Libanon kündigt Festnahme und Abschiebung iranischer Revolutionsgarden an
Die Regierung in Beirut reagiert auf den wachsenden Druck im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden sollen künftig verhaftet und aus dem Land ausgewiesen werden.

Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah zwingt die libanesische Regierung zu ungewöhnlich klaren Worten gegenüber dem iranischen Einfluss im Land. Der libanesische Informationsminister Paul Morcos erklärte, dass Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden künftig im Libanon festgenommen werden sollen. Nach Angaben der Regierung könnten verhaftete Angehörige der iranischen Eliteeinheit anschließend aus dem Land abgeschoben werden.
Die Ankündigung stellt einen bemerkenswerten Schritt dar, denn die Revolutionsgarden spielen seit Jahren eine zentrale Rolle beim Aufbau der militärischen Fähigkeiten der Hisbollah. Iranische Offiziere und Berater gelten als entscheidende Kräfte hinter der Ausbildung, der Bewaffnung und der strategischen Planung der libanesischen Terrororganisation. Raketenprogramme, Drohnenkapazitäten und militärische Infrastruktur der Hisbollah wurden in enger Zusammenarbeit mit Teheran entwickelt.
Nach Berichten aus arabischen Medien soll das libanesische Kabinett zusätzlich beschlossen haben, militärische Aktivitäten der iranischen Revolutionsgarden im Land vollständig zu verbieten. Gleichzeitig wird offenbar darüber diskutiert, iranischen Staatsbürgern künftig die visafreie Einreise in den Libanon zu entziehen.
Diese Entscheidungen spiegeln den wachsenden Druck wider, unter dem die libanesische Regierung steht. Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah hat das Land erneut in eine militärische Konfrontation gezogen, deren Folgen vor allem die libanesische Bevölkerung trägt.
Premierminister Nawaf Salam machte während einer Kabinettssitzung deutlich, dass der Libanon in eine gefährliche Lage gebracht worden sei. Ohne die Hisbollah direkt zu nennen, kritisierte er jene Kräfte, die das Land in militärische Abenteuer geführt hätten, deren Folgen für die Bevölkerung verheerend sein könnten.
Solche Entscheidungen seien nicht im Interesse des libanesischen Staates getroffen worden, sondern dienten externen Interessen, erklärte Salam. Beobachter sehen darin eine klare Anspielung auf den Einfluss Irans, der seit Jahren eine entscheidende Rolle in der militärischen Strategie der Hisbollah spielt.
Während sich die politische Lage zuspitzt, verschärft sich gleichzeitig die militärische Situation im Süden des Libanon. Die israelischen Streitkräfte riefen Bewohner mehrerer Stadtteile im Süden Beiruts dazu auf, ihre Häuser zu verlassen. Betroffen sind unter anderem die Viertel Bourj Brajneh, Al Hadath, Haret Hreik und Shiah.
Die israelische Armee forderte die Bevölkerung auf, sich in Richtung der nördlichen Regionen des Libanon zu bewegen und nicht in südliche Gebiete zu fliehen. Bewegungen in diese Richtung könnten die Zivilbevölkerung in Lebensgefahr bringen, warnte das Militär.
Solche Evakuierungsaufrufe gelten häufig als Vorbereitung auf mögliche militärische Operationen gegen Infrastruktur der Hisbollah.
Gleichzeitig berichten libanesische Quellen, dass die Hisbollah ihre militärischen Kräfte im Süden des Landes verstärkt hat. Besonders Einheiten der sogenannten Radwan Truppe, einer Eliteeinheit der Organisation, sollen erneut in Grenzgebiete verlegt worden sein.
Diese Kämpfer gelten als besonders gut ausgebildete Angriffsverbände der Hisbollah. Ihre Aufgabe besteht darin, israelische Bodentruppen zu bekämpfen oder militärische Vorstöße entlang der Grenze zu blockieren.
Nach Angaben libanesischer Quellen wurden Radwan Kämpfer in mehrere Regionen des Südlibanon entsandt, darunter auch in die Gegend um die Stadt Khiam nahe der israelischen Grenze.
Der Führer der Hisbollah, Naim Qassem, erklärte in einer Fernsehansprache, seine Organisation werde sich gegen das verteidigen, was er als israelische Pläne zur Besetzung und Expansion bezeichnete.
Für die libanesische Regierung entsteht damit eine schwierige Lage. Während Teile der politischen Führung versuchen, den Einfluss Irans im Land einzudämmen, verstärkt die Hisbollah gleichzeitig ihre militärische Präsenz.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48162516
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 5. März 2026