Rückholung aus Dubai im Sicherheitschaos: El Al sagt ab, Arkia darf fliegen
Tausende Israelis warten nach der Aussetzung der Flydubai-Verbindungen auf einen Weg nach Hause. Noch in der Nacht wurden Genehmigungen zurückgezogen, neu verhandelt und wieder erteilt. El Al strich seine Freitagsflüge trotzdem. Arkia soll nun als erste israelische Airline starten, während bei Israir der genaue Zeitplan weiter offen ist.

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Die geplante Rückholung israelischer Reisender aus Dubai hat sich innerhalb weniger Stunden zu einem schwer durchschaubaren Hin und Her entwickelt. Was am Donnerstag noch wie eine weitgehend geklärte Luftbrücke aussah, stand in der Nacht zum Freitag plötzlich wieder infrage. Die Vereinigten Arabischen Emirate überprüften bereits erteilte Genehmigungen für israelische Fluggesellschaften erneut. El Al musste daraufhin seine ersten beiden Sonderflüge absagen.
Inzwischen haben IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und die Emirate nach Angaben mehrerer israelischer Medien die Sicherheitsstreitigkeiten weitgehend ausgeräumt. Doch die Folgen der nächtlichen Krise bleiben bestehen. El Al fliegt am Freitag nicht mehr nach Dubai. Arkia bereitet dagegen einen ersten Rückholflug noch am selben Tag vor. Israir verfügt nach unterschiedlichen Berichten bereits über Start- und Landezeiten, veröffentlichte zunächst aber keinen endgültigen Flugplan.
Damit ist die Lage komplizierter als eine einfache Meldung über abgesagte oder wieder genehmigte Flüge vermuten lässt.
Der Ausgangspunkt ist der schwere Zwischenfall auf Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv. Wie haOlam mehrfach berichtete, soll der omanische Co-Pilot während des Fluges den indischen Kapitän Smit Machchhar angegriffen und versucht haben, die Kontrolle über die Boeing 737 zu übernehmen. Die Maschine verlor innerhalb kürzester Zeit massiv an Höhe. Passagiere und zusätzliche Piloten an Bord griffen ein. Das Flugzeug landete schließlich im saudi-arabischen Tabuk.
Flydubai setzte danach seine Israel-Verbindungen vorläufig aus. Damit fiel auf einen Schlag eine wichtige Verbindung zwischen Dubai und Tel Aviv weg.
Die Folgen reichen weit über Urlauber hinaus, die sich gerade in den Emiraten aufhalten. Dubai ist eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze für Israelis auf dem Weg nach Asien, Australien und andere Fernziele. Nach Schätzungen israelischer Medien sind mehr als 10.000 Israelis entweder in Dubai oder an anderen Orten betroffen, von denen sie ursprünglich über die Emirate nach Israel zurückreisen sollten.
Genehmigt, zurückgezogen, neu verhandelt
Israel wollte die entstandene Lücke mit eigenen Fluggesellschaften schließen.
El Al, Arkia und Israir bereiteten Sonderflüge vor. Die Maschinen sollten von Ben Gurion zunächst ohne Passagiere nach Dubai fliegen und von dort Israelis nach Hause bringen. Weil die Hinflüge keine Einnahmen bringen, verständigten sich Verkehrs- und Finanzministerium grundsätzlich auf eine staatliche Beteiligung an den zusätzlichen Kosten.
El Al plante für Freitag zunächst zwei Rückholflüge. Tickets wurden für 249 Dollar angeboten und waren nach Angaben israelischer Medien innerhalb weniger Minuten ausverkauft.
Dann änderte sich die Lage.
In der Nacht überprüften die Emirate die Genehmigungen für die israelischen Airlines erneut. Hintergrund waren offenbar Sicherheitsfragen, über die Vertreter des Schin Bet, der israelischen Zivilluftfahrtbehörde, des Verkehrsministeriums und der israelischen Botschaft mit der emiratischen Seite verhandelten.
Das israelische Verkehrsministerium erklärte daraufhin zwar, die Rückholflüge würden grundsätzlich am Freitag beginnen, warnte aber bereits vor Verzögerungen.
Für El Al kam diese Verständigung zu spät.
Die Fluggesellschaft sagte ihre beiden für Freitag vorgesehenen Verbindungen ab. Nach dem jüngsten Stand will El Al die Rückholung erst nach dem Feiertag beziehungsweise in der kommenden Woche fortsetzen. Die bereits angebotenen Plätze für mehrere dieser Verbindungen sind ausgebucht.
Anders sieht es bei Arkia aus. Nach einem Bericht von Calcalist vom Freitagvormittag soll die Airline noch am selben Tag einen ersten Flug aus Dubai durchführen. Ein weiterer Flug für Samstag sei bereits genehmigt, drei zusätzliche Verbindungen befänden sich in Vorbereitung.
Damit könnte ausgerechnet Arkia als erste israelische Gesellschaft seit Monaten wieder Passagiere direkt aus Dubai nach Israel bringen.
Bei Israir ist der Stand weniger eindeutig.
PassportNews berichtete am Freitagmorgen, die Fluggesellschaft habe bereits sogenannte Slots, also konkrete Start- und Landezeiten, erhalten, warte jedoch noch auf abschließende Sicherheitsgenehmigungen. Die JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post meldete später, Israir habe endgültige Genehmigungen der emiratischen Behörden erhalten. Calcalist berichtete wiederum um 10.30 Uhr, Israir habe noch keinen konkreten Flugplan veröffentlicht und bereite zunächst eine Verbindung nach dem Feiertag vor.
Diese unterschiedlichen Meldungen zeigen vor allem eines: Die Situation verändert sich derzeit schneller, als Flugpläne veröffentlicht werden können.
Israir hatte bewusst darauf verzichtet, sofort Tickets zu verkaufen. Unternehmenschef Uri Sirkis erklärte nach israelischen Berichten, der ungewöhnliche Ablauf bei der Vergabe der Slots habe Zweifel ausgelöst. Man habe deshalb abwarten wollen, bis tatsächlich alle notwendigen Genehmigungen vorliegen.
Diese Vorsicht erwies sich angesichts der nächtlichen Kehrtwende als nachvollziehbar.
Sicherheitsstreit verändert den Flugverkehr nach Dubai
Für die Passagiere bringt die Rückholaktion zusätzliche Einschränkungen.
Nach israelischen Berichten dürfen Reisende auf den Sonderflügen nur eine kleine Tasche mit an Bord nehmen. Koffer und größere Gepäckstücke sollen getrennt per Frachtflug nach Israel transportiert werden. Die Reisenden müssen ihr Gepäck anschließend nach gesonderter Benachrichtigung abholen.
Auch die Preise unterscheiden sich zwischen den Gesellschaften. El Al hatte 249 Dollar für einen einfachen Rückflug angekündigt. Arkia nannte Preise ab 279 Dollar, Israir 299 Dollar.
Das Verkehrsministerium forderte die Fluggesellschaften ausdrücklich auf, die Notlage nicht für überhöhte Preise auszunutzen. Gleichzeitig sollen Passagiere mit gestrichenen Flydubai-Tickets ihre Ansprüche direkt gegenüber Flydubai geltend machen. Dazu können je nach Fall Erstattung, Unterbringung und weitere Leistungen gehören.
Hinter dem kurzfristigen Rückholproblem steckt jedoch eine wesentlich größere Veränderung.
Israelische Fluggesellschaften flogen bereits seit Monaten aus Sicherheitsgründen nicht regulär nach Dubai. Die Verbindung wurde vor allem von emiratischen Airlines aufrechterhalten. Nach dem Zwischenfall auf FZ1073 erklärten sich die Emirate nach israelischen Angaben bereit, zusätzliche Sicherheitsforderungen zu erfüllen und damit die Rückkehr israelischer Airlines zu ermöglichen.
Ausgerechnet die Aussetzung der Flydubai-Flüge könnte also dazu führen, dass El Al, Arkia und Israir langfristig wieder selbst nach Dubai fliegen.
Reuters berichtete bereits am Donnerstag, dass alle drei Gesellschaften entsprechende Vorbereitungen treffen. El Al strebt demnach perspektivisch zwei tägliche Verbindungen an. Israir plant acht bis zehn Flüge pro Woche. Arkia will ebenfalls wieder regelmäßig auf die Strecke zurückkehren.
Ob diese Pläne umgesetzt werden, hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Sicherheitsvereinbarungen der vergangenen Stunden Bestand haben.
Der Streit der Nacht zeigt, wie empfindlich dieses Verhältnis weiterhin ist.
Noch am Donnerstag wurden Flüge angekündigt und verkauft. Wenige Stunden später fehlten wieder Genehmigungen. Am Freitagmorgen erklärte das Verkehrsministerium die Krise grundsätzlich für gelöst, während El Al gleichzeitig seine Flüge absagte.
Für Reisende bedeutet das, dass allgemeine Ankündigungen derzeit kaum ausreichen. Entscheidend ist ausschließlich die konkrete Bestätigung durch die jeweilige Fluggesellschaft.
Für Israel reicht die Bedeutung aber weiter.
Der mutmaßliche Angriff auf FZ1073 hat nicht nur die Frage aufgeworfen, wie Piloten auf Israel-Flügen überprüft werden. Er hat innerhalb von zwei Tagen auch den gesamten Flugverkehr zwischen Israel und einem der wichtigsten Staaten der Abraham-AbkommenAbraham-Abkommen: Israels Durchbruch in der arabischen WeltDie Abraham-Abkommen sind Normalisierungsvereinbarungen zwischen Israel und mehreren arabischen beziehungsweise muslimisch geprägten Staaten. Sie begannen 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain.Mehr lesen verändert.
Flydubai steht vor einer Sicherheitsuntersuchung. Israelische Airlines kehren möglicherweise nach monatelanger Pause nach Dubai zurück. Tausende Passagiere müssen ihre Reisen neu organisieren.
Und über allem steht eine Erkenntnis, die seit Mittwoch immer deutlicher wird: Die Rettung von FZ1073 endete nicht mit der sicheren Landung in Saudi-Arabien.
Ihre Folgen beschäftigen inzwischen den gesamten Luftverkehr zwischen Israel und den Emiraten.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 2. Oktober 2026