Gaza: Terroristen verlassen Tunnel, Kommandeur des Islamischen Dschihad gezielt getötet


Zehn Tote melden palästinensische Quellen nach einer Welle israelischer Angriffe im Gazastreifen. Die Armee greift gezielt Tunnelstrukturen an und tötet nach eigenen Angaben einen ranghohen Kommandeur des Islamischen Dschihad.

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Zwei Jahre nach Beginn der Bodenoffensive im Gazastreifen setzt die israelische Armee ihre Operationen mit unverminderter Intensität fort. In den vergangenen 24 Stunden kam es nach palästinensischen Berichten zu mindestens zehn Todesopfern bei Angriffen in Dschabalija im Norden sowie in Chan Junis im Süden des Küstenstreifens. Israelische Sicherheitskreise bestätigen eine Reihe koordinierter Einsätze gegen bewaffnete Gruppen und unterirdische Infrastruktur.

Im Süden von Gaza Stadt wurde nach übereinstimmenden Angaben ein hochrangiger Funktionär des militärischen Arms des Islamischen Dschihad durch einen Drohnenangriff getötet. Bei dem Ziel soll es sich um Sami al Dahdouh gehandelt haben, einen Kommandeur innerhalb der Organisation. Die Armee äußerte sich nicht detailliert zu den operativen Abläufen, bestätigte jedoch gezielte Maßnahmen gegen Führungspersonal terroristischer Gruppierungen.

Bereits am Vortag hatte eine Einheit der Alexandroni Brigade im Raum Beit Hanun mehrere verdächtige Personen identifiziert, die sich zwischen Ruinen bewegten. Nach militärischer Einschätzung handelte es sich um Terroristen, die einen Tunnelschacht verlassen hatten. Luftunterstützung griff zunächst zwei der Bewaffneten an, drei weitere wurden später ebenfalls getroffen. Nach Angaben aus dem Verteidigungsestablishment deutet vieles darauf hin, dass die Männer aufgrund widriger Wetterbedingungen oder durch massiven militärischen Druck ihre unterirdischen Verstecke verlassen mussten. Beobachter gehen davon aus, dass sie versuchten, sich der israelischen Präsenz zu entziehen und deshalb mit Decken getarnt aus dem Tunnel traten.

Die Ereignisse verdeutlichen erneut die strategische Bedeutung des Tunnelsystems im Norden des Gazastreifens. Beit Hanun, die nördlichste Stadt des Gebiets, wurde im Verlauf des Krieges oberirdisch weitgehend zerstört. Doch unter der Oberfläche hatte die Hamas bereits vor dem Krieg massiv investiert. Das unterirdische Netz wurde mit Blick auf eine absehbare militärische Konfrontation angelegt, mit langen Gängen, Aufenthaltsräumen und logistischen Verbindungen, die auf längere Gefechtsphasen ausgelegt sind.

Die israelische Armee konzentriert sich seit Monaten darauf, diese Infrastruktur systematisch aufzuspüren und zu zerstören. Nach militärischen Angaben ist ein Großteil der bekannten Tunnel bereits unbrauchbar gemacht worden. Dennoch dauern die Einsätze an, da verbliebene Abschnitte weiterhin eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Solange bewaffnete Gruppen in der Lage sind, aus dem Untergrund heraus anzugreifen oder sich dort zu verschanzen, bleibt die Gefahr bestehen.

Die jüngsten Operationen zeigen ein wiederkehrendes Muster. Aufklärungseinheiten identifizieren Bewegungen nahe bekannter oder vermuteter Schachtöffnungen, Drohnen liefern Echtzeitbilder, Bodentruppen sichern das Gebiet. Sobald bewaffnete Aktivität festgestellt wird, erfolgt ein gezielter Schlag. Dieses Vorgehen soll verhindern, dass sich Terroristen neu formieren oder aus dem Untergrund heraus Anschläge vorbereiten.

Zwei Jahre nach Beginn der Offensive ist die Lage im Gazastreifen militärisch weiter angespannt. Israel verfolgt das erklärte Ziel, die operative Handlungsfähigkeit der Hamas und des Islamischen Dschihad dauerhaft zu unterbinden. Aus Sicht Jerusalems ist die Zerschlagung der Tunnelstrukturen dabei kein Nebenaspekt, sondern Kern der Sicherheitsstrategie. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Angriffe aus dem Untergrund für israelische Gemeinden nahe der Grenze eine reale und wiederkehrende Bedrohung darstellen.

Gleichzeitig bleibt die humanitäre Situation komplex. Zerstörte Infrastruktur, anhaltende Gefechte und die Präsenz bewaffneter Gruppen erschweren jede Stabilisierung. Dennoch betont die israelische Führung immer wieder, dass militärische Maßnahmen sich gegen Terrororganisationen richten und nicht gegen die Zivilbevölkerung.

Die vergangenen 24 Stunden stehen exemplarisch für die anhaltende Realität dieses Konflikts. Solange bewaffnete Organisationen den Untergrund als Schutzraum und Operationsbasis nutzen, wird die israelische Armee ihre Aktivitäten fortsetzen. Für Israel ist klar: Sicherheit entsteht nicht durch Rückzug, sondern durch das konsequente Ausschalten konkreter Bedrohungen.



Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 15. Februar 2026

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