Israels Armee warnt: Iran kann trotz schwerer Verluste noch lange Raketen feuern
Die israelische Armee meldet große Erfolge gegen Irans Raketenarsenal. Dennoch rechnen Militärplaner damit, dass das Regime noch über längere Zeit Angriffe auf Israel durchführen kann.

Trotz erheblicher militärischer Verluste verfügt das iranische Regime weiterhin über die Fähigkeit, Israel über längere Zeit mit Raketen anzugreifen. Zu dieser Einschätzung kommt die israelische Armee nach mehreren Tagen intensiver Luftangriffe auf iranische Militärziele.
Nach Angaben militärischer Quellen konnten bislang rund 75 Prozent der iranischen Abschussanlagen für ballistische Raketen zerstört werden. Noch zwei Tage zuvor hatte die Armee von etwa 65 Prozent gesprochen. Die neue Zahl zeigt nach Darstellung der Streitkräfte, dass die Angriffe gegen Irans Raketeninfrastruktur deutliche Wirkung zeigen.
Parallel dazu ist auch die Zahl der täglich abgefeuerten Raketen deutlich zurückgegangen. Zu Beginn des Krieges schoss Iran an einem einzigen Tag rund hundert Raketen auf Israel. In den vergangenen Tagen lag die Zahl nach militärischen Angaben meist nur noch zwischen zehn und vierzehn Raketen.
Diese Entwicklung führte zunächst zu einer spürbaren Entlastung für die israelische Bevölkerung. Nach den ersten Kriegstagen mit mehreren schweren Einschlägen im Land gab es zeitweise weniger direkte Treffer.
Doch diese Phase erwies sich als nur vorübergehend. Am Sonntag kam es erneut zu einem schweren Einschlag, gefolgt von einem weiteren Treffer am Montag. Gleichzeitig wurden weiterhin regelmäßig Raketenalarme ausgelöst, die Millionen Israelis in Schutzräume und Bunker zwangen.
Nach Einschätzung der israelischen Armee bedeutet der bisherige militärische Erfolg daher nicht automatisch, dass die Raketenangriffe bald vollständig enden werden.
Ein Vergleich mit dem Gaza-Krieg nach dem 7. Oktober 2023 zeigt nach militärischer Einschätzung, wie lange solche Angriffe andauern können. Damals gelang es Israel innerhalb weniger Wochen, die Zahl der von der Hamas abgefeuerten Raketen drastisch zu reduzieren. Dennoch setzte die Terrororganisation ihre Angriffe noch bis Anfang Januar 2024 in geringerer Intensität fort.
Ein ähnliches Szenario könnte nun auch im Konflikt mit Iran eintreten. Zwar wurden viele große Raketenstellungen zerstört, doch ein Teil der Infrastruktur bleibt weiterhin intakt.
Nach militärischen Schätzungen verfügt Iran noch über etwa einhundert bis einhundertfünfzig mobile Abschussanlagen sowie über mehr als tausend Raketen.
Das Problem für die israelische Armee besteht darin, dass diese verbliebenen Systeme über ein riesiges Gebiet verteilt sind. Iran ist geografisch ein sehr großes Land, dessen Fläche ein Mehrfaches der Größe Frankreichs umfasst.
Wenn die verbliebenen Abschussanlagen in kleinen, mobilen Einheiten operieren und über das Land verteilt sind, wird es deutlich schwieriger, sie vollständig aufzuspüren und zu zerstören.
Militärische Planer gehen deshalb davon aus, dass Iran weiterhin Raketen in begrenztem Umfang abfeuern kann, selbst wenn ein Großteil seiner Infrastruktur bereits zerstört wurde.
Das strategische Ziel Israels könnte deshalb zunächst darin bestehen, die Angriffe so weit zu reduzieren, dass sie kaum noch Opfer verursachen.
Ein vergleichbares Szenario gab es bereits in den vergangenen Jahren mit Angriffen der Huthi-Miliz aus dem Jemen. Deren Raketen und Drohnen störten zwar über längere Zeit den Alltag in Israel, führten jedoch nur selten zu Verletzten oder Todesopfern.
Auch im aktuellen Konflikt könnte sich eine ähnliche Situation entwickeln: fortgesetzte, aber deutlich schwächere Angriffe, die das öffentliche Leben beeinträchtigen, ohne noch eine große militärische Wirkung zu entfalten.
Für die israelische Bevölkerung bedeutet dies, dass der Krieg möglicherweise länger andauern wird, selbst wenn die militärische Überlegenheit Israels und seiner Verbündeten bereits sichtbar ist.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Fire and Rescue Service
Artikel veröffentlicht am: Montag, 9. März 2026