Israel hat klargestellt, dass die beiden Pilotzonen zunächst als Test dienen. Weitere Rückzüge sollen erst erfolgen, wenn die erste Phase erfolgreich umgesetzt und unabhängig überprüft wurde.

Ein israelischer Vertreter erklärte, die Pilotzonen sollten zeigen, ob die libanesische Armee die vereinbarten Bedingungen erfüllt und staatliche Souveränität tatsächlich durchsetzt. Ohne eine erfolgreiche Umsetzung des ersten Modells werde es keine automatische Ausweitung auf weitere Gebiete geben.

Damit soll verhindert werden, dass die israelische Armee Gebiete räumt, die anschließend erneut von der Hisbollah übernommen werden. Genau dieses Muster hatte frühere Vereinbarungen nach dem Krieg von 2006 entwertet. Resolutionen, Waffenruhen und die Stationierung internationaler Kräfte verhinderten nicht, dass die Hisbollah den Südlibanon erneut mit Raketen, Tunneln und militärischen Stellungen ausbaute.

Israel verlangt deshalb diesmal nicht nur die Anwesenheit libanesischer Soldaten, sondern überprüfbare Ergebnisse. Die libanesische Armee muss beweisen, dass sie nicht lediglich neben den bewaffneten Strukturen der Hisbollah steht, sondern sie tatsächlich entfernt.

UNIFIL soll die Umsetzung nicht kontrollieren

Nach israelischen Angaben wurden weder die UN-Friedenstruppe UNIFIL noch die Beobachtermission UNTSO als Teil des Kontrollmechanismus besprochen. Beide Organisationen sollen demnach auch künftig keine Rolle bei der Überprüfung der Pilotzonen übernehmen.

Das ist aus israelischer Sicht folgerichtig. UNIFIL war über Jahre im Südlibanon stationiert, konnte den massiven militärischen Aufbau der Hisbollah jedoch weder verhindern noch zuverlässig dokumentieren. Waffenlager und Abschussstellungen entstanden in unmittelbarer Nähe von Dörfern und UN-Positionen, während die Terrororganisation ihre Bewegungsfreiheit weitgehend behielt.

Die Kontrolle soll deshalb durch einen anderen, noch festzulegenden Dritten erfolgen. Die Vereinigten Staaten spielen bereits eine zentrale Rolle bei der Koordinierung zwischen Israel und der libanesischen Armee. Eine amerikanische Militärdelegation führte in Beirut Gespräche über Truppenstärke, Stationierungsorte und den Ablauf der ersten Übergabe.

Streit über Waffen auf privatem Grund

Noch nicht abgeschlossen sind Gespräche darüber, wie illegale Waffen auf privatem Grund entfernt werden können. Das libanesische Recht schützt Wohnhäuser und Privatbesitz, während die Hisbollah ihre militärische Infrastruktur seit Jahren gezielt in zivilen Gebieten verbirgt.

Damit entsteht ein praktisches Problem. Die libanesische Armee kann eine Zone nicht als entwaffnet erklären, wenn Waffenlager in Privathäusern, Garagen oder landwirtschaftlichen Gebäuden unangetastet bleiben. Zugleich benötigt sie eine rechtliche Grundlage für Durchsuchungen und Beschlagnahmungen.

Die Verhandlungen sollen deshalb eine Regelung schaffen, die das libanesische Eigentumsrecht respektiert, aber keine Schlupflöcher für Waffen der Hisbollah offenlässt.

Der Erfolg des Projekts wird wesentlich davon abhängen, ob Beirut bereit ist, diese Rechtsfragen nicht als Vorwand für Untätigkeit zu verwenden. Eine Entwaffnung, bei der nur offen sichtbare Stellungen beseitigt werden, während Waffen in privaten Gebäuden verbleiben, wäre wertlos.

Libanon wollte Rückzug vor den Gesprächen

Die libanesische Regierung hatte zunächst verlangt, Israel müsse die beiden Pilotzonen bereits vor Beginn der Gespräche in Rom räumen. Beirut drohte zeitweise damit, nicht an der Verhandlungsrunde teilzunehmen.

Die Vereinigten Staaten überzeugten die libanesische Seite schließlich zur Teilnahme, nachdem Washington Fortschritte bei der praktischen Vorbereitung des Rückzugs zugesagt hatte. Israel bestand zugleich darauf, keinen Sicherheitsraum zu räumen, bevor die Bedingungen für den Einmarsch der libanesischen Armee und die Beseitigung der Hisbollah-Strukturen geklärt sind.

Diese Reihenfolge ist entscheidend. Ein israelischer Rückzug ohne unmittelbare Übernahme durch eine handlungsfähige libanesische Armee würde ein Machtvakuum schaffen. Die Hisbollah könnte ihre Kämpfer innerhalb kurzer Zeit zurückbringen und die Gebiete erneut militärisch nutzen.

Die Pilotzonen sollen genau dieses Risiko vermeiden. Rückzug, libanesische Stationierung, Entwaffnung und Überprüfung müssen miteinander verbunden bleiben.

Ein möglicher Wendepunkt für den Libanon

Die Gespräche in Rom sind noch kein Friedensabkommen. Sie lösen auch nicht automatisch das Problem einer Terrororganisation, die über Jahrzehnte stärker bewaffnet war als der Staat, in dem sie operiert.

Sie schaffen jedoch erstmals einen konkreten Mechanismus, mit dem der Libanon schrittweise die Kontrolle über sein eigenes Staatsgebiet zurückgewinnen könnte. Israel hat ein offensichtliches Interesse daran, seine Soldaten aus dem Südlibanon zurückzuziehen, sofern von dort keine neue Bedrohung entsteht. Der Libanon hat ein ebenso offensichtliches Interesse daran, seine Souveränität wiederherzustellen.

Das Hindernis zwischen beiden Staaten ist nicht die israelische Forderung nach Sicherheit. Es ist die Existenz einer vom Iran aufgebauten Armee innerhalb des Libanon, die selbstständig über Krieg und Frieden entscheidet.

Die ersten beiden Pilotzonen werden deshalb mehr sein als eine technische Übung. Sie werden zeigen, ob die libanesische Regierung tatsächlich bereit ist, die Hisbollah zurückzudrängen, oder ob die reguläre Armee erneut nur eine staatliche Kulisse neben dem bewaffneten Machtapparat der Terrororganisation bildet.

Ein israelischer Rückzug kann in den kommenden Tagen beginnen. Dauerhaft wird er nur sein, wenn auf der anderen Seite nicht wieder die Hisbollah einzieht.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 16. Juli 2026

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