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Hisbollah droht Libanon offen mit Bürgerkrieg bei Entwaffnung


Die vom Iran gesteuerte Hisbollah reagiert auf Entwaffnungspläne mit offener Gewaltandrohung. Wer dem libanesischen Staat das Waffenmonopol zugestehen will, soll laut Miliz Chaos und Bürgerkrieg riskieren. Es ist kein politischer Konflikt, sondern terroristische Erpressung.

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Die iranisch gesteuerte Terrororganisation Hisbollah hat der libanesischen Regierung offen mit Chaos und Bürgerkrieg gedroht, sollte diese ihre Bemühungen zur landesweiten Entwaffnung bewaffneter Gruppen fortsetzen. Die Aussagen eines ranghohen Hisbollah Funktionärs machen unmissverständlich klar, dass die Organisation nicht bereit ist, sich staatlicher Autorität zu unterwerfen. Stattdessen beansprucht sie weiterhin das Recht, als bewaffnete Macht über dem Staat zu stehen.

In einem Interview erklärte der Hisbollah Politiker Mahmoud Qmati, der Versuch Beiruts, das staatliche Waffenmonopol auch nördlich des Litani Flusses durchzusetzen, sei das größte Verbrechen, das der Staat begehen könne. Diese Wortwahl ist bezeichnend. Sie stellt die Durchsetzung staatlicher Souveränität als illegitim dar und rechtfertigt implizit Gewalt gegen staatliche Institutionen. Auch wenn Qmati behauptet, man wolle keine direkte Konfrontation mit der libanesischen Armee, ist die Drohung eindeutig. Wer entwaffnen will, riskiert den inneren Krieg.

Hintergrund ist ein Abkommen aus dem Jahr 2024, das den schweren Krieg zwischen Israel und der Hisbollah beendete. Der Libanon verpflichtete sich darin, alle Waffen im Land unter staatliche Kontrolle zu bringen. Die Terrororganisation akzeptiert dieses Abkommen jedoch nur dort, wo es ihr taktisch nützt. Sie behauptet, die Regelung gelte ausschließlich für den äußersten Süden des Landes an der Grenze zu Israel. In allen anderen Regionen verweigert sie kategorisch jede Entwaffnung.

Die libanesische Armee hat inzwischen die operative Kontrolle im Gebiet zwischen dem Litani Fluss und der israelischen Grenze übernommen. Das Kabinett in Beirut forderte das Militär auf, einen Plan zur Entwaffnung bewaffneter Gruppen auch in anderen Landesteilen vorzulegen. Genau an diesem Punkt zeigt sich die Realität. Die Hisbollah duldet keinen souveränen Staat neben sich. Sie akzeptiert nur einen Staat, der ihre Bewaffnung hinnimmt.

Qmati machte klar, dass es keinerlei Gespräche über Entwaffnung nördlich des Litani geben werde, solange Israel nicht vollständig aus allen libanesischen Gebieten abgezogen sei, alle Gefangenen freilasse und jegliche militärische Aktivität einstelle. Damit verknüpft die Hisbollah bewusst innerstaatliche Fragen mit dem regionalen Konflikt und blockiert gezielt jede staatliche Konsolidierung. Der Libanon wird so zum Werkzeug einer fremden Agenda degradiert.

Israel sieht sich durch diese Haltung bestätigt. Aus israelischer Sicht ist die Entwaffnung der Hisbollah bislang gescheitert. Die Terrororganisation verfügt weiterhin über ein massives Raketenarsenal, eigene Kommando Strukturen und faktische Kontrolle über ganze Landstriche. Die israelische Führung warnt seit Monaten, dass der libanesische Staat entweder nicht willens oder nicht fähig ist, diese Bedrohung einzudämmen. Diese Einschätzung erhöht den Druck auf Beirut erheblich.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte dennoch, dass die Kampagne zur Entwaffnung bewaffneter Gruppen fortgesetzt werde. Sie betreffe das gesamte Staatsgebiet, auch Regionen nördlich des Litani Flusses. Israelische Luftangriffe seien kein Vorwand, staatliche Verantwortung aufzugeben. Diese Aussage markiert einen seltenen Moment politischer Klarheit in einem Land, das seit Jahren von Paralyse geprägt ist.

Doch die Machtverhältnisse sprechen eine andere Sprache. Die Hisbollah ist keine normale politische Kraft. Sie ist eine von Teheran aufgebaute Terrororganisation, die den Libanon systematisch unterwandert hat. Mit eigenem Militär, eigenen Nachrichtendiensten und direkter Anbindung an Iran agiert sie unabhängig vom Staat. Lange Zeit verkörpert durch ihren Anführer Hassan Nasrallah, hat sie den Libanon in regionale Konflikte hineingezogen, ohne demokratische Legitimation und ohne Rücksicht auf die eigene Bevölkerung.

Die offene Drohung mit Bürgerkrieg ist der endgültige Beweis. Es geht der Hisbollah nicht um Stabilität oder nationale Verteidigung. Es geht um Machterhalt durch Angst. Um die Aufrechterhaltung eines bewaffneten Status quo, der staatliche Ordnung verhindert. Wer versucht, dem Libanon Souveränität zurückzugeben, wird mit Gewalt bedroht.

Für den Libanon ist dies eine existenzielle Frage. Entweder setzt sich der Staat durch und beginnt, sein Gewaltmonopol zumindest schrittweise zurückzugewinnen, oder das Land bleibt dauerhaft ein Vasall einer Terrororganisation, die fremden Interessen dient. Die Warnung der Hisbollah ist kein Appell zur Vorsicht. Sie ist ein Geständnis.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=138677142

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 14. Januar 2026

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